»Hey Sonos« Siri und Alexa bekommen neue Konkurrenz

Ihre vernetzten Lautsprecher sollen Sonos-Kunden künftig über einen eigenen Sprachassistenten steuern. Dessen Stimme kennt man von Netflix. Und damit deutet sich gleich ein Problem der Technik an.
Sonos-Lautsprecher

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Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Sie heißen Alexa, Siri, Google Assistant, Cortana und Bixby, um nur ein paar zu nennen: sprachgesteuerte digitale Assistenten gibt es reichlich. Trotzdem wird noch einer hinzukommen: Sonos Voice Control. Über den sollen Sonos-Kunden künftig die vernetzten Lautsprecher des amerikanischen Unternehmens steuern können.

Die Ankündigung macht zunächst stutzig. Zwar lassen sich Sonos-Boxen bis heute nicht per Siri kontrollieren, über Alexa und den Google Assistant aber sehr wohl. Doch viele Kunden, die sprachfähige Sonos-Lautsprecher besitzen, würden deren Sprachsteuerung wegen Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre nicht nutzen, sagt Sébastien Maury, Senior Director und zuständig für die Voice Experience bei Sonos, im Gespräch mit dem SPIEGEL.

Sonos hat die französische Firma Snips, für die er zuvor gearbeitet hatte, Ende 2019 für 37,5 Millionen Dollar übernommen . Für die Amerikaner war das Unternehmen interessant, weil es sich darauf spezialisiert hatte, einen Sprachassistenten zu entwickeln, der offline arbeitet.

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Genau das ist jetzt eines der herausragenden Merkmale der Sonos Voice Control, wie die Sprachsteuerung ganz pragmatisch heißt. Sie arbeitet vollständig offline. Alles was Nutzerinnen und Nutzer den Lautsprechern sagen, wird in den Geräten verarbeitet, die Antwort von den Geräten selbst erzeugt und nicht von einem Server in der Cloud.

Laut Maury wird das mit allen Sonos-Modellen funktionieren, die über eine Sprachsteuerung verfügen, also auch auf einer Beam-Soundbar von 2018. Zudem lassen sich andere, nicht sprachtaugliche Sonos-Lautsprecher über einen sprachfähigen fernsteuern.

Um das mit der geringen Rechenleistung der Geräte möglich zu machen, haben sich die Entwickler voll auf das Thema Musik konzentriert. Per Sonos Voice Control kann man also weder die smarten Lampen im Wohnzimmer, noch den Saugroboter steuern, und auch Fragen nach der Wettervorhersage oder den Ergebnissen der Bundesliga laufen ins Leere. Es sei ihnen von Beginn an klar gewesen, dass es wichtig ist, sich auf das eine Thema Musik zu fokussieren, sagt Maury.

Giancarlo Esposito bei Tonaufnahmen für Sonos

Giancarlo Esposito bei Tonaufnahmen für Sonos

Die Stimme, mit der Sonos-Lautsprecher künftig sprechen werden, kennen alle, die die TV-Serien »You better call Saul« und »Breaking Bad« gesehen haben. Sie stammt von dem US-Schauspieler Giancarlo Esposito, der in beiden Serien den Drogenboss Gus Fring spielt. Seine Stimme wird aber nur erkennen, wer die Serien im amerikanischen Original gesehen hat, denn zum Start wird es den Sonos Voice Control nur für US-Englisch geben, eine französische Version soll später in diesem Jahr folgen.

Auf einen Zeitpunkt, wann weitere Sprachen kommen und vor allem, wann Deutschland dran sein wird, will sich Sonos nicht festlegen. Wer die Funktion trotzdem schon ausprobieren will, kann das ab dem Start am 1. Juni auch in Deutschland tun. Nur muss man dann eben Englisch mit seinem Sonos-System sprechen.