Supercomputer Die USA haben die schnellsten

In der Rangliste "Top 500" der weltweit leistungsstärksten Supercomputer dominieren erneut Maschinen aus den USA. In den Top Ten findet sich allerdings auch ein Rechner aus Deutschland.
Supercomputer "Summit"

Supercomputer "Summit"

Foto: ORNL/ dpa

Die USA bauen ihre Vorherrschaft im Wettstreit um die schnellsten Supercomputer der Welt weiter aus. Auch Deutschland hat sich wieder einen Platz unter den Top Ten der schnellsten Maschinen erobert, wie aus der am Montag veröffentlichten Liste der "Top 500"  hervorgeht.

Die Anlage "SuperMUC-NG" am Leibniz Rechenzentrum in Garching bei München schaffte es mit einer Rechenleistung von 19,8 Petaflops (Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde) auf den achten Platz. Damit übertrifft der Lenovo-Rechner den vormaligen Spitzenreiter für Deutschland, das modulare System "Juwels" am Jülicher Supercomputing Centre (6,2 Petaflops), deutlich. "Juwels" kommt nun auf Platz 26.

Inzwischen belegen fünf Anlagen aus den USA Plätze unter den zehn schnellsten Maschinen. Der von IBM produzierte Supercomputer "Summit" am Oak Ridge National Laboratory landete erneut auf dem Spitzenplatz, mit dem die USA bereits im Juni in Führung gegangen waren. "Summit" kann den Abstand zu seinen Verfolgern mit einer Leistungssteigerung von 122,3 auf 143,5 Petaflops weiter ausbauen.

Auf dem zweiten Platz steht neuerdings ebenfalls eine Maschine aus den USA: "Sierra", beheimatet am Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien, verdrängt mit 94,6 Petaflops den einstigen Spitzenreiter "Sunway TaihuLight" vom Supercomputing Center in Wuxi in China (93 Petaflops) knapp auf den dritten Rang. Auch Platz vier belegt China. Zuvor hatte China längere Zeit die Liste angeführt, erst im Sommer kehrten die USA mit "Summit" an die Spitze zurück. Unter den ersten zehn Superrechnern finden sich noch jeweils eine Anlage aus der Schweiz und aus Japan.

Messung wird als unzeitgemäß kritisiert

Die "Top 500"-Liste wird seit 26 Jahren halbjährlich jeweils zur Supercomputer Conference veröffentlicht, die diesmal im texanischen Dallas stattfindet. Sie gilt noch immer als wichtige Messlatte in der Branche, obgleich manche Kritiker die Art der Messung als nicht mehr zeitgemäß betrachten. Die Leistung wird nämlich jeweils nach dem sogenannten Linpack-Benchmark ermittelt, der zum Beispiel die Effizienz einer Anlage nicht erfasst.

Bei komplizierten Berechnungen - etwa Simulationen in der Klimaforschung oder maschinelles Lernen - geht es aber nicht mehr allein um eine schnelle Berechnung, sondern um eine für die verschiedenen Arbeitsschritte optimierte Nutzung der Rechenleistung.

juh/dpa
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