Project Glass Google-Gründer testet Datenbrille in der U-Bahn

Beta-Test in der U-Bahn: Google-Gründer Sergey Brin ist dabei gesichtet worden, wie er mit dem Prototyp einer neuen Datenbrille durch New Yorks Untergrund fuhr. Ein Technik-Fan hat die Fahrt dokumentiert - aber dabei das Wichtigste vergessen.
Mit Sportjacke, Plastiktüte und Computerbrille: Google-Milliardär Sergey Brin in der New Yorker U-Bahn

Mit Sportjacke, Plastiktüte und Computerbrille: Google-Milliardär Sergey Brin in der New Yorker U-Bahn

In der New York Subway gelten eigene Verhaltensregeln: Wer nicht liest schaut zur Seite, direkter Blickkontakt zu Mitreisenden wird vermieden. So können sogar Milliardäre unerkannt und ohne angesprochen zu werden das öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Außer natürlich, sie sind Internet-Berühmtheiten und fallen hochspezialisierten Nerds auf, weil sie mit noch nicht veröffentlichter Technik im Gesicht durch die Gegend fahren - so wie Google-Gründer Sergey Brin es am Abend des 20. Januar tat.

Denn auf seiner Nase trug der mehrfache Milliardär ein Forschungsprojekt aus Googles Entwicklungslabors, eine Computerbrille, die der Konzern unter dem Titel Project Glass entwickelt. Die neue Datenbrille soll in Zukunft unseren Umgang mit Informationen unterwegs vollkommen verändern. Sie soll Informationen zur Umgebung in Echtzeit aus dem Internet laden und ins Blickfeld des Trägers einblenden.

Unter der Bezeichnung Augmented Reality kennt man ähnliche Angebote schon seit einigen Jahren. Meist aber handelt es sich dabei um Smartphone-Apps wie Wikitude, Junaio oder Layer, die ortsgebundene Informationen ins Bild der Handykamera einblenden. Das ist brauchbar, aber immer etwas umständlich.

Richtige Augmented-Reality-Brillen hingegen sind heutzutage meist sehr klobig und benötigen zum Betrieb eine externe Stromversorgung und ausgelagerte Mini-Computer. Google jedoch verspricht, mit Project Glass werde sich das ändern. Weder große Akkupacks noch lästige Kabel und Zusatzboxen sollen den Nutzer nerven.

Allerdings sollen die Geräte der Allgemeinheit erst 2014 angeboten werden. Im Sommer 2013 will man Software-Entwickler mit ersten Vorserienmodellen versorgen, damit diese Apps für das System schreiben können. Rund hundert Exemplare sollen sich bereits bei Betatestern befinden. Sergey Brin ist einer davon, und er zeigt sein Lieblingsprojekt gern bei öffentlichen Auftritten. Dass er aber auch in der U-Bahn damit unterwegs ist, ist neu.

Und doch gab es nur einen, dem auffiel, wer da mit im Waggon sitzt und was er bei sich hat: Noah Zerkin. Der ist selbst ein Hardware-Entwickler, beschäftigt sich beruflich und privat mit ganz ähnlichen Projekten wie der Google-Datenbrille. Die Begegnung mit Brin beeindruckte ihn so sehr, dass er sofort ein Foto des Google-Milliardärs knipste und per Twitter meldete: "Ich hatte gerade eine kurze Unterhaltung mit dem mächtigsten Mann der Welt ". In einem ausführlichen Blogpost  schilderte er dann noch sein Erlebnis und wunderte sich, weshalb er Brin gegenüber nicht mehr Werbung für sich selbst gemacht hat.

Doch dafür war am Ende keine Zeit mehr, denn an der Haltestelle 14. Straße verließ Brin den Zug. Offensichtlich wollte der mehrfache Milliardär, der gern auch mit seiner Boeing durch die Welt jettet, einfach nur in Googles riesige New Yorker Niederlassung, die nicht weit von der U-Bahn-Station entfernt liegt.

mak