Testbestellungen bei Händlern Was taugen Smartphones aus zweiter Hand?

Der Kauf von Secondhand-Handys ist günstiger und umweltfreundlich. Doch wie seriös sind Anbieter wie "Clevertronic" und "Rebuy"? Die Fachzeitschrift "Connect" hat fünf Plattformen getestet.

Auf der Ifa in Berlin werden gerade die Tech-Neuigkeiten für den Herbst und darüber hinaus vorgestellt - darunter beispielsweise ein neues Huawei-Smartphone. Doch die meisten gezeigten High-End-Geräte sind nicht nur neu, sondern auch teuer. Will man Geld sparen oder nachhaltiger konsumieren, kann es sich daher lohnen, lieber ältere oder auch gebrauchte Geräte zu kaufen.

Wie es in Deutschland um den Markt rund um Secondhand-Smartphones steht, hat jetzt die Fachzeitschrift "Connect" in ihrer aktuellen Ausgabe 10/2019 untersucht.  Dabei hat sie bei fünf populären Anbietern von Gebrauchtgeräten Testbestellungen aufgegeben.

Insgesamt orderte die Redaktion online 20 Smartphones in den Zuständen "wie neu" und "gut" bei den Plattformen "Clevertronic", "Smallbug", "Asgoodasnew", "Buyzoxs" und "Rebuy". Bei den Geräten handelte es sich um das Samsung Galaxy S8 und das iPhone 8 von Apple. Vier der Anbieter würden ihre Geräte größtenteils aus dem Ankauf von Privatpersonen erhalten, schreibt "Connect". Allein "Smallbug" kaufe von Händlern oder Unternehmen an.

Getestet wurde der Zustand der Geräte - und ob er auf den Websites der Anbieter angemessen beschrieben wurde. Ein Funktionstest überprüfte Display, Kamera, Lautsprecher, Konnektivität und Zubehör. Zudem bewertete die Redaktion das Angebot der Plattformen, die Nutzerfreundlichkeit der Websites, den Service, die Bezahlmethoden und den Versand.

Ein Gerät fiel durch

Insgesamt kommt "Connect" zu dem Schluss, dass das Geschäft mit gebrauchten Smartphones, Zitat, "solide" sei: Alle Anbieter erhielten von der Zeitschrift mindestens die Bewertung "gut". Mit insgesamt drei der 20 Geräte waren die Tester allerdings nicht zufrieden, eines hätten sie aus Kundensicht zurückgeschickt. Es wies auf der Rückseite tiefe und lange Kratzer auf.

Testsieger wurde "Clevertronic". Das Unternehmen aus Münster habe unter anderem mit dem einfachen Bestellprozess und seinem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt, schreiben die Tester. Die Qualität der Geräte ist derweil auch bei "Smallbug" mit "sehr gut" bewertet worden. "Connect" betont aber, dass sie gegenüber den anderen Anbietern, die von Privatpersonen ankauften, auch nicht überdurchschnittlich hoch sei.

Und wie steht es um das Thema Datenschutz? Einige Anbieter, wie die jeweils dritt- und zweitplatzierte Unternehmen "Asgoodasnew" sowie "Smallbug", nutzten eine professionelle Software zum Löschen der Geräte, schreibt "Connect". "Rebuy" hingegen setze die Smartphones lediglich auf Werkseinstellungen zurück.

Theoretisch sei es daher wohl mit speziellen Programmen möglich, Daten auf den Geräten zu finden, sagt "Connect"-Redakteur Lennart Holtkemper auf SPIEGEL-Nachfrage. Bei Sichtprüfungen seien aber keine Fotos oder Kontaktdaten auf den bestellten Geräten gefunden worden.

Schlusslicht im Bereich Gerätequalität ist im Test "Rebuy". Bis auf ein Gerät waren die Smartphones "Connect" zufolge nicht gut gereinigt. Zudem wiesen sie im Vergleich zu den Geräten der anderen Händler mehr Gebrauchsspuren auf. Die Preise waren derweil die höchsten im Testfeld. Durch Pluspunkte bei Angebot, Internetauftritt und der 36-monatigen Garantie erhielt der Anbieter mit Sitz in Berlin dennoch die Endnote "gut".

Besser bewerteten die Tester den Anbieter "Buyzoxs" auf Rang vier. Einige der georderten Mobiltelefone mit der Zustandsbeschreibung "wie neu" verfügten dort noch über die werksseitig angebrachte Schutzfolie. Abzüge gab es für die wenig nutzerfreundliche Website.

Lesetipp: Worauf Sie beim Kauf und Verkauf von gebrauchten Smartphones allgemein achten sollten, können Sie hier nachlesen.

ngo