Galaxy S10 und Note 10 Update macht Fingerabdrucksensor sicherer

Samsungs aktuelle Vorzeige-Smartphones lassen sich per Fingerabdruck vor fremdem Zugriff schützen. Von manchen Schutzhüllen ließen sich die Geräte aber in die Irre führen. Jetzt reagiert der Konzern.

Samsung Galaxy S10: Peinliche Probleme mit dem Fingerabdrucksensor
AFP

Samsung Galaxy S10: Peinliche Probleme mit dem Fingerabdrucksensor


Samsung stellt dieser Tage ein Software-Update bereit, das Fehler bei der Fingerabdruckerkennung des Galaxy S10, des S10+ sowie des Galaxy Note 10 und Note 10+ beseitigen soll. Das teilte der Konzern am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters mit. Ihrem Bericht zufolge bittet das südkoreanische Unternehmen seine Kunden über die Service-App Samsung Members um Entschuldigung. In Südkorea ist das entsprechende Update "AndroidCentral" zufolge bereits verfügbar.

Am 13. Oktober hatte die Zeitung "The Sun" berichtet, einer britischen Handybesitzerin sei aufgefallen, dass sich ihr Galaxy-S10-Smartphone einfach von Dritten entsperren ließ, obwohl es eigentlich mit ihrem Fingerabdruck gesichert sein sollte.

Die Erklärung für dieses Verhalten des Telefons fand sich direkt im Artikel: Die Frau hatte ihr Handy vor dem Einrichten der Funktion in eine günstige, vor allem für den Displayschutz gedachte Hülle gesteckt. Offenbar hatte diese Hülle das Gerät beim Einspeichern des Fingerabdrucks durcheinander gebracht. Das Handy konnte anschließend zum Beispiel auch vom Ehemann der Frau entsperrt werden.

Samsung bestätigte einige Tage später, dass das Problem auftreten könne, wenn ein Smartphone dreidimensionale Muster auf bestimmten Silikon-Schutzhüllen als Fingerabdruck erkennt. Schon zu diesem Zeitpunkt war eine Software-Aktualisierung in Aussicht gestellt worden. "Samsung nimmt die Sicherheit von Produkten sehr ernst und wird die Sicherheit durch kontinuierliche Verbesserungen und Updates zur Verbesserung der biometrischen Authentifizierungsfunktionen erhöhen", teilte das Unternehmen Reuters zufolge nun über seine Service-App mit.

Jede Menge Spott im Netz

Auf die Probleme von Samsungs Vorzeigegeräten hatten in den vergangenen Tagen unter anderem die in China populären Bezahldienste Alipay und WeChat Pay reagiert. Auf einigen Galaxy-Geräten setzten sie Bezahlfunktionen, bei denen der Fingerabdruck zur Freigabe dient, vorläufig außer Kraft. Im Netz musste Samsung derweil jede Menge Spott einstecken. Das Unternehmen hatte sein auf Ultraschalltechnik basierendes Fingerabdruck-Erkennungssystem als besonders guten Schutzmechanismus inszeniert.

Wer sichergehen will, dass er ein Update für sein Gerät bekommt, kann Samsung zufolge im Menü eine Update-Benachrichtigung aktivieren. Von "Einstellungen" geht man dafür auf "Software-Update(s)" und von dort auf "Automatische Updates", wo man den Schieberegler nach rechts zieht. Wer sein Gerät aktiv nach Updates suchen lassen will, tippt die Schaltfläche "Updates manuell herunterladen" an.

Nutzer, die das Fingerabdruck-Problem betrifft, sollten alle bisher gespeicherten Abdrücke löschen und den Displayschutz entfernen, rät Samsung, und ihren Fingerabdruck nach Einspielen des Updates neu registrieren.

mbö/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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xpert666 24.10.2019
1. unpräzise Berichterstattung
was nicht erwähnt wird, ist, das nur dann fremde Finger erkannt werden, wenn der echte registriert wurde, nachdem die Folie aufgebraucht wurde. Es ist also nicht so, das grundsätzlich alle Handys mit einer Hülle ausgetrickst werden können. Ja der Fehler ist unrühmlich und hätte vermieden werden müssen, aber wer biometrische Daten zum Entsperren nutzt, sollte sich auch der Risiken bewusst sein. Das Ganze ist halt nicht gebaut, um ein Atomraketensilo zu schützen.
Hans-Dampf 25.10.2019
2.
Zitat von xpert666was nicht erwähnt wird, ist, das nur dann fremde Finger erkannt werden, wenn der echte registriert wurde, nachdem die Folie aufgebraucht wurde. Es ist also nicht so, das grundsätzlich alle Handys mit einer Hülle ausgetrickst werden können. Ja der Fehler ist unrühmlich und hätte vermieden werden müssen, aber wer biometrische Daten zum Entsperren nutzt, sollte sich auch der Risiken bewusst sein. Das Ganze ist halt nicht gebaut, um ein Atomraketensilo zu schützen.
Wenn die Authentifizierung mittels Biometrie tatsächlich so unsicher sein sollte, bräuchte sie keiner bzw. sensible Apps dürften eine Entsperrung/Freischaltung mittels Biometrie nicht zulassen.
til23 25.10.2019
3.
xpert666 wo rauf stützen sie es? Ich widerspreche ihnen hier. Es ist möglich mit manchen Folien den *richtig* ohne Folie angelernten Finger zu umgehen. Wenn sie es nicht glauben selber testen. youtu.be/e-uG8ZO28hU
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