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Recycling oder Re-Buy?: So werden Sie Ihr altes Smartphone los

Foto: STEFANO RELLANDINI/ REUTERS

Ausgediente Geräte Wohin mit dem alten Smartphone?

Sechs von zehn Deutschen nutzen ein Smartphone. Doch wohin mit dem altem Gerät, wenn man sich ein neues kauft? Wir geben Tipps, was Sie bei Verkauf oder Entsorgung des Geräts beachten sollten.

Rund 106 Millionen alte Handys und Smartphones bunkern die Deutschen laut dem IT-Branchendienst Bitkom in Schubladen und Technik-Kisten. Oft wurden die Geräte bereits nach zwei Jahren ausgemustert und durch neue ersetzt.

Das kann man kritisieren. "Eine möglichst lange Nutzungsdauer von Smartphones ist unter Nachhaltigkeitsaspekten durchaus wünschenswert", sagt Isabel Richter von Bitkom. Deshalb könne es sinnvoll sein, gebrauchte Geräte weiter zu verkaufen oder an andere Nutzer weiterzugeben.

Ob man sein Smartphone nun weiterverkauft oder im Müll entsorgt - wichtig ist, dass auf dem Handy nichts Persönliches mehr gespeichert ist. Nutzer sollten gezielt private Daten wie das Adressbuch, Nutzerprofile von sozialen Netzwerken, Online-Banking-Zugänge oder auch Fotos und Videoclips löschen.

Am einfachsten ist es, alle Nutzerdaten des Telefons über entsprechende Funktionen ("Zurücksetzen des Gerätes in den Auslieferungszustand") komplett zu löschen. Externe Speicherkarten sollten vor dem Entsorgen entfernt oder komplett mit einer speziellen Software gelöscht werden. Wer ganz sichergehen will, dass die Daten einer externen Speicherkarte nicht wiederhergestellt werden können, sollte die Karte physisch zerstören, also beispielsweise zerschneiden.

Verbraucherschützer schlagen drei Wege vor, um Altgeräte loszuwerden:

Weg 1: Die Kleinanzeige

Das spricht dafür: Ob auf Ebay oder Amazon oder in der Tageszeitung - wer für sein Smartphone eine Anzeige schaltet, behält die Zügel in der Hand. "Bei einer Kleinanzeige entscheidet der Verkäufer über den Preis, den er gern für sein Gerät hätte, unabhängig vom eigentlichen Zustand", sagt Georg Tryba von der nordrhein-westfälischen Verbraucherzentrale. Um eine ungefähre Einschätzung zu bekommen, was das Smartphone noch wert ist, lohnt es sich, auf dem Portal Bidvoy.net  die Preisentwicklung zu verfolgen. Hier werden für jedes Gerät die Preise nach beendeten Auktionen grafisch dargestellt.

Das spricht dagegen: Eine Auktion zu starten oder eine Kleinanzeige zu formulieren und zu beantworten, nimmt Zeit und Mühe in Anspruch. Ein tatsächlicher Verkauf ist nicht garantiert. Außerdem gilt zu beachten: Der Verkäufer haftet im Regelfall nicht für Schäden am Gerät. Wer also als Privatperson einer anderen Privatperson ein Smartphone abkauft, hat keinen Anspruch darauf, das Gerät bei Nichtgefallen oder Mängeln umzutauschen. Umgekehrt gilt: Wer als Verkäufer die Gewährleistung ausschließen will, sollte einen Vertrag aufsetzen, der den Zusatz "Unter Ausschluss von Gewährleistung" enthält.

Weg 2: Der Online-Ankaufservice

Viele Plattformen im Internet kaufen Smartphones an. Der Verkäufer wählt auf einer der Seiten sein Gerät aus und schätzt den Zustand ein. Der Ankäufer macht ihm dann ein Angebot. Ist der Verkäufer einverstanden, schickt er sein Smartphone ein und erhält das Geld auf sein Konto. Das Magazin "Connect" hat zahlreiche Ankaufportale ausführlich getestet. 

Das spricht dafür: "Wer sein Gerät möglichst schnell loswerden will, egal zu welchem Preis, ist hier gut bedient", sagt Verbraucherschützer Tryba. Einfach einige Portale ausprobieren, Gerät eintüten und wegschicken.

Das spricht dagegen: "Man muss sich im Klaren darüber sein, dass noch kein Kaufvertrag zustande gekommen ist, wenn ich mein Gerät einschicke", sagt Tryba. Der Preis, den der Ankäufer dem Verkäufer nennt, ist also nicht bindend. Erst wenn er das Smartphone nach der Einsendung genau begutachtet hat, macht er ein verbindliches Angebot. "Es kann sein, dass der Ankaufpreis noch einmal enorm sinkt", warnt der Verbraucherschützer. Ist dem Verkäufer der mögliche Erlös zu niedrig, bekommt er sein Gerät - eventuell nur gegen Portozahlung - wieder zurückgeschickt.

Es lohnt sich in jedem Fall, die einzelnen Seiten vorher zu inspizieren: Je älter die Seite ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, auf ein schwarzes Schaf reinzufallen. "Man muss aber auch aufpassen, dass die Ankäufer einem nicht vorgaukeln, dass das Gerät so gut wie nichts mehr wert sei, obwohl das nicht stimmt", sagt Tryba. Deshalb sollte man auch hier den vorgeschlagenen Preis mit den abgeschlossenen Ebay-Auktionen zum selben Gerätetyp vergleichen. "Aber auch hier ist der Preis meist niedriger anzusetzen als bei einer Kleinanzeige." Das hänge damit zusammen, dass der Ankäufer eine Gewinnmarge auf das Gerät draufschlagen müsse, um rentabel arbeiten zu können.

Übrigens bieten auch Elektromärkte wie Saturn  oder Mediamarkt  einen Ankaufservice an. Auch Unternehmen, wie etwa die Deutsche Telekom, tauschen Smartphones gegen Gutscheine ein .

Weg 3: Wegwerfen - aber richtig

Das spricht dafür: Das Smartphone ist sofort weg - und der Nutzer muss keinen weiteren Gedanken daran verschwenden, wie das Gerät noch sinnvoll zum Einsatz hätte kommen können. Ein gebrauchtes Handy gehört auf keinen Fall in den Hausmüll, sondern sollte beim Wertstoff- beziehungsweise Recyclinghof entsorgt werden. Bis zum Jahresende sollen sogar Händler gesetzlich verpflichtet werden, die alten Geräte bei einem Neukauf kostenlos entgegenzunehmen.

Das spricht dagegen: Der Nutzer bekommt kein Geld für ein vielleicht noch ziemlich gutes Smartphone. Und tadellose Geräte landen viel zu früh auf der Kippe - nur weil die Hersteller etwas Neues im Programm haben.

Zusammengefasst: Wer es eilig hat, kann sein altes Smartphone zum erstbesten Online-Ankäufer schicken oder zum Recyclinghof bringen. Wer aber den besten Preis für das Gerät erzielen möchte, ist mit einer Kleinanzeige am besten beraten. In jedem Fall sollten alle Daten vom Gerät gelöscht werden.