Samsung Galaxy S21 FE 5G im Test Ein Smartphone nur für echte Fans

Die Fan-Edition von Samsungs Top-Smartphone soll viel Leistung für vergleichsweise wenig Geld bieten. Doch ausgerechnet der Preis ist ein Problem.
Das Testgerät beim Fotoshooting: Nett anzusehen, ohne besondere Merkmale

Das Testgerät beim Fotoshooting: Nett anzusehen, ohne besondere Merkmale

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Um das vorwegzuschicken: Das Galaxy S21 FE 5G bietet Samsung auch in optimistischeren Farben wie Weiß, Grün und Flieder an. Aber zum Test habe ich die schwarze Variante bekommen, natürlich. Offenbar ist die in Deutschland besonders beliebt. Samsung wiederum ist hierzulande auch die beliebteste Handymarke.

Und fürs Protokoll: Für den Rest dieses Artikels werde ich das »5G« in der Bezeichnung unterschlagen. Es hat halt ein 5G-Mobilfunkmodul, so wie fast alle neuen Smartphones. Das ist schön, aber längst keine Besonderheit mehr. Außerdem ist das Galaxy S21 FE das Zweite seiner Art. Im Jahr 2020 hatte Samsung sieben Monate nach der S20-Serie das S20 FE nachgelegt und damit offenbar einen Nerv getroffen.

Beim Galaxy S21 FE ist das Konzept ganz ähnlich wie bei seinem Vorgänger: Es übernimmt viele Features vom Galaxy S21, aber nicht alle, und wird deshalb günstiger angeboten. Mit einem Preis von 749 Euro kostet es 150 Euro weniger als ein vergleichbar ausgestattetes Galaxy S21. Zumindest theoretisch. Aber dazu später mehr.

Auf Android 12 muss man nicht warten

Der Bildschirm ist scharf und auch aus schrägen Blickwinkeln gut ablesbar

Der Bildschirm ist scharf und auch aus schrägen Blickwinkeln gut ablesbar

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Ein Highlight des Galaxy S21 FE ist der Bildschirm. Mit 6,4 Zoll ist er einen Hauch größer als der des Galaxy S21, hat mit 2340 × 1080 Pixeln fast dieselbe Auflösung und ist allemal hell genug für drinnen und draußen, jedenfalls im Winter. Die Farbwiedergabe wirkt vor allem im Modus »Natürlich« realistisch, und auch wenn man schräg darauf schaut, bleiben Helligkeit und Farben unverändert. Die Bildwiederholrate kann man wahlweise auf augenfreundliche 120 Hertz (Hz) oder auf akkuschonende 60 Hz einstellen. Eine Automatik, die das abhängig vom Bildinhalt regelt, gibt es nicht.

Kann auch ein unauffälliger Rücken entzücken?

Kann auch ein unauffälliger Rücken entzücken?

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Weniger aufregend als das sehr gute Display ist die Rückseite, die aus Kunststoff besteht. Gegenüber den im teureren S21+ und im S21 Ultra verwendeten Glasrückseiten hat das durchaus Vorteile: Es ist leichter, bricht nicht so leicht und kostet weniger. Fingerschmutz bleibt aber auch hier haften.

Die zwischen Display und Rücken eingebaute Technik erfüllt viele, aber nicht alle Wünsche. Schneller als der Snapdragon 888, den Samsung hier einbaut, ist derzeit kein anderer Chip für Android-Smartphones. Das sorgt im Alltag für blitzschnelle Reaktionen, kurze App-Ladezeiten und auf lange Sicht für Leistungsreserven, die künftige Android-Versionen brauchen könnten. Apropos Android: Das S21 FE gehört zu den wenigen Smartphones, die bereits mit dem neuen Android 12 ausgeliefert werden.

Ausreichend Speicherplatz wählen

Schwierig könnten für mich im Alltag die 128 GB Speicherplatz der Standardversion werden. Lieber würde ich die von Samsung verlangten 70 Euro Aufpreis für 256-GB-Modell in Kauf nehmen, das mehr Platz für Fotos, Filme und Videos bietet. Das würde sich auch lohnen, weil das S21 FE keinen Steckplatz für Speicherkarten hat.

Dass das Galaxy S21 FE 5G-Mobilfunk ermöglicht, hatte ich ja schon erwähnt. Aber nicht, dass es sich auch mit Wifi 6 versteht und einen sehr flinken Fingerabdrucksensor im Display hat. Trotz alldem geht es genügsam mit seinem Akku um. Während des Tests ist es immer mühelos über den Tag gekommen, hat es auch verziehen, wenn ich abends vergessen habe, es aufzuladen, und ging mit genug Restenergie in den nächsten Tag, bevor ich es auf meine kabellose Ladestation legen konnte. Per Kabel kann man es mit bis zu 25 Watt betanken, ein Ladegerät liegt jedoch nicht im Karton.

Knipsen kann es

Drei Kameras stecken dem Galaxy S21 FE im Rücken, genau wie beim S21 ohne »FE«, aber doch ganz anders

Drei Kameras stecken dem Galaxy S21 FE im Rücken, genau wie beim S21 ohne »FE«, aber doch ganz anders

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Das Kamera-Trio auf der Rückseite des Galaxy S21 FE wirkt, als wäre es direkt aus einem Galaxy S21 herausgeschnitten worden. Tatsächlich haben die Weitwinkel- und die Ultraweitwinkelkamera dieselbe Zwölf-Megapixel-Auflösung wie im S21, nur die Telekamera wird bei der Fan-Edition mit einem Acht-Megapixel-Sensor anstelle des 64-Megapixel-Sensors der älteren Modelle bestückt.

Solang man sich auf den optischen Dreifach-Zoom der Telekamera beschränkt, macht sich das kaum bemerkbar. In den darüber hinausgehenden digitalen Vergrößerungen bis zum 30-fachen lässt die Detailauflösung aber deutlich nach.

Fotostrecke

Samsung Galaxy S21 FE 5G – Testfotos

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So viele Samsung-Apps

Während Android 12 eine Freude ist, sind es die vielen Apps, die Samsung seinen Kundinnen und Kunden aufdrängen will, nicht. Fotos werden in Samsungs »Galerie« gespeichert, Termine in Samsungs Kalender, zum Surfen öffnet sich Samsungs Browser, Apps soll man aus dem Galaxy Store laden, Sprachkommandos Samsungs Bixby mitteilen. Da wird das S21 FE wirklich zum Fan-Fon für Menschen, die ganz in Samsungs Ökosystem aufgehen. Alle anderen müssen Samsungs Apps aus dem Weg räumen und durch Googles Originale oder durch Alternativen ersetzen.

Fazit

Ein Flaggschiff, so wie es Samsung bezeichnet, ist das Galaxy S21 FE sicher nicht. Dafür steckt zu viel Mittelklasse zwischen seinen Oberklasse-Teilstücken. Der Bildschirm ist toll, der Prozessor auch und die Kameras gut genug. Aber um die S21-Reihe nach unten abzurunden, ist der Preis einfach zu hoch. Ein Galaxy S21 5G wird online bereits ab 649 Euro angeboten, also für 100 Euro weniger als die neue Fan-Edition. Eine günstige Alternative mit mindestens ebenso guten Kamera- und Leistungsdaten ist Googles Pixel 6 .

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort