Replicant Spendenkampagne für freie Android-Version gestartet

Mehr Privatsphäre für Android-User: Die Free Software Foundation sammelt Spenden für eine freie Version von Android. Für neun Smartphones gibt es das freie Android bereits gratis, die Entwickler wollen mit den Spenden noch mehr Geräte befreien.

Projekt-Website: Die freie Android-Alternative Replicant sucht Unterstützer

Projekt-Website: Die freie Android-Alternative Replicant sucht Unterstützer


Der Name ist dem Science-Fiction-Klassiker "Blade Runner" entnommen: Unter der Bezeichnung "Replicant" entwickeln Enthusiasten eine freie Variante des Smartphone-Betriebssystems Android, die sich in mancherlei Hinsicht vom Original unterscheidet, auch was den Umgang mit privaten Daten angeht.

Im Kern des Systems steht, dass alle Bestandteile der Software, die nicht auf freier Software (also Open Source) basieren, durch ebensolche Komponenten ersetzt werden. Angaben auf der Webseite des Projekts zufolge bezieht sich das in erster Linie auf Systembestandteile, die direkt mit der Hardware zusammenarbeiten, also beispielsweise die Bildschirmtreiber.

Diese Treibersoftware wird in der Regel von den Handy-Herstellern selbst entwickelt. Das eigentliche Android-System sowie die darin enthaltene Linux-Software können dagegen frei von jedermann genutzt werden.

Laut "Heise Open Source" betonen die Entwickler außerdem, dass Replicant "anders als Android die Benutzeraktivitäten nicht trackt und so einen maximalen Schutz der Privatsphäre gewährleistet". Auf welches Verhalten sich die Entwickler dabei beziehen, ist nicht klar.

Bislang haben die Entwickler, die sich selbst als "enthusiastische Hacker" bezeichnen, Replicant für zehn Geräte, die meisten davon aus Samsungs Galaxy-Serie, zum Download freigegeben. Einige davon basieren noch auf den Android-Versionen 2.2 und 2.3, die meisten jedoch bereits auf Android 4.0.

Um diese Basis erweitern zu können, haben die Entwickler jetzt zu Spenden aufgerufen und auf der Website der Free Software Foundation (fsfs) eine Spendenseite eingerichtet. Das Geld soll genutzt werden, um weitere Geräte zu kaufen. Pro Smartphone oder Tablet würden etwa 400 bis 600 Dollar benötigt, um die Hardware zu erwerben und die Software anzupassen.

Interessenten, die das alternative Betriebssystem auf ihrem Mobilgerät installieren wollen, finden in einem dafür eingerichteten Wiki detaillierte Anweisungen zur Vorgehensweise für die einzelnen Geräte. Nach einer solchen Installation müssen Replicant-Nutzer allerdings auch Einschränkungen in Kauf nehmen. So ist auf derart modifizierten Geräten die Nutzung von Googles Play Store nicht möglich. Als Alternative ist der F-Droid-Store für freie Android-Apps installiert. Außerdem lassen sich natürlich auch andere Online-Shops, wie etwa der App Store von Amazon, nutzen. Die Replicant-Macher listen auf einer Übersichtsseite eine Reihe freier Alternativen zu Googles geschlossenen Apps auf.

mak

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insgesamt 5 Beiträge
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krassmann 26.07.2013
1. CyanogenMod
Also IMHO reicht CyanogenMod schon aus. Das ist ein aus den Open Source Code von Android gebackene Android Distribution von sehr hoher Qualität und im Gegensatz zu Replicant schon für viel mehr Geräte verfügbar. Auch CM kommt ohne die Google-Apps, weil die ja auch nicht Open Source sind. In CM ist neurdings der Privacy Guard mit eingebacken, so daß man für jede App individuell einstellen kann was sie darf oder falls sie ohne gewisse Rechte nicht funktioniert kann man dann ihnen nur Zugriff auf Dummy-Daten geben, wie z.B. ein leeres Telefonbuch oder einen leeren SMS-Speicher. Das ist einfach nur großartig. Für eine gute Privatsphäre reicht CM schon aus. Es trackt auch nichts ausser ein paar Google Analytics Statistiken für die Entwickler und auch das kann man abschalten. Replicant hingegen versucht wirklich alle nicht Open Source Code-Teile z.B. Treiber im Kernel durch Open Source zu ersetzen. Das ist natürlich noch sicherer, aber auch wesentlich ambitionierter und aufwändiger.
c218605 26.07.2013
2. Android ist ein Spy-OS
denn sowhl beim Downlaod als bei der Installation muessen ohne die Chance eines Opt-Outs saemtliche Privacy-Schranken fallengelassen werden. Nach meinen Erfahrungen scheinen die bisherigen Alternativen (CyanogenMod, Kyle) nur fuer spezifische Mobilteile bzw. in einem bestimmten Entwicklerkreis zu funktionieren. Habe dabei aber den Verdacht, das einzelne Provider das das geaenderte OS irgendwie abfragen und dann den Funkkontakt abbrechen.
krassmann 26.07.2013
3. FUD vom feinsten
Zitat von c218605denn sowhl beim Downlaod als bei der Installation muessen ohne die Chance eines Opt-Outs saemtliche Privacy-Schranken fallengelassen werden. Nach meinen Erfahrungen scheinen die bisherigen Alternativen (CyanogenMod, Kyle) nur fuer spezifische Mobilteile bzw. in einem bestimmten Entwicklerkreis zu funktionieren. Habe dabei aber den Verdacht, das einzelne Provider das das geaenderte OS irgendwie abfragen und dann den Funkkontakt abbrechen.
Ist ja gar nicht wahr. Erstens sind Download und Installation zwei grundsätzlich verschiedene Dinge. Es gibt viele Wege wie man eine App auf das Gerät bekommt auch mittels PC und kopieren aufs Telefon per USB. Na klar kannst Du bei der Installation, wenn Dir die Rechte angezeigt werden, die die App anfordert immer noch die Installation abbrechen. Und dann fallen auch nur die Schranken, die dabei abgesegnet werden und sonst keine. Schreib nicht so'n Unsinn bitte Die möglichen Devices für CM sind sehr zahlreich: Devices (http://wiki.cyanogenmod.org/index.php?title=Devices) So'n Unsinn mit der Sperre vom Provider. Der ganze Mobil-Anschluss hängt einfach an der SIM-Karte. Wenn Du die in ein anderes Gerät ohne SIM-Lock einlegst, dann geht es ja auch immer. Schau mal in die Foren von CM - da ist kein einziger Bericht über ein derartiges Problem drin. Verbreite hier nicht so eine Angstmacherei. Würde mich nicht wundern wenn da ein Interesse hinter diesem Post steckt
c218605 26.07.2013
4. Mangelnde Distanz
Zitat von krassmannIst ja gar nicht wahr. Erstens sind Download und Installation zwei grundsätzlich verschiedene Dinge. Es gibt viele Wege wie man eine App auf das Gerät bekommt auch mittels PC und kopieren aufs Telefon per USB. Na klar kannst Du bei der Installation, wenn Dir die Rechte angezeigt werden, die die App anfordert immer noch die Installation abbrechen. Und dann fallen auch nur die Schranken, die dabei abgesegnet werden und sonst keine. Schreib nicht so'n Unsinn bitte Die möglichen Devices für CM sind sehr zahlreich: Devices (http://wiki.cyanogenmod.org/index.php?title=Devices) So'n Unsinn mit der Sperre vom Provider. Der ganze Mobil-Anschluss hängt einfach an der SIM-Karte. Wenn Du die in ein anderes Gerät ohne SIM-Lock einlegst, dann geht es ja auch immer. Schau mal in die Foren von CM - da ist kein einziger Bericht über ein derartiges Problem drin. Verbreite hier nicht so eine Angstmacherei. Würde mich nicht wundern wenn da ein Interesse hinter diesem Post steckt
hat nichts mit freundschaftlicher Naehe zu tun. Wenn schon beschimpfen und vermuten dann bitte immer noch Sie fuer Du.
krassmann 26.07.2013
5. Fakten Fehlanzeige
Klar waren das Vermutungen, wie sollte ich denn auch Beweise haben. Wieder Unsinn dieser Vorwurf. Könnten Euer Hochwohlgeboren hier bitte noch einmal zur Sache Stellung nehmen? Z.B. Links die die Behauptungen stützen. Wenn nicht, dann dürfe ich wohl Recht gehabt haben.
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