Statistik Handys überholen Festnetztelefone

In Deutschland haben mehr Haushalte ein Mobiltelefon als einen Festnetzanschluss: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts liegen die Handys erstmals knapp vorne.
Fernsprecher mit Drehwählscheibe: Fast alle Haushalte haben ein Handy

Fernsprecher mit Drehwählscheibe: Fast alle Haushalte haben ein Handy

Foto: A3803 Jochen Lübke/ dpa

Wiesbaden - Die Menschen in Deutschland haben erstmals mehr Handys als Festnetzanschlüsse. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, hatten Anfang des Jahres 93 Prozent der rund 40 Millionen privaten Haushalte in Deutschland mindestens ein mobiles Telefon. Hingegen besaßen nur 90 Prozent ein Festnetztelefon.

Damit habe das Mobiltelefon 30 Jahre nach seiner Markteinführung den klassischen Telefonapparat überholt. Noch vor 15 Jahren waren Festnetztelefone die Regel und Handys die Ausnahme. Damals hatten 97 Prozent der 37 Millionen Haushalte ein Festnetztelefon, aber nur elf Prozent ein Handy.

Mit dem Handy wird nicht nur telefoniert: Laut ARD/ZDF-Online-Studie nutzen 41 Prozent der Bevölkerung auf ihren Handys mobiles Internet. In der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen sind es sogar schon 68 Prozent.

Dabei ist das Handy keineswegs bloß Statussymbol. Vor allem ärmere Haushalte verzichten auf einen Festnetzanschluss. Das Forschungsinstitut Infas stellte bereits vor Jahren fest: Das Handy kann ein Indikator für fehlenden Wohlstand sein: Prepaid bleibt man erreichbar, wenn man Pleite ist.

ore/dpa