Galaxy Book S Samsung neues Notebook hat ein Handy-Herz

Es ist leichter und schlanker als die Konkurrenz, kommt mit wenigen Anschlüssen und einem ungewöhnlichen Prozessor daher: Beim neuen Samsung-Notebook ist vieles anders, als man es gewöhnt ist.

Matthias Kremp/SPIEGEL ONLINE

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Neben den neuen Smartphones der Galaxy-Note-10-Serie hat Samsung am Mittwochabend auch ein Notebook vorgestellt, das Galaxy Book. Bei einer Präsentation für Journalisten wurde schnell klar, dass Samsung mit diesem Gerät Kunden gewinnen will, die sich sonst für ein MacBook Air von Apple oder ein Surface Book von Microsoft entscheiden würden. Das Galaxy Books S nämlich sei mit 11,8 Millimetern dünner und mit 0,95 Kilogramm leichter als die Notebooks der beiden großen Konkurrenten. Nur der Bildschirm ist ähnlich groß, hat eine Diagonale von 13,3 Zoll.

Der wichtigere Unterschied zu den Mobilcomputern der meisten anderen Hersteller aber ist der Prozessor, den Samsung verwendet. Denn der stammt nicht von Intel oder AMD, sondern von Qualcomm. Dieser Hersteller ist im PC-Markt bisher weitgehend unbekannt, doch in vielen Smartphones stecken Chips dieses Unternehmens.

Deshalb wundert es auch nicht, dass der Snapdragon 8cx genannte Prozessor im Galaxy Book S mit einem integrierten LTE-Modem bestückt ist. Mit einer Sim-Karte im entsprechenden Steckplatz des Notebooks ist man daher auch ohne WLAN immer online - solange man Mobilfunkempfang hat.

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Galaxy Book S: Samsungs LTE-Notebook

Von dem neuen Chip verspricht sich Samsung allerdings auch andere Vorteile. Vor allem soll dessen Energiebedarf sehr gering sein. Das soll dem Book S nicht nur zu einer Akkulaufzeit von bis zu 24 Stunden, bei maßvoller Nutzung, verhelfen, sondern die schlanke Bauweise erst ermöglichen. Weil der Chip so effizient arbeite produziere er weniger Wärme als vergleichbare Prozessoren, weshalb man auf einen Lüfter verzichten konnte.

Schneller als das anonyme Notebook

Die Leistung soll trotzdem höher als die einer vergleichbaren Intel-CPU sein. Zur Demonstration zeigte Samsung einen Film, in dem gezeigt wurde, wie ein Foto auf zwei Laptops gleichzeitig in Photoshop geöffnet und mit einem Filtereffekt bearbeitet wurde. Der Samsung-Rechner war dabei einen Hauch schneller als das Vergleichs-Notebook.

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Samsung Galaxy Note 10: Mit Zauberstift und Vierfach-Kamera

Zu dem wurde freilich nur erklärt, dass es mit einem Intel-Core -i5-Chip der achten Generation bestückt gewesen sein. Welcher genau das war, wurde nicht erläutert. Ebenso wenig, weshalb man zum Vergleich nicht einen Rechner mit einem aktuellen Intel-Chip der neunten Generation herangezogen hat, schließlich hat der US-Konzern gerade die zehnte Generation vorgestellt.

Kommt - irgendwann

Etwas sparsam ist die übrige Ausstattung des Galaxy Book S. Der Arbeitsspeicher ist mit 8 Gigabyte (GB) enger als im neuen Galaxy Note 10+, das mit 12 GB kommt. Ebenso bietet die SSD des Rechners mit 256 GB wenig Raum für eigene Fotos, Musik und Videos. Gut, dass immerhin ein microSD-Steckplatz für Speicherkarten eingebaut ist. Für externe Geräte und das Netzteil stecken zwei USB-C-Buchsen in den Seiten des Laptops. Als Betriebssystem liefert Samsung Windows 10 Home mit.

Beim Design hat man die Wahl zwischen den Farben Earthy Gold und Mercury Grey, den Listenpreis gibt Samsung mit 1099 Euro an. Einen konkreten Termin für den Verkaufsstart in Deutschland blieb Samsung allerdings schuldig. Mitarbeiter ließen sich bestenfalls zu der großen Spekulation bewegen, dass es im September oder Oktober soweit sein könnte.



insgesamt 6 Beiträge
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quark2@mailinator.com 08.08.2019
1.
Ein ARM-Prozessor für Windows ... OK. Aber normale Windowsprogramme sind für Intel x86 kodiert. Man kann das natürlich simulieren und wenn der Prozessor dafür optimiert ist, kann diese Simulation auch besser sein, als gar nichts. Aber wie kann man einen Artikel über dieses Gerät veröffentlichen, ohne diese Aspekt zu besprechen ? Ja, man kann natürlich ein paar Stücke Software auch "native" für den ARM kaufen. Ich vermute mal, daß ein Firefox und ein Office360 dazugehören. Und es gibt natürlich eine Menge Menschen, denen das schon reicht ... Dennoch fehlt mir hier die Info zur Ausführung normaler Wintel-Software. Der Vollständigkeit halber: Wer ein 900g-Gerät sucht, könnte auch bei Fujitsu Lifebooks fündig werden. Die haben eine Menge aktueller Schnittstellen, wahrscheinlich eine bessere Tastatur und sogar noch Maustasten (ja, ich stehe dazu).
kborchers 08.08.2019
2. Ganz nett, aber...
...mir persönlich gefällt dieses 16:9 Format bei Laptops nicht. Zuhause habe ich ein Huawei Matebook X Pro (8 GB RAM, 512 GB SSD, Intel i7 Prozessor, 13,9 Zoll im 3:2 Format, Touchscreen mit einer Screen-to-Body-Ratio von 91%, Fingerprintsensor im Powerschalter etc.) und bin richtig begeistert. Kann mir nicht vorstellen, dass das Samsung mit dem Galaxy Book an dieses Gerät rankommt (auch wenn es weniger wiegt und an manchen Stellen dünner ist und evtl. weniger kostet). Meiner Meinung nach ist das Matebook X Pro sogar etwas besser als das MacBook Air oder Surface Book. Daher wundert es mich, dass es in diesem Bericht gar nicht erwähnt wird...
GoaSkin 08.08.2019
3. Apple-Nutzer kaufen Apple-Produkte vor allem wegen macOS
Ein Hersteller kann seine Geräte vom Design noch so sehr an die Apple-Zielgruppe richten - es bleiben PCs mit Windows oder Smartphones mit Android, wodurch das Hauptkriterium, warum sich jemand ein Apple-Gerät kauft, niemals erfüllt wird.
unpolit 08.08.2019
4. potentielles Problem:
Bei Änderungen im Betriebssystem von M$ könnten Dinge, welche jetzt in der Hardware verdrahtet wurden, nicht mehr greifen. Und darauf hat Samsung halt keinen Einfluss. Damit besteht zumindest ein Risiko, dass man in ein schönes und leichtes Stück Elektroschrott investiert. Vielleicht hätten Sie ein Linux hernehmen sollen. Und mit einem namhaften Distributor eine angepasste Version entwickeln. Das sowas geht wird wohl Huawei zeigen, nachdem die von Android verstoßen wurden.
wauz 12.08.2019
5. Das schreit nach Linux!
Es gibt den Linux-Kernel für ARM. Damit kann man jedes Linux-getriebne OS installieren. wer sich auf die Software beschränkt, die er wirklich braucht, bekommt ein sehr schlankes System, das auf dieser Hardware viel leistet. Eine echte Tacshen-Artillerie! Es steht nur zu hoffen, dass man die Hardware auch nackich kaufen kann, ohne m$-Tribut.
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