Globaler Smartphone-Markt Samsung fällt zurück, Huawei erstmals an der Spitze

Über Jahre hinweg konkurrierten Apple und Samsung um den weltweit höchsten Smartphone-Absatz - jetzt setzte sich erstmals Huawei durch, sagen Marktforscher. Das liegt vor allem an der Coronakrise.
Huawei-Werbung in Peking: Stark vor allem auf dem Heimatmarkt

Huawei-Werbung in Peking: Stark vor allem auf dem Heimatmarkt

Foto: imago images/Kyodo News

Huawei ist nach Berechnungen von Marktforschern erstmals zur Nummer eins im Smartphone-Markt geworden - trotz der US-Sanktionen. Das chinesische Unternehmen profitierte im zweiten Quartal 2020 demnach von seiner starken Position im Heimatmarkt, während der Absatz beim langjährigen Marktführer Samsung in der Coronakrise stark zurückging, wie die Analysefirma Canalys am Donnerstag erläuterte . Huawei selbst nannte den Erfolg am Donnerstag ein Zeichen seiner "außergewöhnlichen Widerstandsfähigkeit". Bereits vor zwei Jahren  hatte der chinesische Konzern das Ziel formuliert, Nummer eins auf dem Smartphone-Markt zu werden.

"Ohne Covid-19 wäre das nicht passiert", betont allerdings Canalys-Analyst Ben Stanton. In den vergangenen neun Jahren hatte Canalys zufolge bislang in jedem Quartal entweder Apple oder Samsung den Markt angeführt.

Samsungs weltweiter Absatz fiel nach Berechnungen der Analysten im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 53,7 Millionen Geräte. Für Huawei ermittelten die Marktforscher dagegen einen Rückgang von nur fünf Prozent auf ausgelieferte 55,8 Millionen Smartphones.

Mehr Geräte in China verkauft

Den Ausschlag dafür gab die Entwicklung im chinesischen Markt, der sich den Analysten zufolge bereits deutlich von der Coronakrise erholt. Zwar soll Huaweis Absatz außerhalb Chinas um 27 Prozent abgesackt sein. Im Heimatmarkt seien zugleich aber acht Prozent mehr Geräte ausgeliefert worden.

Damit bringe Huawei derzeit 72 Prozent seiner Geräte auf den chinesischen Markt, so Canalys - Anfang vergangenen Jahres sei es erst die Hälfte gewesen. Canalys-Analyst Mo Jia merkte im Zuge dessen an, die Stärke in China werde wohl nicht reichen, um Huawei an der Spitze zu halten. 

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Huawei steht vor allem in den USA unter Druck. Die US-Regierung sieht die Firma als Sicherheitsrisiko. Im Mai vergangenen Jahres setzte sie Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen, deren Geschäftsbeziehungen zu amerikanischen Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Schon kurz darauf wurden zwar bestimmte Geschäfte per Ausnahmegenehmigung erlaubt. Auf seinen neuen Smartphone-Modellen kann Huawei aber keine Google-Dienste mehr vorinstallieren, was ihre Verkaufschancen außerhalb Chinas verschlechtert. Huawei streitet die Vorwürfe der Amerikaner gegen sich ab.

mbö/dpa/AFP
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