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Smartphones: Die neuen Handys im Herbst

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Smartphone-Übersicht Das sind die Handy-Highlights im Herbst

In schneller Reihenfolge kommen im Herbst neue Smartphones auf den Markt. Sie übertrumpfen sich gegenseitig mit schnelleren Chips, größeren Bildschirmen und besseren Kameras. Was ist dran an den Versprechungen der Microsoft-Modelle, der Android-Fraktion und des Massenlieblings Apple? Der Überblick.

Es ist ein bewegter Herbst für die Handybranche. Fast täglich werden neue Smartphones vorgestellt, Updates veröffentlicht, Versprechungen gemacht. Mit Windows Phone 8 wird Microsoft das erste große Update für sein neues Mobil-Betriebssystem einführen und hat dazu etliche große Hersteller als Unterstützer gefunden. Gleichzeitig rüstet sich die Android-Fraktion mit einem Heer neuer Modelle für das Weihnachtsgeschäft, während Apple sich anschickt, mit den neuen iPhone 5 wieder einmal die Branche zu dominieren.

Die aktuellen Modelle, ihre Vor- und Nachteile - der Überblick:

1. iPhone 5

Keine Frage, das neue Apple-Handy ist der Liebling von Massen und Medien. Mehr als zwei Millionen Geräte wurden innerhalb der ersten 24 Stunden vorbestellt. Einen Tag bevor die ersten Geräte an Vorbesteller ausgeliefert und in den Läden angeboten werden, meldet Apple bis zu vier Wochen Wartezeit für Neubesteller. Dabei fehlt dem iPhone 5 eigentlich alles, was die Android-Konkurrenz als wichtig ansieht: Es hat weder einen Quadcore-Chip noch NFC-Funk und schon gar keinen Riesenbildschirm. Stattdessen hat es den offenbar genau richtigen Mix aus neuer Technik und neuem Design, der nötig ist, um Apples Handy auch in seiner sechsten Version zum Objekt der Begierde zu machen.

Sein Mix aus anodisiertem Aluminium und Glas lässt es auf den ersten Blick edler und teurer wirken als die meist in Plastik gehüllten Konkurrenzmodelle. Der neue A6-Dualcore-Prozessor ist in Benchmarks nahezu genau so schnell wie Quadcore-Chips anderer Hersteller, kann seine Leistung im neuen iOS 6 aber besser ausspielen, weil Apple als einziges Unternehmen Hard- und Software zugleich entwickelt und die Komponenten deshalb aufeinander zuschneiden kann. Dass es neben, laut Apple, 200 neuen Funktionen außerdem noch den schnellen Datenfunk LTE beherrscht, ist zumindest fürs Marketing ein hübsches Argument.

Und man darf nicht vergessen, dass mit Einführung des iPhone 5 das iPhone 4 und 4S im Preis gesenkt wurden. Beide können mit iOS 6 funktionell auf einen Stand gebracht werden, der softwareseitig sehr nahe am neuesten Modell ist.

2. Nokia Lumia 920

Nokia gehört eindeutig zu den derzeit spannendsten Firmen im Mobilfunkbereich. Einerseits strauchelt das Unternehmen immer noch, weil es dem Touchscreen-Trend viel zu lange vernachlässigt und die Konkurrenz nicht ernst genommen hat. Aber zumindest technisch geht es mit dem finnischen Unternehmen steil bergauf. Während sich die Konkurrenten, vor allem im Android-Lager, noch primär mit größeren Bildschirmen und schnelleren Prozessoren gegenseitig auszustechen versuchen, hat Nokia mit dem Lumia 920 ein wirklich innovatives Handy vorgelegt.

Es kann kabellos aufgeladen werden, hat eine interessante neue Kamera eingebaut und soll Helligkeit und Farben auf seinem Bildschirm dynamisch der Umgebung anpassen können, um einen stets kräftigen Bildeindruck zu erzeugen. Zudem läuft es bereits mit Microsofts neuem Windows-Phone-8-Betriebssystem. Wie gut das alles funktioniert, werden erst Tests zeigen können, aber die Richtung, in der Nokia unterwegs ist, stimmt.

Trotzdem haben die Finnen gerade schlechte Karten. Was nützen ihnen innovative Smartphones, wenn sie diese nicht verkaufen können? Vermutlich steht Microsoft auf der Bremse, der Konzern hat sein neuen Betriebssystem Windows Phone 8 noch nicht freigegeben und auch noch kein Datum dafür genannt. Gut möglich ist es, dass die neue Handy-Software - und damit die neuen Handys - erst mit oder kurz nach der Einführung von Windows 8 auf den Markt kommen. Das würde Ende Oktober bedeuten. Zu diesem Zeitpunkt dürfte Apple bereits Jubelmeldungen über zig Millionen verkaufter Fünfer-iPhones in die Welt posaunen.

3. Samsung Galaxy S III, Galaxy Note II und Ativ S

Wer sich für ein Android-Handy interessiert, kommt an den Koreanern derzeit nicht vorbei. Mit dem Galaxy S III hat das Unternehmen ein sehr leistungsfähiges, technisch hochstehendes und ausgereiftes Smartphone am Start, das eigentlich nur unter einem Mangel leidet: Es steckt in einer billigen Plastikhülle, die so gar nicht zu seinen inneren Werten passt. Sinngemäß dasselbe gilt für das Galaxy Note II, das mit seinem fünfeinhalb Zoll großen Bildschirm zudem nur zweihändig bedienbar ist und größenmäßig irgendwo zwischen Smartphone und Tablet wandelt. Wirklich sinnvoll ist so ein Gerät nur, wenn man seine Stiftbedienung nutzen kann.

Nur wenig kleiner ist das Ativ S, das erste Windows-Phone-8-Handy, mit dem das Unternehmen eine ganze Reihe Microsoft-kompatibler Mobiltelefone beginnen will. Wie gut das 4,8-Zoll-Gerät ist, kann man derzeit aber nicht einmal ansatzweise beurteilen, bisher wurde es nur auf einer Presskonferenz kurz gezeigt. Genau wie Nokias neue Lumias wird es frühestens zum Windows-8-Start in den Handel kommen.

4. HTC 8X und 8S

Dasselbe gilt auch für die beiden Windows-8-Handys, die HTC am 19. September erstmals öffentlich zeigte. Die als 8s und 8X betitelten Modelle bieten mit 4,3 und 4 Zoll Display-Diagonalen einen guten Kompromiss aus großem Bildschirm und Bedienbarkeit. Echte Highlights sind ihnen auf den ersten Blick aber nicht abzugewinnen. Ihr LTE-Chip funktioniert nur in den USA, was die Kameras taugen, muss sich erst zeigen, und die Integration der bassfördenden "Beats by Dr. Dre"-Technologie in die Audio-Schaltkreise ist nicht jedermanns Sache.

5. Motorola Razr-i

Mit dem Razr-i betritt Motorola Mobilfunk-Neuland. Zum ersten Mal verbaut hier ein großer Hersteller einen Intel-Atom-Chip in einem Smartphone. Versuche in diese Richtung hat es schon viele gegeben, Intel versucht seit Jahren, in den Handymarkt vorzudringen. Bisher allerdings weitgehend erfolglos. Zuletzt ist das Intel-basierte Xolo 900 ausschließlich auf dem indischen Markt angeboten worden. Das könnte mit dem Razr-i anders werden, das mit seinem fast randlosen Bildschirm und seiner Kevlar-Rückseite ein Hingucker ist. Technisch könnte beispielsweise eine Serienbildfunktion mit zehn Bildern pro Sekunde oder die wasserabweisende Beschichtung Käufer von diesem Android-Handy überzeugen.

6. Sony Xperia T und V

Der japanische Sony-Konzern schickt seine Modelle Xperia T und V ins Rennen um das Weihnachtsgeschäft. Beide laufen mit Android 4.0, beide haben Bildschirme im Viereinhalb-Zoll-Bereich und beide sehen fast genau so aus wie alle anderen Sony-Smartphones auch. Und doch haben auch sie Besonderheiten. Zum Fotografieren beispielsweise protzen sie mit 13-Megapixel-Kameras, zum Spielen mit ihrer Playstation-Zertifizierung. Das Xperia V ist zudem gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Was den Geräten dagegen fehlt, ist Identität. Viele Xperia-Handys sehen gleich aus.

7. Blackberry

Noch übler als für Nokia sieht es für die Blackberrys von Research in Motion (RIM) aus. Bereits im Mai hatte das kanadische Unternehmen sein neues Betriebssystem Blackberry 10 vorgestellt, das etliche interessante neue Funktionen und Änderungen mit sich bringt. Mit seinen großen Kacheln erinnert es sehr an Windows Phone 7, ist für die Bedienung per Touchscreen optimiert und hat eine bemerkenswerte neue Kamera-App. Außerdem hat es eine neue virtuelle Tastatur, die beim Tippen über den jeweiligen Tasten einblendet, welche Worte man möglicherweise gerade eingeben will, und so schnelleres Schreiben ermöglichen soll.

Das Problem auch hier: Bisher ist Blackberry 10 nur heiße Luft. Ausschließlich an Entwickler hat RIM einen als Dev Alpha bezeichneten Prototyp ausgeliefert. Erste Tests mit weiteren Geräten, die London und Nevada heißen sollen, laufen angeblich bereits. Insgesamt wird von sechs Blackberry-10-Handys berichtet, die zur Einführung in verschiedenen Preisklassen bereitstehen sollen. Allerdings soll es frühestens Anfang 2013 soweit sein. Ob das gerade noch rechtzeitig oder schon zu spät ist, wird sich zeigen. Sicher ist, dass RIM dramatisch Marktanteile und technisch den Anschluss verloren hat.

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