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Einblick: So sieht eine SSD aus

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Technik erklärt Was Sie über SSDs wissen müssen

SSDs kommen vor allem in Notebooks immer öfter anstelle von Festplatten zum Einsatz - und ihnen werden Wunderdinge nachgesagt: Sie sollen Computer um ein Vielfaches beschleunigen, ihren Energieverbrauch senken, den Lärmpegel und die Hitzeentwicklung reduzieren. Was ist dran an den Wunderspeichern?

Neulich hat sich mal wieder Kollege B. gemeldet. Auf dem Titelbild einer Computerzeitschrift hatte er einen reißerische Überschrift gelesen. Wie man bei seinem PC den Turbo zünde, indem man eine SSD einbaue, habe dort gestanden. Das höre sich doch ganz interessant an, meinte B., ein bisschen schneller dürfte sein Rechner, übrigens ein Notebook, gerne sein. Bloß, was eine SSD ist, das wisse er nicht.

Welche Vorteile bieten SSDs?

SSD ist ein Kürzel für Solid State Drive. SSDs arbeiten in der Regel tatsächlich weit schneller als Festplatten, allerdings erreichen nicht alle von ihnen Traumwerte. Es lohnt sich, Produkte von Markenherstellern zu kaufen. Positive Nebeneffekte der Technik sind, dass SSDs lautlos arbeiten, nicht anfällig sind gegen Erschütterungen und weniger Wärme produzieren als Festplatten. So müssen die Lüfter in PC oder Notebook seltener anspringen.

Was unterscheidet SSDs von Festplatten?

In einer Festplatte werden Daten in kreisförmigen Bahnen auf einer Metallscheibe gespeichert, die sich wie eine Schallplatte dreht. Darüber schwebt, wie die Nadel eines Plattenspielers, ein Schreib-/Lesekopf. Um Daten von der Platte lesen zu können, muss dieser Lesekopf über der entsprechenden Stelle der Datenbahn positioniert und die Scheibe an die richtige Stelle gedreht werden. Das alles kostet Zeit.

Eine SSD hingegen funktioniert ähnlich wie der Arbeitsspeicher in einem PC, ganz ohne bewegliche Teile. Statt auf einer Platte werden die Daten in Mikrochips gespeichert. Während der Arbeitsspeicher aber sein Gedächtnis verliert, sobald man den Strom abschaltet, bleibt der Inhalt der Chips in einer SSD auch dann erhalten, wenn sie stromlos ist. Und weil keine bewegliche Teile nötig sind, können Daten erheblich schneller abgerufen und geschrieben werden.

Welchen Kapazitäten gibt es bei SSDs?

Verglichen mit herkömmlichen Festplatten sind die Kapazitäten von SSDs gering. Die kleinsten Modelle bieten vier und acht Gigabyte Speicherplatz, reichen bestenfalls zur Installation eines schmalen Betriebssystems aus. Standardgrößen sind 128, 256 und 512 Gigabyte, wenige Modelle bieten 600 Gigabyte (Stand Herbst 2012). Größere Kapazitäten sind nur mit größeren als den üblichen 2,5-Zoll-Gehäusen möglich. Der Hersteller OCZ beispielsweise bietet eine 3,5-Zoll-SSD für Desktop-PC mit 960 Gigabyte an - zu einem vierstelligen Preis.

Kann man jede Festplatte durch eine SSD ersetzen?

Grundsätzlich ja. Die Anschlüsse sind dieselben und die meisten SSD-Hersteller bieten Adapter zum Einbau in verschiedene Notebooks und PC an. Der Einbau selbst ist auch von Laien zu bewerkstelligen. Die Daten von der alten Festplatte auf die SSD zu übertragen, ist allerdings mühsam und kann etliche Stunden dauern. Einige Hersteller bieten Komplettsets für solche Umbauten an, die beispielsweise Adapter zum Einbau der kleinen SSDs in PC-Festplatteneinschübe enthalten und eine Software mitbringen, mit deren Hilfe die Daten der alten Festplatte auf die neue überspielt werden können.

Wann ist ein Austausch sinnvoll?

Ende 2012 stellt sich oft diese Frage. Die Gründe: SSDs sind erheblich teurer als rotierende Festplatten und überdies nicht mit denselben hohen Kapazitäten erhältlich. Festplatten im 3,5-Zoll-Format bekommt man bereits für vier Cent pro Gigabyte (GB), SSDs hingegen kosten mindestens 50 Cent pro GB mehr. Während man also für eine 2-TB-Festplatte knapp 90 Euro zahlt, bekommt man für dasselbe Geld bestenfalls eine 128 GB SSD. Experten erwarten, dass sich an diesem Verhältnis in absehbarer Zeit nicht viel ändern wird.

Deshalb sind SSDs vorerst vor allem für zwei Anwendungen sinnvoll: in ultraleichten Notebooks, die als mobile Arbeitsplätze dienen und als Systemfestplatten in größeren PC. In Windows-Rechnern etwa ist es sinnvoll, eine SSD als Laufwerk C zu installieren, auf dem das Betriebssystem und alle Programme installiert werden. Daten, Musik, Texte, Fotos und Filme lagert man weiterhin auf einer herkömmlichen Festplatte. So profitiert man von der Geschwindigkeit der SSD und dem niedrigen Preis der Festplatte zugleich.

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