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11. Oktober 2011, 15:24 Uhr

Photoshop

Adobe verspricht Scharfmacher für verwackelte Fotos

Es ist der Traum vieler Fotografen: Scharfe Bilder, egal wie gut man fokussiert hat, egal, wie gut das Objektiv ist. In den USA hat Adobe hat jetzt ein Software-Modul vorgestellt, das genau so etwas leisten soll.

Solche Szenen kennt man aus dem Kino: Ermittler stehen vor einem großen Bildschirm und betrachten ein aus großer Entfernung aufgenommenes, völlig verwaschenes Bild. Mit Sprachbefehlen oder wildem Hacken auf die Tastatur weisen sie ihren supertollen Spezialcomputer an, "Ausschnitt B14" zu vergrößern und zu schärfen. Sekunden später ist ein Nummernschild oder das Gesicht des Bösewichts glasklar zu erkennen. Bisher konnten man derartige Darstellungen mit gutem Recht als Fantasiegebilde ahnungsloser Drehbuchschreiber abtun.

Auf der Entwicklerkonferenz Adobe MAX im kalifornischen Los Angeles gab der Softwarekonzern Adobe einen kurzen Ausblick auf ein neuartiges Plug-in, ein Zusatzmodul, mit dem die Bildbearbeitungssoftware Photoshop erweitert werden kann, das diese Fähigkeit beherrscht. Jedenfalls kommt das Plug-in dem sehr nahe: Ein wackeliges Handyvideo zeigt, wie ein Adobe-Manager zuerst die verschwommene Weitwinkelaufnahme eines belebten Platzes und dann ein schlecht fotografiertes Plakat mit unleserlichem Text mit dem Plug-in bearbeitet.

Das Resultat seiner wenige Sekunden dauernden Arbeit sorgte im Publikum nicht nur für tosenden Applaus, sondern auch für verdutztes Staunen. Die Erklärung für die wundersame Fähigkeit des kleinen Plug-ins: Die Software kann nicht jedes verschwommene Foto scharf rechnen, sondern nur solche, die durch Verwackeln bei der Aufnahme unansehnlich wurden. Das Programm analysiert die Pixelmuster und schließt daraus auf die Bewegungen der Kamera bei der Aufnahme. Diese Informationen nutzt das Plug-in dann, um die durch Verwackeln verschobenen Pixel zu korrigieren.

Das Ergebnis dieser Rechenaufgabe scheint, der Reaktion des Publikums und nicht der Qualität des Handyvideos nach zu urteilen, beeindruckend zu sein. Hoffnung, auf diese Weise bald Wackelbilder zu scharfen Schnappschüssen machen zu können, sollten Photoshop-Fans aber nicht zu sehr schüren. Die Software wurde ausdrücklich als Prototyp bezeichnet, Veröffentlichungstermin ungewiss.

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