Sprechende Puppen, smarte Kuscheltiere Netzagentur warnt vor vernetztem Spielzeug

Puppen, Kinderuhren und andere Spielzeuge sind oft mit dem Internet verbunden - eine Gefahr für die Privatsphäre. Die Bundesnetzagentur schlägt Alarm.
Ein Stofftier mit Überwachungskamera in der Nase

Ein Stofftier mit Überwachungskamera in der Nase

Foto: Henning Kaiser/ dpa

Die Bundesnetzagentur warnt in der Weihnachtszeit vor intelligentem Spielzeug wie sprechenden Puppen und vernetzten Kuscheltieren. Spielzeug, das funkfähig und für heimliche Bild- oder Tonaufnahme geeignet ist, könne zum Spionagegerät werden, erklärte Behördenchef Jochen Homann. Dritte könnten Gespräche des Kindes mithören oder es heimlich beobachten, wenn die Geräte schlecht abgesichert seien. Gegenstände, die ein Ausspähen ermöglichen, seien in Deutschland verboten.

Auch manche Kinderuhren sind laut der Netzagentur verboten: Diese Uhren verfügen über eine SIM-Karte und eine eingeschränkte Telefoniefunktion, die über eine App eingerichtet und gesteuert werden kann - und über eine Abhörfunktion, wie die Behörde warnt. Man könne sich deshalb, unbemerkt vom Träger und dessen Gesprächspartnern, per Smartphone mit den Geräten verbinden und Gespräche belauschen.

Die Behörde sieht vernetzte Alltagsgegenstände generell kritisch, die die Privatsphäre verletzen können - darunter Staubsaugerroboter mit Kamera oder sogenannte smarte Lautsprecher. Verbraucher sollten beim Kauf darauf achten, ob das Produkt eine funkfähige Kamera oder ein funkfähiges Mikrofon hat und ob Bild- oder Audiodateien kabellos an den Hersteller übertragen werden können. Grundsätzlich seien Geräte verboten, die Dritten einen unbemerkten Zugriff von außen ermöglichen würden.

Ernsthafte Warnungen

Die Netzagentur ist in den vergangenen Jahren schon öfter gegen vernetztes Spielzeug aktiv geworden. Anfang 2017 etwa ließ sie die vernetzte Kinderpuppe "My Friend Cayla" vom Markt nehmen. Man sei gegen "unerlaubte funkfähige Sendeanlagen in Kinderspielzeug" vorgegangen, hieß es. Eltern wurde damals der Rat gegeben, bereits gekaufte Exemplare der Puppe zu zerstören. Wenig später warnte die Bundesnetzagentur mit einer Ausstellung vor Billig-Gadgets.

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Ausstellung: Vor solchen Gagdets warnt die Netzagentur

Foto: Henning Kaiser/ dpa

Bald darauf schloss sich auch die Stiftung Warentest der Kritik an internetfähigen Spielwaren an. Drei von sieben geprüften Spielzeugen stuften die Tester als sehr kritisch und alle anderen als kritisch ein.

Drei der getesteten Spielzeuge benötigten etwa für eine Bluetooth-Verbindung weder ein Passwort noch einen PIN-Code. Jeder Smartphone-Besitzer könne sich daher mit den Spielwaren verbinden, "um das Kind abzuhören, es auszufragen oder zu bedrohen", warnten die Tester.

Es sei ratsam, die Funkverbindung abzusichern, teilte der Digitalverband Bitkom mit. Um die Verbindung zu manipulieren, müssten sich Kriminelle allerdings technisch auskennen und zugleich genau wissen, wer ein Spielzeug wo nutzt. "Hersteller müssen dafür Sorge tragen, dass ihre Produkte so sicher wie möglich sind, gerade auch bei Kinderspielzeugen", betonte der Verband.

mak/dpa
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