Smart Home Stromversorger in Texas drosseln Klimaanlagen aus der Ferne

Warme Überraschung für viele Texaner: Um das Stromnetz zu schonen, haben Energieversorger ferngesteuert bestimmte Klimaanlagen heruntergeregelt. Einige Betroffene wussten gar nicht, dass das geht.
»Power to save Texas«: Der Screenshot zeigt die verschiedenen Alarmstufen für das texanische Stromnetz im Sommer

»Power to save Texas«: Der Screenshot zeigt die verschiedenen Alarmstufen für das texanische Stromnetz im Sommer

Foto: powertosavetexas.org

Das kam für viele Texaner mit Smart Homes offenbar unerwartet: Um das Stromnetz zu schonen, regelten die Stromversorger in dem US-Bundesstaat ferngesteuert private Klimaanlagen herunter. Vielen Kunden war nicht bewusst, dass sie sich zu einem Energiesparprogramm angemeldet hatten.

Eine Hitzewelle hatte in der vergangenen Woche den mittleren Westen der USA erfasst. Für das Stromnetz war dies ein Stresstest: Viele Eigenheime in Texas werden mit Klimaanlagen gekühlt, also stieg der Verbrauch auf ein Rekordniveau. Hinzu kamen unerklärte Ausfälle  bei der Stromproduktion. Also rief der Electric Reliability Council of Texas (ERCOT) am Freitag die Bewohner dazu auf, Energie zu sparen, wo immer es möglich sei.

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Wie sich das in der Praxis auswirkte, überraschte viele Texaner: Sie waren nicht mehr in der Lage, den Thermostat in ihrem eigenen Haus unter eine gewisse Temperatur zu stellen. Andere berichteten davon, dass ihnen die erhoffte Kühlung zeitweise ganz verweigert wurde und machten ihrem Ärger auf sozialen Medien Luft. Sie zeigten sich zwar bereit, Energie zu sparen. Innenraumtemperaturen von teilweise über 26 Grad Celsius waren ihnen aber doch zu viel.

Heimlich geschah der Eingriff aus der Ferne allerdings nicht: Damit die Stromversorger die Klimaanlage fernsteuern können, müssen sich die Kunden bei dem Programm anmelden und bekommen dafür einen Rabatt auf ihre Stromrechnung. Offenbar hatten aber viele Teilnehmer dies vergessen oder das Kleingedruckte ihres Vertrags mit dem Energiezulieferer nicht genau gelesen. Die Funktion ist nicht neu, viele Hersteller sogenannter »smarter« Thermostate beteiligen sich an dem Programm. Bereits 2013 hatte etwa die von Google übernommene Firma Nest die Fernsteuerungsfunktion vorgestellt .

Mit dem Herunterregeln der Klimaanlagen wollten die Stromversorger großflächige Stromausfälle wie im Februar vermeiden. Damals hatte ein plötzlicher Wintereinbruch die Stromversorgung kollabieren lassen. Die Maßnahme war offensichtlich erfolgreich: Größere Stromausfälle wurden nicht gemeldet. ERCOT meldet inzwischen wieder einen normalen Betrieb des Stromnetzes ohne Einschränkungen. Texas ist für Stromengpässe besonders anfällig, da sich der Bundesstaat nicht am nationalen Stromaustausch beteiligt.

tmk
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