Störung bei der Telekom Haben Sie schon den Stecker gezogen?

Seit Sonntagnachmittag leiden 900.000 Telekom-Kunden unter Störungen bei Internet, Fernsehen und Telefon. Der Konzern steht vor einem Rätsel, gibt zur Abhilfe einen Tipp aus der IT-Rumpelkammer.
Netzstecker

Netzstecker

Foto: dapd

Aus diesem Tipp spricht die pure Verzweiflung: Man solle doch einfach mal den Stecker am Router ziehen und wieder einstecken, danach werde es schon wieder gehen. Mit diesem Tipp will die Telekom derzeit Kunden helfen, deren Festnetzanschluss ausgefallen ist.

Fans der britischen TV-Serie "The IT Crowd" kennen den Spruch. Mit ihm versuchen die Computerspezialisten, um die es in der Serie geht, die Probleme verzweifelter Computernutzer via Telefon zu lösen, damit sie nicht ihr kuscheliges Kellerbüro verlassen müssen.

Dieselben Spezialisten reden ihrer Chefin allerdings auch ein, man könne das Internet zerstören, in dem man bei Google "Google" eingibt.

TV-Serie IT Crowd

TV-Serie IT Crowd

Foto: Pete Dadds/ COMEDY CENTRAL

Substanzlos ist der Tipp der Telekom deshalb aber nicht. Oft hilft es bei computergesteuerten Geräten tatsächlich, sie einfach mal neu zu starten. Genau das nämlich tut man, wenn man bei einem Router den Stecker zieht. Vor allem Probleme, die daher rühren, dass sich Software "verhakt" hat, lassen sich so lösen, weil der Arbeitsspeicher des Rechners dabei gelöscht wird.

Eine besonders elegante Methode ist dieser Weg aber nicht.

Trotzdem ist genau dies der einzige Tipp, den die Telekom den rund 900.000 Kunden geben kann, die von der massiven Störung im Telekom-Netz betroffen sind. Seit Sonntagnachmittag meldeten immer mehr Nutzer den Ausfall ihres DSL-Anschlusses. Konkrete Angaben zur Ursache der Störungen machte das Unternehmen nicht.

Netzwerkstecker wie diese zu ziehen, dürfte nicht helfen

Netzwerkstecker wie diese zu ziehen, dürfte nicht helfen

Foto: Matthias Balk/ dpa

Da bei vielen Kunden über diese Anschlüsse sowohl Internet als auch Telefon und Fernsehen laufen, waren und sind sie damit vollkommen von der Kommunikation mit der Außenwelt abgeschnitten. Daher dürfte es vielen der Betroffenen auch nicht viel genützt haben, dass die Telekom via Facebook und Twitter über die Störung informierte und den Tipp zu Steckerziehen gab.

Ein klein wenig überambitioniert wirkte dann auch die Hilfeseite zur aktuellen Störung , die von der Telekom ins Netz gestellt wurde. Dort wird zunächst kurz erklärt, es komme "leider zu Beeinträchtigungen beim Internet Zugang." Betroffen seien "Internet, Telefonie und Fernsehen". Darauf folgt eine Liste verschiedener Router, die im Netz der Telekom verwendet werden.

Hilfeseite der Telekom

Hilfeseite der Telekom

"Für weitere Informationen und Hilfestellung wählen Sie bitte Ihren Routertyp aus, die Typbezeichnung finden Sie auf dem Typenschild auf der Rückseite Ihres Routers", rät die Telekom über dieser Liste, um dann aber zu jedem dieser Router exakt denselben Tipp zu geben: "Bitte trennen Sie Ihren Router für 30 Sekunden vom Strom (Netzstecker ziehen) und verbinden Sie ihn danach wieder."

Kein lokal begrenztes Problem

Über die Ursache der massiven Probleme gibt es weiterhin keine Angaben. "Experten der Telekom und des Herstellers der Router arbeiten schon die ganze Nacht durch an einer Lösung", heißt es seitens der Telekom. Es gebe aber kein klares Fehlerbild. Bei einigen Kunden schwanke die Qualität der Verbindung, bei andern falle sie zeitweise aus, bei wieder anderen sei der Anschluss komplett tot.

So sichern Sie Ihren Router

"Wir bringen ständig neue Lösungen ins Netz ein", sagt die Telekom zudem. Eine Aussage die sich eher so anhört, als probiere man nacheinander verschiedene Methoden, ein Problem zu lösen, von dem man nicht wirklich weiß, worin es eigentlich besteht.

Die in sozialen Netzen kursierende Behauptung, die Probleme träten vor allem in Ballungsgebieten auf, widerlegt das Unternehmen. Es gebe keinen lokalen Schwerpunkt, heißt es. "Die Häufung des Fehlerbildes in den Ballungsgebieten ergibt sich aus der Bevölkerungsverteilung und ist somit ausschließlich ein statistisches Ergebnis."

Einen Zeitpunkt, bis wann die Störungen behoben sein werden, nennt die Telekom derzeit nicht.

mak