Super Bowl Google-Werbung verwirrt Google-Gadgets

Zum Super Bowl sendete Google in den USA einen Werbefilm über intelligente Lautsprecher. In vielen Haushalten mit Google-Gadgets hatte das unerwartete Nebenwirkungen.
Google Home

Google Home

Foto: Google/ dpa

Wer während der Übertragung des amerikanischen Football-Finalspiels, dem Super Bowl, TV-Werbung schalten will, muss viel Geld in die Hand nehmen. Schätzungen zufolge werden für einen 60-Sekunden-Spot zehn Millionen Dollar fällig. Google kann sich das leisten.

Doch das Video, das der Konzern dem Millionenpublikum zeigen ließ, hatte eine möglicherweise unerwartete Nebenwirkung - es aktivierte zahlreiche Google-Home-Boxen in den Haushalten der Zuschauer.

Der Werbefilm sollte eigentlich nur zeigen, was man alles mit einem Google Home anfangen kann, einem per WLAN vernetzten intelligenten Lautsprecher. Der nämlich wird über Sprachbefehle gesteuert, ist per Internet an Googles künstliche Intelligenz angeschlossen.

Er könnte daher komplexe Fragen beantworten und Aufgaben erledigen. Doch in dem Google-Film wurde gezeigt, wie er simple Befehle abarbeitet: "Mach das Licht an", "Wie ist das Wetter?", "Dreh die Musik lauter". Das alles natürlich freihändig, also per Sprachsteuerung - und das war fatal.

Denn ab Werk reagieren alle Google-Home-Lautsprecher auf denselben Schlüsselbegriff: "OK Google". Sobald man diese Worte in ihrer Nähe sagt, werden sie aktiv, hören zu und versuchen zu erkennen, was man von ihnen will.

Was dann geschah, schildern einige Nutzer auf Twitter so:

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Ungeachtet dessen, dass die Sprachbefehle nicht von ihren Besitzern, sondern aus dem Fernseher kamen, versuchten die Geräte also, den vermeintlichen Wünschen nachzukommen.

Bei einigen Nutzern gab es offenbar bloß ein wenig Verwirrung, als ihr Google Home plötzlich in der Werbepause losplapperte und sich dafür entschuldigte, dass es den Befehl nicht versteht oder nicht ausführen kann. Ob bei anderen aber tatsächlich plötzlich das Licht im ganzen Haus eingeschaltet oder die Musik lauter gemacht wurde, fehlt in den Schilderungen.

Amazons Echos wollten Puppenhäuser kaufen

Der Fall zeigt einmal mehr, dass der Umgang mit Sprachsteuerung immer noch zu unerwarteten Ergebnissen führen kann. Allein ist Google mit solchen Problemen nicht. Erst vor wenigen Wochen sind auch Amazons intelligente WLAN-Lautsprecher Echo auf Werbung hereingefallen, allerdings zum Teil mit drastischeren Auswirkungen.

Amazon Echo

Amazon Echo

Foto: Amazon/ dpa

Einen TV-Bericht über ein Kind, das unabsichtlich ein Puppenhaus und zwei Kilo Kekse über einen Amazon Echo bestellt hatte, beendete ein TV-Moderator mit dem Satz: "Ich liebe es, wie das kleine Mädchen sagt, 'Alexa hat mir ein Puppenhaus bestellt'."

Weil das Wort Alexa der Aktivierungsbegriff des Echo ist, wurde eben dieser Satz von etlichen Echos in den Häusern von Zuschauern als Aufforderung interpretiert, ein Puppenhaus zu bestellen, berichtet "The Verge ". Offenbar wurde am Ende aber keine dieser Bestellungen ausgeführt, weil der Echo dafür stets eine Bestätigung des Besitzers einfordert.

Besser das Codewort ändern

Immerhin gibt es Möglichkeiten, solche Probleme zu umgehen - zumindest bei Amazons Echo. Dessen Aktivierungswort lässt sich vom vorgegebenen "Alexa" problemlos auf "Echo", "Amazon" oder "Computer" ändern . Beim Google Home hingegen kann man bisher lediglich statt "OK Google" auch "Hey Google" sagen.

Für die meisten deutschen Nutzer ist das Thema smarte Lautsprecher derzeit freilich noch irrelevant. Während man Google Home in den USA schon seit Monaten kaufen kann, gibt es noch keinen Veröffentlichungstermin für Deutschland. Um Amazons Echo steht es kaum besser aus. Zwar kann man den hierzulande theoretisch bestellen, praktisch klappt die Bestellung aber erst, nachdem man sich um eine Einladung zum Kauf beworben hat. Wie lange man auf die warten muss, variiert stark. Ein paar Wochen sollte man aber einplanen.

mak