Tipps für den Alltag So verheizt Ihr Computer nicht sinnlos Strom

Viele aktuelle Desktop-Rechner, Notebooks und Monitore gehen effizient mit Strom um. Das aber gilt nur für Geräte, die richtig eingestellt sind. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten.

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Von Ulrike Kuhlmann und Christof Windeck (c't)


Gut konfigurierte Desktop-PC sind keine Stromfresser, Mini-PC schlucken weniger als manche LED-Leuchte. Noch sparsamer müssen Notebooks arbeiten, weil sie aus der knappen Akku-Energie sogar noch ihre Displays speisen. Doch auch genügsame Geräte kann man falsch einrichten oder ungeschickt benutzen, sodass sie sinnlos Strom verschleudern. Und selbst wenn jedes einzelne (Lade-)Gerät nur ein Watt schluckt, summiert sich der Stand-by-Stromverbrauch mehrerer Geräte dann doch. Es lohnt sich deshalb, einen kritischen Blick über die heimische IT-Landschaft schweifen zu lassen.

Der einfachste Tipp lautet: Schalten Sie öfters mal ab. Damit ist nicht gemeint, den PC schon jeweils nach zehn Minuten Untätigkeit automatisch herunterfahren zu lassen, aber spätestens nach 30 Minuten oder einer Stunde. Das lässt sich unter Windows 10 ganz einfach über die "Einstellungen für Netzbetrieb und Energiesparen" oder den "Energiesparplan" einstellen.

Wenn Sie dort ohnehin herumklicken, können Sie auch gleich die Totzeit bis zum Abschalten des Monitors kontrollieren: Zehn Minuten sind ein typischer Wert. Moderne Flachbildschirme mit LED-Backlight vertragen derart häufiges Abschalten problemlos und leuchten nach dem Wiedereinschalten auch sofort mit voller Helligkeit. Das automatische Abschalten des Bildschirms spart bei Desktop-PCs mit PCI-Express-Grafikkarten eine Menge Strom, weil deren Grafikchips dann ihrerseits in einen Schlafzustand umschalten - AMD nennt das ZeroCore Power.

Wenn Sie den PC abends nicht mehr brauchen, hilft eine schaltbare Steckdosenleiste dabei, auch sämtliche Peripheriegeräte bequem vom Stromnetz zu trennen. Allerdings muss man den PC zuerst herunterfahren, bevor man dann von Hand die Steckdose abschaltet - beim plötzlichen Ausschalten eines Rechners droht Datenverlust. Automatische Master-Slave-Steckdosen brauchen selbst etwas Strom, arbeiten aber komfortabler: Sie erkennen per Stromsensor, wann das Master-Gerät in den Stand-by-Modus wechselt und schalten anschließend die anderen Steckdosen ab.

Aber man sollte genau überlegen, welche Geräte man dort einsteckt. Der Monitor sowie Netzteile für externe USB-Platten, USB-Hubs und Aktivlautsprecher sind unkritisch. Tintendrucker mögen es dagegen nicht, wenn man ihnen den Saft abdreht, bevor sie ihre Druckköpfe in eine Parkposition gefahren haben, in der sie vor dem Austrocknen geschützt sind. Ein Netzwerkdrucker und zentraler Netzwerkspeicher (NAS), die auch andere Nutzer verwenden sollen, gehören ebenso wenig an die automatisch abschaltende Steckdosenleiste wie der WLAN-Router - sonst legt man das Heimnetz lahm.

Früher war häufig der Tipp zu lesen, sämtliche Ladegeräte und Steckernetzteile bei Nichtbenutzung vom Stromnetz zu trennen. Das ist im Prinzip immer noch schlau, weil dadurch auch das Risiko von Schäden durch Überspannungen (Blitzschlag in der Nähe) und von Bränden sinkt. Aber es ist auch unkomfortabel und bringt bei modernen Ladegeräten, die ohne Last nur Watt-Bruchteile aufnehmen, keine nennenswerte Kostensenkung.

Allerdings gibt es auch alte, ineffiziente Netzteile und unvorstellbar schlecht gemachte Peripheriegeräte: Manche ältere USB-Festplatte im 3,5-Zoll-Format schluckt schon im Stand-by über zehn Watt - doppelt so viel wie ein guter Mini-PC im Betrieb. Faustregel: Falls ein Netzteil sich schon bei Nichtbenutzung des jeweils versorgten Gerätes erwärmt oder ein Lüfter im Inneren rotiert, zieht es nennenswert Strom . Dann sollte man es möglichst oft vom Stromnetz trennen, notfalls, indem man den Stecker zieht.

Sparfunktionen nutzen

Viele moderne PCs kommen im Leerlauf mit weniger als 20 Watt aus. Da lässt sich nachträglich nicht viel dran optimieren. Wichtig ist jedoch, dass das Betriebssystem die Hardware-Sparfunktionen auch nutzt. Das ist bei komplett gekauften Windows-PCs fast immer der Fall. Im Zweifel wählen Sie im erwähnten Energiesparplan die Einstellung "Ausbalanciert".

Manche Notebook-Hersteller richten auf ihren Geräten spezifische Energiesparpläne ein, die manchmal Nebenwirkungen haben. So begrenzen einige die maximale CPU-Taktfrequenz, was zwar die Akkulaufzeit verlängern und den Lüfterlärm reduzieren kann, aber auch die Rechenleistung bremst. Es kann sich daher lohnen, auch mal einen anderen Energiesparplan auszuprobieren oder die Einstellungen für Akku- und Netzbetrieb separat an eigene Wünsche anzupassen.

Wer seinen PC selbst zusammenbaut, sollte darauf achten, auch im BIOS-Setup alle Sparoptionen für Prozessor (CPU C-States: mindestens C1e, besser C3 oder höher), SATA-Anschlüsse (Link Power Management, LPM) und PCIe-Karten (Active State Power Management, ASPM) zu aktivieren. Je nach System heißen solche Optionen im jeweiligen BIOS-Setup etwas anders, manchmal fehlen sie ganz - das lässt sich nicht pauschal erklären. Nur bei unseren PC-Bauvorschlägen, bei denen wir konkrete Mainboards empfehlen, können wir die Spar-Optionen genau benennen.

Man sollte das Einsparpotenzial auch nicht überbewerten: Einzelne BIOS-Setup-Optionen verändern die Leistungsaufnahme im Betrieb nur im einstelligen Watt-Bereich. Bei zehn Stunden PC-Nutzung an 220 Werktagen im Jahr "verschleudert" man bei fünf Watt unnötigem Leistungsbedarf bloß elf Kilowattstunden (kWh) im Wert von guten drei Euro. Bei Geräten, die rund um die Uhr laufen, lohnt sich das Energiesparen mehr.

Windows-Rechner haben üblicherweise ab Werk sowie nach einer Neuinstallation sinnvolle Einstellungen für einen sparsamen Betrieb
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Windows-Rechner haben üblicherweise ab Werk sowie nach einer Neuinstallation sinnvolle Einstellungen für einen sparsamen Betrieb

Ein leicht umsetzbarer Spartrick besteht darin, den PC seltener einzuschalten, also stattdessen ein ohnehin vorhandenes Smartphone oder Notebook zu nutzen, denn die arbeiten sparsamer.

Moderne Notebooks mit guter Ladeschaltung brauchen einerseits keine besondere Akkupflege. Andererseits ist es aber auch unnötig, ein Notebook ständig am Ladegerät eingesteckt zu lassen. Lithium-Ionen-Akkus mögen mittlere Ladezustände am liebsten, so zwischen 20 und 80 Prozent. Tiefes Entladen ist besonders schädlich, aber auch ständiges Vollgeladensein mit 100 Prozent stresst sie etwas mehr als ein mittlerer Füllstand. Daher schont die Empfehlung, öfters mal das Ladegerät vom Netz zu trennen, den Geldbeutel gleich doppelt: beim Stromverbrauch und bei der Akku-Lebensdauer.

Monitor-Wahl

Alte Röhrenmonitore genehmigten sich 100 Watt oder mehr, bei älteren Flachbildschirmen mit Kaltkathodenlampen konnten es über 50 Watt sein. Die Zeiten sind vorbei: Moderne Büromonitore mit LED-Hinterleuchtung brauchen bei vernünftiger Helligkeit weniger als 20 Watt, selbst große 27-Zöller. Sogar schnelle Gaming-Displays und 4K-Schirme mit 32 Zoll kommen heutzutage mit weniger als 30 Watt aus. Über den Daumen gepeilt gilt jedoch: je größer die Schirmfläche und je höher die Auflösung, desto höher auch die Leistungsaufnahme.

In diesem Menü können Sie den Energiesparplan auf "Ausbalanciert" stellen
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In diesem Menü können Sie den Energiesparplan auf "Ausbalanciert" stellen

Bei Monitoren mit LED-Hinterleuchtung ist dieses "Backlight" der größte Stromverbraucher: Strahlt es unnötig hell und leuchtet auch in Arbeitspausen, wird Energie verschleudert. Manche Displays haben deshalb Sensoren für die Umgebungshelligkeit und passen das Backlight automatisch an - das schont obendrein die Augen, wenn die Lichtverhältnisse im Büro häufig wechseln.

Einige Monitore haben Anwesenheitssensoren und schalten ab, wenn der Nutzer seinen Arbeitsplatz verlässt. Dann sollte man aber seinen Bürocomputer ohnehin mit der Tastenkombination Windows-Taste + L "sperren", um sensible Daten vor neugierigen Blicken zu schützen - und dann schaltet Windows das Display nach kurzer Zeit ab.

Dank europäischer und US-amerikanischer Ökorichtlinien kommen praktisch alle modernen Displays im ausgeschalteten Zustand und im Stand-by-Modus mit weniger als 0,5 Watt Leistung aus. Schauen Sie im Monitormenü nach, ob sich eine automatische Stand-by-Umschaltung aktivieren lässt, sobald kein Bildsignal mehr anliegt.

Viele Monitore haben "Eco"-Funktionen zum Stromsparen im Betrieb, die sich per On-Screen-Display (OSD) einstellen lassen. Was diese Funktionen jeweils sparen, lässt sich aber nicht pauschal einschätzen - und manche mindern die Bildqualität deutlich. Hier kann man nur zum Ausprobieren raten.



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
Dromedar 22.06.2019
1. Bei modernen Betriebssystemen
droht doch kein Datenverlust, wenn man plötzlich den Rechner ausschaltet, schon gar nicht, wenn man nicht aktiv mit ihm arbeitet. Genau für diesen Fall wurden die mittlerweile fast überall eingesetzten Journaling File Systeme doch erfunden. Lediglich das Wieder-Einschalten könnte etwas länger dauern, wenn das Log eventuell noch replayt werden muss. Das einzige wirkliche Problem wäre, wenn gerade eine System-Aktualisierung im Gange ist - da hat man ja komischerweise unter Windows keinen Einfluss drauf. Aber auch da verliert man keine Daten.
Nonvaio01 22.06.2019
2. falsch
Zitat von Dromedardroht doch kein Datenverlust, wenn man plötzlich den Rechner ausschaltet, schon gar nicht, wenn man nicht aktiv mit ihm arbeitet. Genau für diesen Fall wurden die mittlerweile fast überall eingesetzten Journaling File Systeme doch erfunden. Lediglich das Wieder-Einschalten könnte etwas länger dauern, wenn das Log eventuell noch replayt werden muss. Das einzige wirkliche Problem wäre, wenn gerade eine System-Aktualisierung im Gange ist - da hat man ja komischerweise unter Windows keinen Einfluss drauf. Aber auch da verliert man keine Daten.
natuerlich haben Sie einfluss darauf, Sie koennen sogar einstellen zu welcher Uhrzeit das update installiert werden soll.
seikor 22.06.2019
3. @Dromedar... Doch!
Der Datenverlust hängt doch nicht vom Betriebssystem ab, sondern davon, ob die Software es schafft, den aktuellen Bearbeitungsstand sicher zu puffern. Wenn man z.B. mit einem älteren Soundeditor eine Musikdatei bearbeitet, man vergisst abzuspeichern, dann noch andere Dinge tut und dann den Strom abdreht, ist die Bearbeitung futsch.
florencegrosse 22.06.2019
4. unter Windows 8.1
verliert man Daten, wenn plötzlich ein Stromausfall auftritt. Ist bei mir passiert! Rechner war an, ich war aber nicht aktiv tätig. War auch kein Update aktiv. Mindestens 150 JPG Dateien meiner Fotos waren korumpiert nach einem Stromausfall.
Onkel Drops 22.06.2019
5. vollkommen richtig
die Hardware kommt mit den Möglichkeiten - nutzt sie... Displayhelligkeite bei Laptops/Tablet/Handy mal 10% runter erspart einem oft gut Laufzeit. beim Laden entsteht ja auch Verlust, das wird gern vergessen. am PC kann ichs Watt verschwenden nicht lassen,der wird aber nur hoch gefahren wenn er arbeiten muss. aber auch dort ist eine Möglichkeit nicht nur fps/GHz/MHz zu steigern,sprich Verbrauch zu forcieren. man kann auch runtertakten und so einiges sparen! gaming, Videobearbeitung haben eigene eingestellte Modi. die benötigten Festplatten/SSDs sind ebenso passend eingestellt bzw abschaltbar/entnehmbar im Betrieb. im Schrank steht der alte PC der allein 125 Watt für den CPU und knapp 480 Watt für 2 Grafikkarten nuckelte unter Last, dafür spart man im Winter Heizkosten wen der lief hust... nie kalte Füße... heute 85 Watt CPU (knapp 3fache Leistung, 8 statt 4 Kern) 175watt Grafik (die mehr kann wie 2 alte) mit eco Modus ist dann einstelliger Verbrauch möglich... der Rest wird auf Android erledigt TV Box/Handy/Tablet die sind erheblich sparsamer ,können das urvieh PC aber nicht verdrängen (ehr die Schlepptops)...
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