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03. März 2015, 16:22 Uhr

Samsung-Neuheiten Galaxy S6 und S6 Edge

Einen blassen Schimmer

Aus Barcelona berichtet

Samsungs neue Smartphones S6 und S6 Edge sind die Highlights der Handymesse MWC in Barcelona. Ein erster Eindruck.

Technisch sind das Galaxy S6 und das Galaxy S6 Edge nahezu identisch: Beide haben einen 5,1 Zoll großen, hochauflösenden Bildschirm mit 2560 x 1440 Pixeln und werden von einem 2,1 GHz-Octacore-Prozessor angetrieben. Auch die Ausstattung zum Fotografieren ist identisch: Die rückwärtige Kamera schießt Fotos mit 16-Megapixel-Auflösung, die vordere mit 5 Megapixeln.

Beim Design trennen die Geräte dagegen Welten. Das Galaxy S6 Edge ist mit seinem zu beiden Seiten gebogenem Bildschirm ein Hingucker. In Kombination mit den aufwendigen neuen Lackierungen sieht das vollkommen ungewohnt aus. Bildschirm und Gehäuse gehen eine ungewohnt innige Verbindung ein, der Übergang ist kaum sichtbar. Auch in der Hand fühlt es sich angenehm an.

Eigentlich würden sogar schon die neuen Lackierungen reichen, um das Gerät aus der Masse hervorzuheben. Samsung verwendet für das Edge S6 Lacke, die je nach Lichteinfall Farbe und Intensität ändern. Die Oberfläche scheint zu schimmern und das Licht zu genießen. Ein dunkler Farbton wirkt mal schwarz, mal dunkelblau, manchmal Lila.

In Kombination mit dem abgerundeten Display lassen die Farben das Smartphone edel wirken. Ein Nachteil der Hochglanz-Optik ist aber, dass sie Fingerschmutz regelrecht anzuziehen scheint.

Rasante Kamera

Bei Ausprobieren der Technik fallen vor allem zwei Dinge auf: Erstens der Bildschirm, der sehr hell sein kann. Wegen der hohen Auflösung zeigt er auch feine Details an. Farben stellt er kräftig, aber nicht übertrieben dar.

Die zweite Auffälligkeit sind die Kameras. Ein Doppelklick auf die Home-Taste lässt die Kamera-App quasi augenblicklich starten, zwischen dem Fokussieren auf ein Motiv und dem Auslösevorgang scheint es kaum eine spürbare Verzögerung zu geben. Unsere wenigen Test-Schnappschüsse auf dem Messegelände machten einen sehr guten Eindruck, reichen aber nicht für eine abschließende Bewertung.

Ebenso wenig lässt sich bislang einschätzen, wie gut die Schnelladefunktion und die drahtlose Ladefunktion des Handys wirklich funktionieren. Samsung verspricht, der Akku könne in weniger als anderthalb Stunden voll aufgeladen werden.

Einen überschaubaren Zusatznutzen bringt der abgerundete Bildschirm des S6 Edge - das zumindest ist der Eindruck nach einer Stunde rumprobieren. So kann man Farben definieren, in denen der Bildschirmrand bei eingehenden Anrufen aufleuchtet oder immer dann, wenn das Gerät stummgeschaltet und auf das Display gelegt wird. Bei normalem Tageslicht sind die dünnen Lichtstreifen aber kaum zu sehen.

Ebenso kann der Rand verwendet werden, um Informationen anzuzeigen, ähnlich wie beim Galaxy Note Edge. Wie nützlich das im Alltag ist, kann nur ein ausgiebiger Test zeigen.

Teurer als ein iPhone

Das zweite neue Modell, das S6 ohne Namenszusatz, sieht gegen das S6 Edge fast unspektakulär aus. Die aufwendigen Lackierungen fallen allerdings auch hier auf, neben Samsungs Abkehr von seiner Vorliebe für Plastikgehäuse.

Das S6 ist komplett aus Metall und Glas gebaut und kann mit seinen angerundeten Ecken nicht verleugnen, dass sein Design von Apples iPhone 6 zumindest inspiriert wurde. Die Optik gibt ihm einen teuren Look. Dieselbe Anziehungskraft wie die Edge-Variante hat das Gerät aber nicht.

Letztlich dürften sich wohl trotzdem viele Käufer für das normale S6 entscheiden, denn es ist nicht so teuer wie das S6 Edge. Mit 32 GB Speicher soll es 699 Euro kosten, mit 64 und 128 GB hundert beziehungsweise zweihundert Euro mehr. Damit ist das Gerät ähnlich teuer wie Apples iPhone 6 Plus. Die Edge-Varianten kosten jeweils 150 Euro mehr als das normale S6.

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