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Wasserfest und fettabweisend: Das Küchen-Tablet Qooq

Foto: Peter Zschunke/ dpa

Qooq Franzosen erfinden das Küchen-Tablet

In Frankreich wird jetzt ein neuartiger Touch-Computer hergestellt. Dass der dann anders sein muss als iPad, Nexus und Galaxy Tab, ist klar. Doch wie anders er ist, erstaunt dann doch.

Nicht nur Amerikaner und Asiaten können Tablet-Rechner bauen, seit kurzem gibt es auch einen Touch-PC aus Frankreich. Qooq  heißt das Gerät und bestätigt so manches Vorurteil gegenüber der Grande Nation: Er sieht ganz anders aus als übliche Flach-Rechner, er benutzt keines der gängigen Betriebssysteme, und er ist auf eine Aufgabe spezialisiert: Kochen.

Natürlich wird das Qooq-Tablet dabei nicht als Kochplatte benutzt, sondern soll so etwas wie ein interaktives Kochbuch sein. Überhaupt fällt der Begriff interaktiv auf der Website des französischen Herstellers ausgesprochen häufig. Egal ob es darum geht, damit im Internet zu surfen, Fotos anzugucken, Musik zu hören oder einfach Kochrezepte auszusuchen, alles wird als interaktiv bezeichnet.

Dabei wird das Gerät in erster Linie als elektronisches Kochbuch angeboten. Beim Kauf sind 1000 Kochrezepte bereits in der Datenbank des Qooq gespeichert. Wer mehr will, muss dafür tief ins Portemonnaie greifen. Den auf ein Jahr befristeten Zugriff auf weitere 3800 Rezepte lässt sich das Unternehmen mit stattlichen 99 Euro bezahlen, ein Zweijahresabo kostet 196 Euro.

Immerhin bekommt man damit nicht nur Kochrezepte geliefert, sondern auch Videos mit Tipps von Profiköchen, die Zubereitungstechniken verraten, über Gewürze und Weine plaudern.

Wasserfester Vierbeiner

Damit das Qooq in einer typischen Küchenumgebung überleben kann, ist es anders gestaltet als beispielsweise ein iPad oder Nexus-Tablet. Nicht besonders dünn, sondern ausgesprochen dick zum Beispiel. Der Bildschirm sei gegen Spritzwasser geschützt, sagt der Hersteller, und deshalb 60 Prozent dicker als andere Touchscreens. Auf satte zweieinhalb Zentimeter Dicke bringt es das Qooq. Verglichen mit dem neuneinhalb Millimeter dünnen iPad ist es ein fetter Brummer.

Auffällig sind auch die vier Beinchen, auf denen es steht. Sie sollen das Gerät davor bewahren, zu ersaufen, wenn Flüssigkeiten auf der Arbeitsfläche verschüttet werden. Außerdem sei die Oberfläche leicht abwisch- und waschbar, so dass Fett und Küchenschmutz leicht entfernt werden können.

Linux statt Apps

So ungewöhnlich wie Design und Zweckbestimmung ist auch die Technik des französischen Tablets. Sein 10-Zoll-Display und der 1 GHz schnelle ARM-Prozessor folgen noch Standards. Doch als Betriebssystem kommen nicht Android oder Windows RT zum Einsatz, sondern ein spezielles Linux. Man kann damit also keine Apps herunterladen. Einige vielgenutzte Funktionen sind allerdings eingebaut: Ein Webbrowser beispielsweise und Zugänge zu Twitter und Facebook, sowie Abspielsoftware für Musik und Filme.

So ungewöhnlich wie das Konzept und die Technik ist auch der Name der Firma, die Gründer Jean-Yves Hepp für das Qooq-Tablet ins Leben gerufen hat. Die heißt Unowhy, was ein Wortspiel ist, sich auf englisch als "You know why" aussprechen lässt: "Du weißt, warum."

Doch so richtig weiß man das eben doch nicht. Schließlich stellt sich die Frage, warum Hepp seine Rezepte-Datenbank nicht einfach als App entwickelt und an iPad- und Android-Tablet-Besitzer verkauft. Positiv betrachtet, weil er mit dem Qooq einen Mobilcomputer anbietet, der der gefährlichen Umgebung einer Küche eher widerstehen kann als herkömmliche Tätschel-Rechner. Vielleicht aber auch, weil man an einem Tablet für 350 Euro viel mehr Gewinn macht als an einer App, die für 4,99 Euro im App Store steht. Wenn es denn jemand kauft.

mak
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