"Sunless Sea" angespielt Unterwegs auf einem Meer voller Gefahren

Der größte Entdecker werden? So viele Reichtümer wie möglich sammeln? In "Sunless Sea" verfolgt der Spieler verschiedene Ziele. Das Download-Rollenspiel macht viel Spaß, doch in manchen Momenten auch ein schlechtes Gewissen.

Failbetter Games

Als ich das erste Mal mein Schiff besteige, ist die Abenteuerlust groß, die Sorge aber auch: Wo wird mich die Fahrt hinführen, was werde ich entdecken? Werden die Vorräte reichen? Werde ich gut gerüstet sein gegen die Kreaturen des Meeres? Und so lege ich ab und steuere mein Schiff in eine wundersame und düstere Welt, tief unter der Erde und doch auf hoher See. Es wird eine unvergessliche Reise werden.

"Sunless Sea" ist ein Rollenspiel von Failbetter Games, einem kleinen Studio aus London, das mit "Fallen London" bereits ein hochgelobtes Browserspiel entwickelt hat. "Sunless Sea" spielt in dessen Welt.

Es ist genau diese Umgebung, die das bisher nur auf Englisch erhältliche Spiel so einzigartig macht. Die Welt besteht aus einem viktorianischen Steampunk-London, das von einem Schwarm Fledermäuse eine Meile unter die Erde gebracht wurde und jetzt in der Dunkelheit steht.

Ein Meer voller Gefahren

Man sollte das nicht hinterfragen, das Szenario ist großartig. Umgeben sind die einzelnen Stadtteile von einem Meer voller Gefahren. Und auf das sollen die Kapitäne von "Sunless Sea" fahren und eines ihrer eigenen Ziele verfolgen.

Gewonnen hat man nämlich nicht, wenn alle anderen besiegt sind, sondern wenn man sein eigenes Ziel erreicht hat. Und das kann sein, der größte Entdecker zu werden oder so viele Reichtümer zu sammeln, bis man sich zur Ruhe setzen kann.

Ob man diese Ziele erreichen wird, ist die große Frage. "Sunless Sea" macht einem das Gewinnen nämlich nicht einfach. Immer wieder wird man sterben und seine Figur für immer im Meer zurücklassen müssen.

Man muss Kameraden opfern

Sie stirbt den sogenannten Permadeath, den ewigen Tod einer Spielfigur, die nicht an einen Speicherpunkt zurückgesetzt wird. Man wird Mannschaftskameraden opfern und sogar essen müssen, wenn die Nahrung ausgeht. Und man wird sich sehr unwohl fühlen dabei.

Nicht weil die Bilder im Spiel schlimm sind. Das sind sie nicht, im Gegenteil. Es ist die Art und Weise der Erzählung, die "Sunless Sea" atmosphärisch dicht macht. Die Texte, die Logbücher, die Schriften. Alles zusammen webt ein Bild, dem man kaum entkommen kann, das man wie bei einem guten Buch im Kopf zusammensetzt.

In dieser Hinsicht funktioniert "Sunless Sea" ähnlich wie das Tablet-Spiel "80 Days", in dem der Text die Erzählung ist und nur von Bildern untermalt wird. Und das mit jedem Mal eine andere Geschichte erzählt.


"Sunless Sea" von Failbetter Games, Download für PC und Mac, circa 19 Euro

insgesamt 2 Beiträge
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mike_spiegel 23.03.2015
1. düstere, dichte, brilliante
Geschichten. Ich bin von dem Spiel wochenlang nicht losgekommen. Wer den etwas "subtileren" Horror a la H.P.Lovecraft mag, der ist in Sunless Sea richtig. "The darkness here is more than the absence of light."
LittleBoy 28.10.2015
2. nicht kaufen
Das Spiel hört sich toll an, ist aber ziemlicher mist. Ich bin des englischen zwar sehr gut mächtig, aber da diese Geschichten immer wieder tolle Wörter haben, die aus nem anderen Universum kommen und eben ne Geschichte erzählen wollen, versteht man die Hälfte nicht. Dann stirbt man immer wieder vollkommen unerwartet. Das würde nix ausmachen, kennt man ja schon, aber man fängt von vorne an UND muss einen großteil der Geschichten, die man eben gespielt hat, nochmal machen. Sprich: Stupide von da nach da fahren und das und das machen. Bis man dem nächsten Monster über den Weg fährt, das einen wieder an den Anfang ballert. Absolut nicht empfehlenswert!
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