Stiftung Warentest Musikspieler für Kinder sind oft zu laut

Viele Kinder lieben Hörspiele und Hörbücher - und haben deshalb oft auch passende Abspielgeräte in ihrem Zimmer stehen. Im Test hat jedoch nur ein einziges gut abgeschnitten.

Kinder mit Toniebox und Co. (Symbolbild)
Sven Wied/ Stiftung Warentest/ TMN

Kinder mit Toniebox und Co. (Symbolbild)


Auf kleinen Spielfiguren, auf einer Speicherkarte oder klassisch auf CD: Hörspiele und -bücher kommen heute auf vielen Wegen ins Kinderzimmer. Damit dann was zu hören ist, braucht es noch ein Abspielgerät. Doch ganz egal, ob das noch ein CD-Spieler oder schon ein moderner Musikspieler ohne CD-Laufwerk ist: Viele Geräte haben erhebliche Schwächen, warnt die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "test".

Die Experten haben 13 Musikspieler mit und ohne CD-Laufwerk geprüft. Ein Ergebnis ihrer Untersuchungen: Elf der getesteten Geräte sind deutlich zu laut für zarte Kinderohren - zumindest in Kombination mit Kopfhörern. Drei Problemkandidaten haben aber auch viel zu viel Druck auf den eingebauten Lautsprechern.

Zwei CD-Spieler erreichen sogar eine Lautstärke von mehr als 85 Dezibel (db). Das ist nach Angaben der Stiftung weit mehr, als die Norm für Kinderspielzeug erlaubt. Diese Produkte erhalten daher die Gesamtnote "mangelhaft".

Andere Geräte schneiden besser ab, als "gut" wird allerdings nur ein Kandidat bewertet: Der "Hörbert" von Witzki spielt Hörspiele und Musik von Speicherkarten ab, ist nicht zu laut und gut verarbeitet. Mit 239 Euro ist er aber auch das mit Abstand teuerste Gerät im Test.

Preisabfragezeitpunkt:
23.10.2019, 09:11 Uhr
Ohne Gewähr

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Mit 80 Euro günstiger ist die mit "befriedigend" bewertete "Toniebox" von Boxine. Allerdings lassen sich Hörspiele hier nur von speziellen Figuren abspielen, die pro Stück um die 15 Euro kosten. Bester CD-Spieler im Test ist das Gerät "Avengers" von Lexibook (Gesamtnote "befriedigend", 50 Euro).

Preisabfragezeitpunkt:
23.10.2019, 09:14 Uhr
Ohne Gewähr

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Bei den anderen Kandidaten reicht es nur für die Note "ausreichend", insgesamt vier sind sogar "mangelhaft". Neben dem Lautstärkepegel kritisiert die Stiftung zum Beispiel die Batterie- oder Akkulaufzeit, auch Verarbeitung und Bedienbarkeit sind teils nur "ausreichend" oder gar "mangelhaft". Bei einem der CD-Spieler fanden die Tester außerdem den Schadstoff Naphthalin in den Bedienknöpfen.

mak/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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Christoph C.R. 23.10.2019
1. Verdummung mit Symbolbildern
Der Bilduntertitel heißt: "Die Anzeige eine Instruments zur Messung von Lautstärke" Und das ist falsch. Das ist kein Gerät zur Messung der Lautstärke. Es handelt sich wohl um eine sehr alte Aussteuerungsanzeige eines Audiogeräts, wahrscheinlich ein Tonbandberät. Das erkennt man an den fehlenden Einheiten. Da steht nur VU: Volume Unit. Es wird also keine Lautstärke gemessen sondern relative Werte zu einem Bezugswert.
powerbernd 23.10.2019
2.
So eine Untersuchung sollte mal jemand mit diesem ganzen VTech & Co Plastikspielzeug machen. Ist sowieso schon schlimm genug das Zeug, aber die Lautstärke vor allem bei sog. Babyspielzeug setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Das sollte wirklich strenger reglementiert bzw. verboten werden.
erzengel1987 23.10.2019
3. Ein Kind sollte generell nichts mit Kopfhörern hören
Kinderohren sind sehr empfindlich und Kopfhörer würde ich wirklich nicht empfehlen. Mir persönlich sind Kopfhörer schon oft zu laut und hör die Musik via Kopfhörer schon fast in Flüsterlautstärke. Nur deswegen jetzt alles verbieten? Eltern können hier durchaus entscheiden, ob es gut oder schlecht fürs Kind ist. Gut die Empfehlung ist natürlich ganz nett. Nur ein Teenager dem wird es egal sein, ob geeignet oder nicht. Egal ob Smartphone, Plastikspielzeug, oder Holzspielzeug. Man sollte immer ein Blick auf das Kind haben. Mit jedem Spielzeug besteht tendenziell Verletzungsgefahr, sei es durch schlagen, werfen, verschlucken, ablecken abbeißen, etc. Man muss eben aufpassen wie das jeweilige Kind mit seinen Sachen umgeht.
Hans-Dampf 23.10.2019
4.
Elf der getesteten Geräte sind deutlich zu laut für zarte Kinderohren - zumindest in Kombination mit Kopfhörern. Oh Wunder... da gilt: je niedriger die Impedanz Kopfhörers, umso lauter ist er, siehe https://www.kopfhoerer.de/ratgeber/was-bedeutet-impedanz/ Wenn man die allerbilligsten Kopfhörer (haben i. d. R. eine niedrige Impedanz) an solche Geräte anschließt, fliegen einem fast die Ohren weg, während bei hochohmigen Kopfhörern fast nur ein Flüstern zu hören ist.
Schartin Mulz 23.10.2019
5. Wie
der Beitrag über mir ja schon richtig bemerkt, ist die Lautstärke beim Hören mit Kopfhörer von der Art des Kopfhörers abhängig. man kann also nur beurteilen, ob es zu laut ist, wenn zum Gerät ein Kopfhörer mitgeliefert wird. Ansonmsten ist die Aussage wertlos. Man sieht das ja schon bei den normalen mp3-Playern. Da ist dann irgendwo willkürlich eine Lautstärkesperre eingebaut, die man jedesmal mit mehreren Aktionen entsperren muss. Nervig, wenn die Musik mit den von mir benutzen Kopfhörern viel zu leise ist. (Genauso beim Betrieb an einem Verstärker) Das macht überhaupt keinen Sinn
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