Samsung Galaxy A32 5G und Realme 8 Pro im Test Showdown in der 250-Euro-Klasse

Wie viel Smartphone bekommt man für rund 250 Euro? Wir haben zwei Modelle getestet, die abgesehen vom Preis kaum etwas gemein haben.
Samsungs Galaxy A32 G (l.) und das Realme 8 Pro

Samsungs Galaxy A32 G (l.) und das Realme 8 Pro

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Mit Preisen um und über 1000 Euro sind Topsmartphones wie Apples iPhones und Samsungs Galaxy-S-Serie vielen Verbrauchern zu teuer. Sie suchen eher nach Geräten, die 200 bis maximal 300 Euro kosten. Doch was bekommt man für den Preis eines Viertel-iPhones? Um das herauszufinden, habe ich beispielhaft zwei Modelle aus dieser Preisklasse getestet, Samsungs Galaxy A32 5G und das nagelneue Realme 8 Pro.

Samsung Galaxy A32 5G

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Mit dem A32 5G will Samsung ein bisschen vom Glamour seiner Topmodelle in die Smartphone-Mittelklasse bringen. Zumindest was die Größe angeht, klappt das auch, mit 6,5 Zoll liegt der Bildschirm genau zwischen dem Galaxy S21 und dem Galaxy S21+. Ein wichtiges Verkaufsargument ist für den Konzern auch die 5G-Fähigkeit, die sich auch im Namen widerspiegelt. Um 5G mit dem Galaxy A32 5G nutzen zu können, braucht man freilich einen Mobilfunkvertrag, der das unterstützt, und ein 5G-Netz, dort wo man ist. Beides ist in Deutschland leider längst keine Selbstverständlichkeit.

Für Fotos und Videos stecken vier Kameras im Rücken und eine im Display. Als Antrieb hat sich Samsung für einen Prozessor von Mediatek entschieden, die hauseigenen Exynos-Chips kommen, genau wie jene von Qualcomm, nur in teureren Modellen zum Einsatz. Der Speicher ist mit 64 beziehungsweise 128 Gigabyte (GB) nicht sonderlich üppig bestückt, kann aber erweitert werden. Den Arbeitsspeicher kann man mit 4 GB als für ein Android-Handy sparsam ausgestattet bezeichnen. Als Betriebssystem ist Android 11 installiert.

Realme 8 Pro

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Realme gehört zu den Newcomern, die versuchen, sich ihren Platz auf dem Weltmarkt und in Deutschland zu erkämpfen. Das Unternehmen bezeichnet sich als »am schnellsten wachsende Smartphonemarke«, hängt laut Counterpoint  mit einem weltweiten Marktanteil von derzeit vier Prozent aber noch weit hinter den Marktführern und ist bisher vor allem in Indien erfolgreich.

Sein Bildschirm ist mit 6,4 Zoll unwesentlich kleiner als der des A32, als Antrieb dient hier aber ein Chip aus Qualcomms Mittelklasse. Auf 5G muss man bei diesem Modell verzichten. Dafür bekommt man es immer mit 128 GB Speicherplatz, der per Speicherkarte erweiterbar ist. Im Standardmodell stecken 6 GB Arbeitsspeicher, gegen 20 Euro Aufpreis kann es mit 8 GB bekommen. Auch hier stecken vier Kameras im Rücken und eine fünfte im Bildschirm.

Die Bildschirme

Viele Samsung-Smartphones zeichnen sich durch ihre hochwertigen Amoled-Displays aus, nicht so das Galaxy A32 5G. Dass die Auflösung mit 1600 mal 720 Pixeln für einen Bildschirm dieser Größe nicht sonderlich hoch ist, lässt sich noch verschmerzen, nicht aber, dass das hier verwendete LC-Display so stark blickwinkelabhängig ist. Ab einem Betrachtungswinkel von rund 45 Grad ist kaum noch etwas zu erkennen (siehe Foto), und auch sonst wirkt der Bildschirm wenig brillant.

Dramatischer Unterschied: Aus schrägen Betrachtungswinkeln ist das Display des Galaxy A32 5G (r.) nicht mehr lesbar
Dramatischer Unterschied: Aus schrägen Betrachtungswinkeln ist das Display des Galaxy A32 5G (r.) nicht mehr lesbar

Dramatischer Unterschied: Aus schrägen Betrachtungswinkeln ist das Display des Galaxy A32 5G (r.) nicht mehr lesbar

Umso mehr freut man sich im Vergleich dazu über das Amoled-Display des Realme-Handys. Nicht nur weil dessen Auflösung von 2400 mal 1080 Pixeln viel besser zu einem Bildschirm dieser Größe passt, sondern vor allem weil es deutlich heller ist und viel kräftigere Kontraste liefert. So kann man es beispielsweise in praller Sonne besser ablesen als das A32 5G. Einzig die auf 60 Bilder pro Sekunde beschränkte Bildwiederholrate könnte man hier monieren. Manch andere Handys bieten mit 90 oder gar 120 Bildern pro Sekunde beispielsweise beim Scrollen eine angenehmere Bildwiedergabe. Aber die sind dann auch substanziell teurer. Für diese Preisklasse ist der Bildschirm spitze.

Die Kameras

Der Kameraaufbau des Galaxy A32 5G

Der Kameraaufbau des Galaxy A32 5G

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Das Galaxy A32 5G ist mit vier Kameras ausgerüstet, von denen eine nur zur Tiefenmessung dient, die man etwa braucht, um bei Porträtfotos den Hintergrund weichzuzeichnen. Praktisch nutzbar sind neben der Hauptkamera mit 48 Megapixeln eine Ultraweitwinkelkamera mit acht Megapixeln sowie ein Makroobjektiv mit fünf Megapixeln. Vor allem mit der Hauptkamera lassen sich bei gutem Licht ansprechende und farblich gut abgestimmte Aufnahmen machen. Wird es dunkler, lässt die Bildqualität eher zu wünschen übrig. Videos werden mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde in Full HD und 4K aufgezeichnet, auf schnelle Schwenks sollte man aber verzichten, da solche Aufnahmen leicht Schlieren ziehen.

Fotostrecke

Samsung Galaxy A32 5G – Testfotos

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Funfact: In der Hauptkamera des Realme 8 Pro steckt ein Fotosensor von Samsung – mit satten 108 Megapixeln. Um die auszunutzen, muss man allerdings einen speziellen Modus anwählen, was sich nur bei sehr guter Beleuchtung und sehr feinen Details im Motiv lohnt. Ansonsten reichen die normalen Fotomodi vollkommen aus, in denen die jeweils neun Sensorpixel zu einem Bildpixel zusammengefasst werden, um vor allem bei wenig Licht bessere Ergebnisse zu erzielen.

Das Kameraquartett des Realme 8 Pro

Das Kameraquartett des Realme 8 Pro

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Auch hier stecken zusätzlich eine Ultraweitwinkelkamera mit acht Megapixeln sowie eine Makrokamera mit mageren zwei Megapixeln im Gehäuse. Die vierte Linse dient auch hier zur Tiefenmessung. Videos nimmt das 8 Pro in 4K mit maximal 30 Bildern pro Sekunde, in Full HD mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf.

Die Qualität der Aufnahmen, die sich mit diesem Quartett realisieren lassen, ist erfreulich gut, wenngleich die Farben manchmal einen Tick zu kräftig ausfallen. Dafür hat das 8 Pro einige teils amüsante, teils nützliche Foto- und Videomodi. So wie etwa eine Tilt-Shift-Funktion für Fotos und Videos, die im Test allerdings nur bei Hochkantaufnahmen funktionierte.

Fotostrecke

Realme 8 Pro – Testfotos

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Die Leistung

Um es kurz zu machen: Mit aktuellen Topsmartphones wie dem iPhone 12, dem Galaxy S21 oder dem OnePlus 9 Pro können weder das Galaxy A32 5G noch das Realme 8 Pro mithalten. In Leistungsmessprogrammen kommen sie auf Werte, die etwa bei einem Drittel der Performance eines iPhone 12 liegen, wobei sich das Realme als etwas leistungsstärker erweist.

In der Praxis sind beide aber trotzdem für alle Alltagsaufgaben schnell genug, und Android fühlt sich bei ihnen nie langsam an. Auch die meisten Spiele machen da noch mit, vor allem wenn man Samsungs Game Launcher oder Realmes Gamespace verwendet, die mit kleinen Maßnahmen helfen, den Spielen möglichst viel Leistung bereitzustellen.

Die Akkulaufzeit ist bei beiden Geräten in Ordnung, beide schalteten sich nach zwölf Stunden Videowiedergabe bei größter Bildschirmhelligkeit mit leerem Akku ab. Dem Samsung liegt ein Schnellladenetzteil mit 15 Watt Leistung bei, im Karton des Realme liegt ein deutlich größerer Ladestecker mit 65 Watt Leistung, der den Akku in einer guten Dreiviertelstunde voll aufladen kann.

Fazit

Keine Frage, im direkten Vergleich gibt es einen klaren Sieger: das Realme 8 Pro. Der Newcomer liefert die besseren Fotos, hat das deutlich bessere Display, mehr Speicher und ein schnelleres Netzteil. Samsungs Mittelklasseangebot fällt vor allem wegen seines schlechten Bildschirms deutlich ab.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort