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Q90R im Test: Ein Samsung-Fernseher mit Apple TV

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Q90R im Test Das kann Samsungs Apple-Fernseher

Samsung-Fernseher, die sich ein wenig so anfühlen, als wären sie von Apple? So etwas gibt es jetzt. Ob die ungewöhnliche Kombination Sinn ergibt, haben wir mit dem neuen Q90R ausprobiert.

Anfang des Jahres haben viele TV-Hersteller angekündigt, Apples iTunes-Software in ihre Geräte zu integrieren, allen voran Samsung. Jetzt kommen langsam die ersten Fernseher in den Handel, die das Versprechen einlösen, dass man auf ihnen Serien und Filme aus Apples Angeboten ansehen kann. Die TV-Box Apple TV, die in der aktuellen 4K-Version mindestens 200 Euro kostet, braucht man dafür nicht mehr. Stattdessen installiert man auf dem Smart TV einfach eine App.

Zum Test habe ich mir von Samsung den neuen QLED-Fernseher Q90R zur Verfügung stellen lassen, der neben der Apple-Integration noch einiges mehr zu bieten hat. Das kann man allerdings auch erwarten, denn schon die kleinste Version des Fernsehers - das von mir getestete 55-Zoll-Modell - steht bei Samsung mit 2900 Euro in der Preisliste. Preisvergleichsportale spucken freilich schon Angebote aus, die fast 1000 Euro günstiger sind - was aber immer noch viel Geld ist.

Die Bildqualität ist allerdings auch herausragend. Daran hat die Entspiegelung einen spürbaren Anteil. Bisher hatten TV-Hersteller die spiegelnden Oberflächen der Bildschirme mit dem Argument gerechtfertigt, dass nur so die brillante und kontrastreiche Darstellung möglich sei, die man sich als Anwender wünscht. Der Nachteil: jeder Lichtschein, jede Lampe, jede Kerze und natürlich auch die Sonne, die durchs Fenster scheint, wird wie von einem Spiegel reflektiert. Nicht so beim Q90R, dessen Oberfläche bei der Herstellung so behandelt worden ist, dass er auf einfallendes Licht kaum zu reagieren scheint.

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Q90R im Test: Ein Samsung-Fernseher mit Apple TV

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Das Ergebnis ist schlichtweg beeindruckend. Es erinnert mich an professionelle entspiegelte Computerbildschirme aus der Zeit vor den Flachbildschirmen - nur dass die Bildqualität hier viel besser ist. Der direkte Vergleich mit meinem wenige Jahre alten LCD-Fernseher lässt meine private Glotze, die ich eben noch als High End empfand, alt aussehen: Farben werden vom Q90R kräftiger und doch natürlicher wiedergegeben, der Kontrastbereich ist riesig. Speist man ihn mit entsprechenden Filmen in 4K-Auflösung und HDR-Bild, etwa von Amazon und Netflix, kann er seine Fähigkeiten voll ausspielen.

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07.02.2023 23.41 Uhr

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Das ist genau das Umfeld, das sich Apple für seine TV-Angebote wünscht. Der Verkauf und Verleih von Filmen und Serien über iTunes gehört mittlerweile zu den vielen Beibooten, mit denen der Konzern neben der Hardware Geld verdient. Indem er es Firmen wie Samsung jetzt ermöglicht, seine iTunes-Software auf ihren Geräten zu installieren, erweitert der Konzern auf sehr einfache Weise seine potenzielle Kundschaft. Schließlich brauchte man bisher die Zusatzbox Apple TV, um per iPhone oder iPad gekaufte oder geliehene Filme am Fernseher sehen zu können.

Beim Q90R übernimmt dagegen eine App die Funktion des Apple TV. Ist die gestartet und man hat sich mit seinem Apple-Account eingeloggt, zeigt sie auf dem Samsung-Fernseher fast exakt dieselbe Nutzeroberfläche wie ein Apple TV. Über Samsungs sehr einfache Fernbedienung lässt sich das gut steuern: Alles sieht so aus und funktioniert so wie auf Apples TV-Box.

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Hochauflösende Videos und Sprachsteuerung: Apple TV 4K im Test

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Man kann also bereits erworbene Filme und Serien ansehen oder neue kaufen und ausleihen. Außerdem kann man seine privaten Fotos und Videos ansehen, sofern man sie in Apples iCloud gespeichert hat. Oder man spielt sie einfach per AirPlay 2 von einem Apple-Gerät aus auf dem Fernseher ab. Ein Kabel braucht man dafür nicht.

Einen substanziellen Unterschied gibt es dann aber doch: Im Gegensatz zu einem Apple TV kann man keine Apps aus Apples App Store in der Apple-TV-App installieren. Ist ja irgendwie auch logisch. Stattdessen installiert man beispielsweise Netflix und Amazon Prime Video direkt auf dem Fernseher. Die wichtigsten TV-Apps bekommt man so zusammen, mehr aber auch nicht. Wer es beispielsweise auf Spiele-Apps abgesehen hat oder Dinge wie Airbnb und Kayak auf dem TV nutzen will, geht leer aus.

Dafür bekommt man noch ein paar weitere Smart-Home-Extras. Denn Samsung arbeitet nicht nur mit Apple zusammen, sondern auch mit Amazon und Google. Hat man also etwa einen Google Home oder einen Amazon Echo Dot im Haus, kann man zumindest die Grundfunktionen des Q90R via Google Assistant oder Amazon Alexa per Sprache steuern.

Fazit

So ungefähr würde man sich einen Apple-Fernseher vorstellen, wenn es denn einen gäbe: Das Design ist elegant, die Bildqualität hervorragend, der Zugang zu Apples Bezahlangeboten ebenso einfach wie die Bedienung des Geräts. Leider gilt die Analogie auch für den Preis. In Samsungs Preisliste steht das von mir getestete 55-Zoll-Modell mit 2899 Euro. Im Handel bekommt man es allerdings deutlich unter dieser Marke.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

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