Galaxy Note 7 Samsung plant Wiederverkauf von Pannen-Smartphones

Das aus Flugzeugen verbannte Galaxy Note 7 kehrt zurück. Samsung will nicht nur Rohstoffe und Bauteile aus den zurückgerufenen Smartphones recyceln. Ein Teil der Geräte soll sogar wieder in den Verkauf kommen.
Samsung Galaxy Note 7

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Foto: Matthias Kremp

Mehrere Monate haben Samsungs Forscher gebraucht, um aufzuklären, weshalb es bei seinem Vorzeige-Smartphone Galaxy Note 7 gleich dutzendweise zu Akku-Bränden kam. Jetzt will der Konzern das Pannen-Smartphone wieder auf den Markt bringen. Insgesamt hatte der Konzern rund vier Millionen Exemplare des Note 7 ausgeliefert, bevor diese im Rahmen einer weltweiten Rückrufaktion von den Kunden zurückgeholt wurden.

Zumindest ein Teil dieser Geräte soll nun wieder auf den Markt gebracht werden, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns . Mit Zustimmung der jeweiligen Regulierungsbehörden und in Zusammenarbeit mit Mobilfunkanbietern könnten die Smartphones in einigen Regionen als runderneuerte oder Leihgeräte wieder angeboten werden. Um welche Länder es sich handelt und wann die Geräte ausgeliefert würden, werde man später bekanntgeben.

Umweltschützer hatten den ursprünglichen Plan kritisiert, die Millionen Mobiltelefone zu verschrotten. Der südkoreanische Konzern plant nun, die verbliebenen Geräte dem Recycling zuzuführen. Zum einen sollen noch nutzbare Komponenten, wie etwa die Kameramodule und Halbleiterbauteile von Spezialfirmen ausgebaut werden. Sie könnten der Mitteilung zufolge beispielsweise für den Bau von Testgeräten verwendet werden.

Aus den übrigen Komponenten sollen dann von ebenfalls darauf spezialisierten Unternehmen Edelmetalle wie Gold, Silber, Kupfer und Nickel herausgelöst werden. Mehrfach weist Samsung darauf hin, hier mit umweltfreundlich arbeitenden Firmen zusammenzuarbeiten.

Das Galaxy Note 7 war für Samsung ein im Smartphone-Markt beispielloses Fiasko. Nach Akku-Bränden wurden im vergangenen Herbst zunächst die bis dahin ausgelieferten Geräte ausgetauscht. Doch auch die vermeintlich sicheren Ersatzgeräte mussten wieder eingezogen werden, weil auch sie Feuer fingen. Wenig später wurde die Produktion wegen der Sicherheitsrisiken komplett eingestellt. In der Smartphone-Branche ist das ein bis heute einmaliger Vorfall.

Samsung führte die Brände nach einer monatelangen Untersuchung auf Design- und Produktionsfehler bei den Akkus zurück. Die Geräte selbst waren damit entgegen zwischenzeitlichen Zweifeln doch fehlerfrei - was nun einen Weg für ihre Rückkehr auf den Markt eröffnen könnte.

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Die von den Kunden zurückgerufenen Geräte mussten als Gefahrengut zum Konzern transportiert werden. Der Imageschaden war beträchtlich. So wurde in Flugzeugen monatelang darauf hingewiesen, dass Galaxy-Note-7-Smartphones nicht mitgeführt werden dürften. Die durch das Debakel entstandene Belastung für das operative Geschäft bezifferte Samsung auf umgerechnet rund fünf Milliarden Euro.

Die Ankündigung, die verbliebenen Note-7-Modelle nun wieder auf den Markt zu bringen, kommt zu einem überraschenden Zeitpunkt: Am Mittwoch will Samsung sein neues Flaggschiff-Modell Galaxy S8 vorstellen und kann eine Erinnerung an die Probleme mit dem Note 7 eigentlich schlecht gebrauchen.

mak/dpa