Neues Samsung Galaxy Fold Tester berichten von defekten Falt-Bildschirmen

Mehrere US-Journalisten berichten, die Bildschirme ihrer Testgeräte des Galaxy Fold seien schon nach wenigen Tagen kaputt. Kurz vor der Markteinführung droht Samsung ein PR-Desaster.

Tweet eines Testers, dessen Galaxy-Fold nach zwei Tagen unbrauchbar war.
twitter.com/markgurman

Tweet eines Testers, dessen Galaxy-Fold nach zwei Tagen unbrauchbar war.

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Schon kurz nachdem Samsung Testgeräte des Galaxy Fold an einige US-Journalisten ausgegeben hat, mehren sich Berichte über Defekte an den Bildschirmen des neuartigen Falt-Smartphones. Zu den Betroffenen gehören einflussreiche Medien wie das Techblog "The Verge", der TV-Sender CNBC und der Finanznachrichtendienst "Bloomberg".

Seit Mittwochabend erschienen auf Twitter immer mehr Meldungen von Testern, die von Problemen mit ihren Testgeräten berichteten - und immer ging es um den neuen faltbaren Bildschirm, auf den Samsungs Manager so stolz sind. Als wir das Gerät am Dienstagvormittag ein paar Stunden lang in London ausprobieren konnten, erklärte ein Produktmanager, man habe für das aus fünf Schichten aufgebaute Display eigens neue Materialien entwickelt.

Genau die scheinen nun Probleme zu machen. So berichtete "The Verge"-Tester Dieter Bohn am Mittwochabend, der Bildschirm seines Galaxy Fold sei bereits nach einem Tag kaputtgegangen. Das Display habe genau entlang der Falz eine Wölbung entwickelt, darunter scheine etwas gegen den Bildschirm zu drücken. Er vermutet, es könnte ein Teil des Scharniers sein, von dem die beiden Hälften des Geräts zusammengehalten werden.

Kurz darauf postete ein Tester des TV-Senders CNBC auf Twitter ein kurzes Video, das den ebenfalls nach einem Tag defekten Bildschirm seines Galaxy-Fold-Testgeräts zeigt. Deutlich ist darauf zu sehen, dass der linke Teil des Bildschirms stark flackert und der Teil in der Mitte komplett ausgefallen ist. Bis zum Donnerstagmorgen ist dieses Video 1,6 Millionen Mal abgerufen worden.

Einen weiteren Fall schildert Smartphone-Experte Mark Gurman von "Bloomberg". Er habe von seinem Testgerät eine Schutzfolie abgezogen, woraufhin der Bildschirm vollkommen unbrauchbar geworden sei. Gurmans Vorgehen ist verständlich. Häufig versehen Hersteller neue Smartphones mit Schutzfolien, die für den Transport gedacht sind. Einen Hinweis, dass man diesen Schutzfilm nicht abziehen dürfe, hat es offenbar nicht gegeben.

Aus diesen drei Fällen von drei unterschiedlichen Testern wird klar, dass es kein einheitliches Schadensbild gibt. Einige Tester hatten die Schutzfolie abgezogen, andere nicht, mal fielen Teile des Displays vollkommen aus, mal waren nur leichte Beschädigungen sichtbar. In allen Fällen jedenfalls ersetzte Samsung die defekten Geräte umgehend durch neue.

In einer Stellungnahme erklärte der koreanische Konzern, man werde die defekten Geräte "eingehend studieren, um den Grund für diesen Verhalten aufzuspüren." Zudem sei auf das Display eine Folie aufgebracht, die den Bildschirm vor Kratzern schützen solle. Diese Folie, die Teil des Bildschirms ist, sei von einigen Testern entfernt worden, wodurch ein Schaden entstehen könne. "Wir werden sicherstellen, dass diese Information unseren Kunden deutlich mitgeteilt wird."

Die Vorfälle erinnern an das Desaster um das Galaxy Note 7. Samsungs damaliges Top-Smartphone hatte 2016 für Aufregung gesorgt, nachdem sich bei etlichen Exemplaren die Akkus überhitzt und teilweise Feuer gefangen hatten. Das Problem war damals so massiv, dass Samsung das Gerät letztlich komplett vom Markt nehmen und dafür einen Milliardenverlust verbuchen musste.

Die Markteinführung des 2000 Euro teuren Galaxy Fold ist für Anfang Mai geplant.

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insgesamt 44 Beiträge
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schmidt-post 18.04.2019
1. Wieso Note 7?
Die Vorfälle erinnern natürlich kein bisschen an das Note 7. Das Fold ist noch im Test!
nk222 18.04.2019
2. nur weil etwas technisch geht...
heißt das noch lange nicht, dass man es auch bauen sollte. Das ist für mich die größte Pseudo-Innovation ever. Wer sollte so einen extrem hässlichen Klotz haben wollen?
schmucklos 18.04.2019
3. Wenn jetzt schon solche Probleme auftauchen, ...
...dann kann man wohl ein derart hochpreisiges Produkt direkt wieder aus dem Markt nehmen, noch bevor es auf selbigem überhaupt angeboten wurde. Wer würde denn vor dem Hintergrund solcher Pressemitteilungen trotzdem noch 2000 Euro für dieses Gerät auf den Tisch legen?
mkummer 18.04.2019
4. Das ist halt Strategie
raus mit dem Zeug - auf Teufel komm raus. Hauptsache, man ist Erster. Ich finde die Idee überhaupt eine Schnapsidee - denn der mechanische Stress an der Faltstelle wird kaum in den Griff zu bekommen sein. Auf keinen Fall wird das jahrelang halten. Soviel zum Thema "Nachhaltigkeit" und Elektroschrott.
1911 18.04.2019
5. Ein Rätsel
Das ist natürlich im Vorfeld nicht aufgefallen. Management sagt Produkt muss raus also ist es wie gewünscht zum Termin "fertig".
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