Ring mit Gestenerkennung Computerbefehle per Fingerzeig

Schmuckstück mit Sonderfunktionen: Ein US-Start-up hat einen Hightech-Ring entwickelt, mit dem sich PC, Smartphones und Fernseher durch Gesten steuern lassen. Microsoft arbeitet derweil an einer besonderen Tastatur.

Screenshot aus dem Nod-Werbeclip: Gestenerkennung per Ring
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Screenshot aus dem Nod-Werbeclip: Gestenerkennung per Ring


Beim berührungslosen Steuern elektronischer Geräte kommt es vor allem auf die korrekte Erkennung einzelner Gesten an. Diese Aufgabe will ein Start-up-Team aus ehemaligen Google- und Jawbone-Entwicklern nun gelöst haben, sein Hightech-Fingerring soll auch für den Privatgebrauch taugen. Der Ring namens Nod arbeitet mit Bluetooth und kann Cursorbewegungen am Rechner, aber auch elektronische Haushaltsgeräte steuern. Die offene Plattform ist mit den Betriebssystemen Windows, OS X, iOS, Android 4.4 und Linux kompatibel.

Optisch mutet der Nod ein wenig klobig an. Er besitzt ein kleines Touchpad und zwei Bedienknöpfe. Innerhalb einer Reichweite von zehn Metern sollen sich PC, Smartphones, Tablet-Rechner und entsprechend ausgestattete TV-Geräte mit Handgesten steuern lassen. Das Touchpad und die Knöpfe des Nods bieten zusätzliche Kontrolle und erlauben allerlei Aktionen, vom Heranzoomen auf Bildschirmen bis zur Temperatursteuerung im Haus.

Der wasserdichte Ring, der am Zeigefinger getragen wird, soll in vier verschiedenen Größen ausgeliefert werden. Sein Akku hält angeblich einen Tag durch, dann muss der Finger-Computer wieder an die Ladestation. Seit Dienstag kann das Gadget zum Stückpreis von 149 Dollar bestellt werden, die Auslieferung soll ab Herbst erfolgen.

Ganz neu ist Technik zur Gestenerkennung nicht, im Alltag zum Einsatz kommt sie zum Beispiel bei Microsofts Xbox-Steuerung Kinect. Außerdem wurde gerade erst bekannt, dass die Redmonder an einer schlauen Tastatur arbeiten, auf der nicht nur getippt werden kann. Die spezielle Tastatur soll es dem Anwender auch erlauben, mit Wischbewegungen über den Tasten bestimmte, vom Touchscreen her vertraute Aktionen durchzuführen.

Ob Nod sich im Massenmarkt durchsetzt, wird sich zeigen. Während ein "Techcrunch"-Autor ein positives Fazit zieht, urteilt die Tech-Seite "The Register" kühl, bislang hätte Hardware zur Gestenerkennung die Welt nicht gerade in Begeisterung versetzt. Der Bluetooth-Ring werde höchstwahrscheinlich nur ein weiterer Punkt auf der "Schön, aber nutzlos"-Liste für Hightech-Produkte werden.

meu



insgesamt 3 Beiträge
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cavete 30.04.2014
1. Zunachts nicht überzeugend
Es erscheint zweifel haft, ob sich der Geraet durchsetzen kann. Fuer den Anwendungsbereich wie er im Beitrag von den Entwicklern definirt wurde und für den Preis erscheint es doch recht fraglich, ob sich dafur Kunden begeistern lassen. Bei Abwägung der Vor- und Nachteile koennen sich Interessenten schon die Fräge stellen, welchen signifikanten Nutzen mit der Applikation verbunden sein soll - gegenuber herrkömmlicher Hart-Ware. Viel leicht gäbe es ja beispielsweise die Möglichkeit die erwünschten Operationen auf dem jeweiligen Bildschirm auch mit einer spezialisierten Sprachsteuerung zu bewerkstelligen. An Stelle des Ringes koennte man dann etwa ein bluetooth-fähiges Krawattenmikrofon anstecken.
HD Stich 01.05.2014
2. Mycestro
Gesten wurden schon vom Leap Motion Controller unterstützt und haben sich dort als wenig hilfreich erwiesen. Ein ähnliches Projekt ist der Mycestro (http://www.mycestro.com/), allerdings werden hier keine Gesten verwendet, sondern bei Aktivierung die relative Bewegung der Hand wird in entsprechend Mausbewegungen umgesetzt. Als Scroll-Rad wird eine berührungsempfindliche Fläche eingesetzt. Insgesamt ein deutlicher stimmigeres Konzept und wahrscheinlich auch tatsächlich praktisch einsetzbar.
olaf_olafson 01.05.2014
3. Stimmt, nix neues
Zitat von HD StichGesten wurden schon vom Leap Motion Controller unterstützt und haben sich dort als wenig hilfreich erwiesen. Ein ähnliches Projekt ist der Mycestro (http://www.mycestro.com/), allerdings werden hier keine Gesten verwendet, sondern bei Aktivierung die relative Bewegung der Hand wird in entsprechend Mausbewegungen umgesetzt. Als Scroll-Rad wird eine berührungsempfindliche Fläche eingesetzt. Insgesamt ein deutlicher stimmigeres Konzept und wahrscheinlich auch tatsächlich praktisch einsetzbar.
Habe selbst den Leap Motion Controller im Einsatz und leider wird er eher selten angestöpselt, weil er doch sehr viel Prozessor-Leistung fordert und mir bisher eher Spaß als Nutzen gebracht hat. So etwas muss so in die Hardware integriert werden, dass man es als Nutzer nicht als zusätzliche Belastung wahrnimmt. Grundsätzlich finde ich das Konzept viel besser als z.B. Kinect, da keine Kameras verwendet wird. Ein Ring wäre eine Möglichkeit, muss dann aber bessere Akku-Laufzeiten haben und noch viel kleiner/komfortabler sein. Gerüchteweise soll ja Apple an so einer Steuerung für Apple TV tüfteln. Aber mal sehen. Bisher komme ich ganz gut mit dem iPhone als Steuerung zurecht.
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