»Jupiter« Jülich bekommt Europas ersten Exascale-Supercomputer

Das Forschungszentrum Jülich bekommt für eine halbe Milliarde Euro einen neuen Vorzeigerechner. Er soll helfen, Fragen zum Klimawandel zu beantworten – mit mehr als einer Trillion Rechenoperationen pro Sekunde.
Supercomputer in Jülich (Archivbild): Der neue Rechner soll mit Ökostrom betrieben werden

Supercomputer in Jülich (Archivbild): Der neue Rechner soll mit Ökostrom betrieben werden

Foto: A3250 Oliver Berg/ dpa

Das Forschungszentrum Jülich wird Standort des ersten europäischen Computers, der mehr als eine Trillion Rechenoperationen in der Sekunde (genauer: Gleitkommaoperationen ) ausführen kann. Die Rechenleistung werde die von fünf Millionen modernen Notebooks oder PCs übertreffen, teilte das Forschungszentrum am Mittwoch mit. Der sogenannte Exascale-Rechner namens Jupiter ermögliche den intensiven Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie die Analyse großer Datenmengen.

Exa steht für 1018, also eine Eins mit 18 Nullen, was einer Trillion entspricht. Jupiter wird im Mittel bis zu 15 Megawatt verbrauchen und soll mit Ökostrom betrieben werden. Welcher Hersteller das System baut, soll nach einer Ausschreibung entschieden werden.

Der Rechner soll dazu beitragen, wissenschaftliche Fragen etwa zum Klimawandel und zur nachhaltigen Energieerzeugung zu lösen. Kostenpunkt des Projekts: eine halbe Milliarde Euro. Davon kommen 250 Millionen von der europäischen Supercomputing-Initiative EuroHPC JU und weitere 250 Millionen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte, dass der Rechner nach Jülich komme, sei »eine Auszeichnung für die Wissenschaft und die Exzellenz insgesamt in unserem Land«.

Rechner im Exascale-Bereich sind noch selten

Weltweit gibt es – zumindest offiziell – erst einen Supercomputer dieser Art: Jenes System namens Frontier  steht am Oak Ridge National Laboratory (ORNL) im US-Bundesstaat Tennessee. Zudem arbeiten in China wohl bereits zwei Exascale-Systeme , die offenbar nur nicht für die Liste der schnellsten Supercomputer gemeldet wurden.

In Jülich stehen bereits die Supercomputer Juwels, Jureca und Jusuf. Anfang des Jahres wurde dort außerdem Juniq in Betrieb genommen: Der sogenannte Quanten-Annealer ist das erste Modell seiner Art außerhalb Nordamerikas. Das im Innern der Maschine auf fast minus 273 Grad Celsius gekühlte System wurde von der kanadischen Firma D-Wave entwickelt. Es steht in einem eigens errichteten Gebäude mit zwei Maschinenhallen. Die Hallen haben besondere Fundamente, die Erschütterungen abfedern.

pbe/dpa/AFP
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