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Schneller sparsamer rechnen: Asiens Super-Supercomputer

Supercomputer China backt sich eigene High-End-Chips

Der schnellste Supercomputer der Welt steht in China - und wird von Chips amerikanischer Hersteller angetrieben. Längst arbeiten chinesische Forscher daran, eigene Hochgeschwindigkeits-Prozessoren herzustellen. Nun steht der Zeitplan: Noch dieses Jahr soll auf Intel und Co. verzichtet werden.

Mit 186.368 Prozessorkernen führt der chinesische Supercomputer "Tianhe-1a" die Rekordliste  der schnellsten Rechner weltweit an - doch das ist China nicht genug. Denn bisher kommen Prozessoren von Intel und nVidia zum Einsatz. Das soll sich bis Ende des Jahres ändern. Bis dahin will China eigene Chips entwickelt haben und für künftige Supercomputer auf den Import der Hightech-Ware verzichten, berichtet HPCWire  unter Berufung auf die staatseigene Zeitung "People's Daily".

Der nächste Supercomputer, genannt "Dawning 6000", soll die im eigenen Land entwickelten Loongson-Chips nutzen. 10.000 davon sollen nötig sein, um auf eine Rechenleistung von einem Petaflops zu kommen. Der Rekord-Rechner "Tianhe-1a" bringt es auf eine Leistung von 2,566. Das bedeutet, dass pro Sekunde 2,566 Billiarden (eine Billiarde ist eine Eins mit fünfzehn Nullen) Rechenaufgaben mit Gleitkommazahlen berechnet werden können.

Die eigentliche Schwierigkeit beim Bau solcher Superrechner ist, die vielen Chips der Maschine schnell und reibungslos zusammenarbeiten zu lassen. China konnte hier bereits aufholen und hat eine eigene Technologie entwickelt. Doch laut HPCWire gibt es noch ein gravierendes Problem: Die nötige Software fehlt, um die Rechenpower auch auszunutzen. So könnten von dem "Dawning 6000"-System allenfalls zehn Prozent der Leistung abgerufen werden. Es fehle schlicht an Programmierern mit entsprechender Expertise für paralleles Rechnen.

Bis die China-CPUs zur weltweiten Konkurrenz für Intel und AMD auf dem Massenmarkt werden, werden laut HPCWire aber noch bis zu 20 Jahre vergehen. Allein zehn Jahre seien nötig, um die Anforderungen des heimischen Marktes erfüllen zu können, wird ein Delegierter des Nationalkongresses zitiert.

In den Top Ten der schnellsten Rechner ist auch ein Supercomputer, der in Deutschland steht: Im Forschungszentrum in Jülich werkelt ein IBM-Supercomputer mit PowerPC-Prozessoren, der es mit seinen 294.912 Kernen auf 825.500 Gigaflops bringt. Das reicht allerdings nur noch für Platz neun.

ore/mak
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