Superkondensator 18-Jährige erfindet Turbo-Akku für Smartphones

Die Schwachstelle von Smartphones ist der Akku. Er hält nicht lange genug durch und braucht zu lange zum Aufladen. Die US-Schülerin Eesha Khare könnte eine Lösung gefunden haben: Ihr Stromspeicher ist schon nach weniger als 30 Sekunden voll aufgeladen.
Schülerin Eesha Khare: 50.000 Dollar für neuartigen Stromspeicher

Schülerin Eesha Khare: 50.000 Dollar für neuartigen Stromspeicher

Foto: Intel

Wird dieses Mädchen den Umgang mit mobilen elektronischen Geräten verändern? Auf der Intel International Science and Engineering Fair  (ISEF) in Phoenix, Arizona, zeigte die 18 Jahre alte Eesha Khare aus Kalifornien einen Superkondensator, den sie entwickelt hat und der heutige Akkus obsolet machen könnte. Zum Aufladen braucht er nur 20 bis 30 Sekunden, hält bis zu 10.000 solcher Ladezyklen durch - ohne merklich zu verschleißen.

Mit diesen Eckdaten wäre der neue Stromspeicher eine Revolution. Die in aktuellen Handys verbauten Lithium-Ionen-Akkus müssen in der Regel mehrere Stunden an einer Steckdose hängen, bis sie voll aufgeladen sind. Zudem zeigen sie spätestens nach tausend Ladevorgängen Anzeichen der Alterung, erreichen nicht mehr ihre ursprüngliche Kapazität. Die Folge: Das Handy muss immer öfter aufgetankt werden.

Genau das war es auch, was Eesha Khare zu ihrem Chemie-Projekt motivierte: "Mein Handy-Akku ist andauernd leer", beklagte sie sich gegenüber NBC News. Also beschloss sie, sich bei ihrem Schulprojekt eben diesem Problem zu widmen. Die Ergebnisse veröffentlichte sie unter dem Titel: "Entwicklung und Synthese von Nanostäbchen aus hydriertem TiO2 und Polyanilin für flexible Hochleistungs-Superkondensatoren" (PDF) . Dabei geht es um elektrisch leitende Polymere, die die Leistung von Superkondensatoren drastisch verbessern. Die Grundlage für ihre Arbeit liefert ihr Yat Li von der University of California, die bereits 2012 eine Arbeit zu diesem Thema  veröffentlicht hatte und Khare als Mentorin unterstützte.

Google findet das spannend

Für die Schülerin hat sich der Aufwand bezahlt gemacht. Für ihren Superkondensator wurde ihr auf der ISEF ein Intel Foundation Young Scientist Award verliehen, ein Preis, der mit 50.000 Dollar dotiert ist. 1600 Schüler haben an diesem Wettbewerb teilgenommen.

Der mit 75.000 Dollar dotierte Hauptpreis ging an den 19-Jährigen Rumänen Ionut Budisteanu , der ein technisches System entwickelt hat, mit dem sich Autos autonom durch den Verkehr bewegen können. Anders als ähnliche Projekte von Firmen wie Google oder Volkswagen halten sich bei Budisteanu die Kosten für einen solchen Umbau in engen Grenzen; sie sollen nur 4000 Dollar betragen.

Doch von keinem der beiden Projekte sollte man erwarten, ihm bald im Alltag zu begegnen. Khares Superkondensator etwa ist zwar klein genug, um in aktuellen Smartphones verbaut zu werden, lieferte bei ihrem Experiment aber gerade genug Strom, um eine LED zum Leuchten zu bringen. Bis daraus alltagstaugliche Technik wird, dürften noch ein paar Jahre vergehen.

Daran stört sich die Kalifornierin allerdings nicht. Das gewonnene Geld will sie in ihre Ausbildung an der Harvard University investieren  und danach erst richtig loslegen. Google soll bereits Interesse an ihrer Arbeit gezeigt haben.

mak
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.