Digital-Diät im Urlaub Runterfahren, aber richtig

In den Ferien endlich mal aufs Smartphone verzichten und weniger auf den Rechner starren? Gute Idee. Ein Psychotherapeut gibt fünf Tipps, wie Sie nach der Rückkehr einen Jo-Jo-Effekt vermeiden.

Sie wollen die Ferien dieses Jahr für digital detox nutzen, weil Sie das Smartphone im Alltag stresst? Oder halten Sie sich selbst für immun und wollen nur deshalb keine Smartgeräte mitnehmen, weil Ihre Kinder außer an den Daumen kaum noch Bewegung haben? Super. Ein internetfreier Urlaub kann eine positive Erfahrung sein.

Nur ist es leider so, dass sie nach einer radikalen Abstinenz wahrscheinlich sofort wieder zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehren werden, ähnlich wie beim Jo-Jo-Effekt einer Blitz-Diät. Nutzen Sie die Urlaubszeit deshalb lieber, um ein bisschen mit Ihrem Verhältnis zu Technik herumzuexperimentieren.

Jeder Nutzer ist anders: Die Selbstanalyse

Wichtig ist, dass Sie etwaige Probleme erkennen und individuelle Lösungen finden, die zu Ihrer Situation passen. Jeder Mensch nutzt das Internet anders und hat andere Schwächen, die den Umgang mit der Technik stressig werden lassen. Es hat keinen Sinn, wenn Sie sich strikte Regeln für den Umgang mit E-Mails auferlegen und dann - statt sich im Urlaub endlich auszuschlafen - die Nächte durchglotzen, weil gerade eine neue Staffel Ihrer Lieblingsserie rausgekommen ist.

Wie so solche Selbsterfahrungsexperimente aussehen können, habe ich ausführlich in meinem Buch beschrieben. Aber im Grunde ist das kein Geheimnis: Es geht vor allem darum, einzelne Aspekte des Internets und ihre Bedeutung für Sie gezielt zu untersuchen und nicht immer das Netz und die Geräte pauschal zu verdammen.

Deshalb ist es beispielsweise eine gute Idee, sich selbst durch Zufallspasswörter (die Sie dann zu Hause lassen) oder durch strenge Freunde (die Ihnen auf Ihrem Gerät Kinderschutzfunktion einrichten) von einzelnen Funktionen auszusperren, die Ihnen besonders anstrengend erscheinen, etwa nur das Mail-Postfach oder nur Facebook. Oder Sie probieren gemeinsam mit der Familie aus, Geräte nur noch zu festgelegten Zeiten oder an bestimmten Orten zu benutzen. Allein bringt man die Disziplin dazu meistens nicht auf, es klappt am besten, wenn man es gemeinsam diskutiert und beschließt.

Sie können aber einfach mal ganz intensiv und lange im Netz unterwegs sein und dabei darauf achten, was Sie eigentlich an Ihrem Internetverhalten stört oder stresst. Und das mal mit einem Tag ganz ohne Ihre Geräte vergleichen und schauen, wann Ihnen was am meisten fehlt. Dann erkennen Sie vielleicht, ob das gerade ein Fluchtversuch vor innerer Leere oder einem Familienstreit werden soll oder ob Sie da wirklich etwas Schönes vorhaben, was es sich auch im Urlaub zu tun lohnt.

Probieren Sie Verschiedenes aus, beobachten Sie sich vielleicht einen Urlaub lang. Diese fünf Tipps können Ihnen dabei helfen:

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