Wasserdichte Smartphones Australische Aufsichtsbehörde verklagt Samsung wegen irreführender Werbung

Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC wirft Samsung vor, Konsumenten mit seiner Werbung zu täuschen: Auf Reklamefotos werden die Telefone im Meer und beim Tauchen im Pool genutzt.

Samsung-Werbung für ein wasserdichtes Smartphone
Samsung

Samsung-Werbung für ein wasserdichtes Smartphone


Mit dem Smartphone in den Pool oder sogar ins Meer gehen? Entsprechende Werbeanzeigen könnten für den südkoreanischen Handyhersteller Samsung teuer werden. Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC hat die dortige Samsung-Tochter verklagt, weil die Werbung ihrer Ansicht nach die Konsumenten in die Irre führt.

Die Auswirkungen von gechlortem Pool- oder salzigem Meerwasser auf die Smartphones seien nicht ausreichend getestet worden, heißt es in der Klage (PDF). Samsung impliziere mit der Werbung, dass die Galaxy-Handys für den Gebrauch in jeder Art von Wasser geeignet seien, erläuterte der ACCC-Vorsitzende Rod Sims am Donnerstag. "Das ist aber nicht der Fall." Samsung drohen nun Bußgelder von mehreren Millionen Dollar. Der Smartphone-Hersteller wies die Vorwürfe zurück.

Es ist die erste Klage einer großen Aufsichtsbehörde in diesem Zusammenhang. Im Fokus stehen mehr als 300 Werbeanzeigen, die nach Ansicht der australischen Behörde gegen Wettbewerbsgesetze verstoßen. Sie zeigen, wie Galaxy-Handys etwa auf dem Boden eines Schwimmbeckens oder im Meer benutzt werden. Samsung habe sich damit einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft, argumentieren die Kläger. Mehrere Handys seien beim Einsatz im Wasser beschädigt worden und Samsung habe entsprechende Gewährleistungsansprüche abgelehnt.

Strafen bis zu zehn Millionen australische Dollar

Samsung betont dagegen, australisches Recht eingehalten zu haben und allen Gewährleistungsverpflichtungen nachgekommen zu sein. Jeder seit September 2018 begangene Verstoß könnte eine Strafe von bis zu zehn Millionen australischen Dollar (6,2 Millionen Euro) nach sich ziehen. Früher begangene Verstöße können mit bis zu 1,1 Millionen australischen Dollar geahndet werden.

Samsungs Angaben zur Wasserbeständigkeit standen bereits 2016 in der Kritik. Einem US-Verbrauchermagazin zufolge patzte das so beworbene Galaxy S7 bei Tauch-Tests. Samsung führte das damals auf einen Fehler in der Produktion zurück, der nur eine kleine Zahl von Geräten betroffen habe und schnell behoben worden sei. Im Internet berichteten Kunden allerdings weiterhin von Problemen. Rivale Sony hatte 2017 eine US-Sammelklage wegen ähnlicher Ansprüche bei Xperia-Smartphones beigelegt und bei Ausfällen Rückerstattungen zugesagt.

juh/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
denk1mal 05.07.2019
1. Doppeltes Problem mit Quatschreklame.
Wasserfest könnte man ein Handy ja gerade noch hinbekommen. Das Bild suggeriert aber auch noch man könnte unter Wasser surfen. Funkempfang, im Frequenzbereich den Handy's verwenden, geht aber physikalisch nicht unter Wasser. Nach weigen cm ist Schluß. Was mache ich also mit einen Handy, wenn ich weder telefonieren noch Internet noch Bluetooth noch WLan noch GPS nutzen kann. Warum sollte ich das eigentlich immer unter Wasser tun? Wie lange kann der denn die Luft anhalten? Naja, maximale Abhörsicherheit, wie beim Ausschalten.
zausi 05.07.2019
2. Werbung sollte....
Auf jeden Fall zu prüfen sein. Und durch Werbung sendente/Druckende Unternehmen geprüft werden, anstatt nur Dollar Zeichen in den Augen zu haben. Denn es wird viel beworben und anderes was einer arglistigen Täuschung gleich kommt. Da werden Drohnen, Uhren, Militär Taschenlampen usw. beworben die in Wahrheit reiner Schrott sind. Meiner Meinung nach sollten auch Werbung zeigende auch eine Teilhaftung erhalten, damit Betrugs-Werbung(Artikel sonstiges) Verschwinden. Auch im Versicherungswesen wird viel Beworben was in der Realität vergebens ist ohne Anwalt und Kosten....
jwagner 05.07.2019
3.
Zitat von denk1malWasserfest könnte man ein Handy ja gerade noch hinbekommen. Das Bild suggeriert aber auch noch man könnte unter Wasser surfen. Funkempfang, im Frequenzbereich den Handy's verwenden, geht aber physikalisch nicht unter Wasser. Nach weigen cm ist Schluß. Was mache ich also mit einen Handy, wenn ich weder telefonieren noch Internet noch Bluetooth noch WLan noch GPS nutzen kann. Warum sollte ich das eigentlich immer unter Wasser tun? Wie lange kann der denn die Luft anhalten? Naja, maximale Abhörsicherheit, wie beim Ausschalten.
Vielleicht schwimmt oben eine Boje mit Aussenantenne (duennes Verbindungskabel auf dem Photo nicht sichtbar) oder er schaut ein zuvor heruntergeladenes Video? Egal, ohne Atemluft waere das Vergnuegen sehr kurz. Als Unterwasseranwendung faellt mir nur Photographieren / Selfiemachen ein. Dafuer muss die Kamera aber mit den Brechnungsindex von Wasser klarkommen.
swnf 05.07.2019
4. Unterwasser-Kamera
Zitat von jwagnerVielleicht schwimmt oben eine Boje mit Aussenantenne (duennes Verbindungskabel auf dem Photo nicht sichtbar) oder er schaut ein zuvor heruntergeladenes Video? Egal, ohne Atemluft waere das Vergnuegen sehr kurz. Als Unterwasseranwendung faellt mir nur Photographieren / Selfiemachen ein. Dafuer muss die Kamera aber mit den Brechnungsindex von Wasser klarkommen.
Das habe ich mich schon ein paarmal gefragt, aber noch nie ausprobiert, da die Wasserdichtigkeit für mich bisher nur ein Schutz vor unbeabsichtigtem Nass machen war. Weiß einer ob das gut funktioniert? Linse ins Wasser tauchen und abdrücken? Muss ich irgendwann vielleicht doch mal testen...
JamesBond006 05.07.2019
5. Geht super
und es ist nicht unbedingt Irreführung. Habe das Note 8. Natürlich kann man Unterwasser keine Funktionen bedienen wie auch bei einer Smartwatch aber ein Video Unterwasser ist möglich und das nicht nur 1x. Ich tippe das auf dem Telefon mit dem ich auch schon des öfteren Unterwasservideos zum Spass gemacht habe. Man drückt vorher auf Aufnahme und dann hält man das Telefon unter Wasser. Habe ich im Schwimmbad mit Chlor und im Meer benutzt. Wenn es im Salzwasser war spüle ich das aber direkt mit Süsswasser ab. Und wie gesagt wie man sieht funktioniert das Phone nach ca. 2 Jahren immer noch. Ab und zu erscheint die Meldung "Feuchtigkeit im USB Anschluss" und man kann es dann für eine Weile nicht ans Ladegerät stecken, aber das stört mich nicht weiter.
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