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13. November 2017, 16:24 Uhr

Top-500-Liste

China ist Supercomputer-Supermacht

Auf der Liste der schnellsten Rechner verdrängt China die USA nicht nur bei der Leistung, sondern auch bei der Anzahl der Anlagen. Deutschland will mit einer neuen Technik aufholen.

China baut seine Vormachtstellung im Ranking der weltweit schnellsten Supercomputer weiter aus. In der 50. Ausgabe der "Top 500"-Rangliste stellt das Land insgesamt 201 Anlagen und überholt die USA (145 Anlagen) damit deutlich. Es folgen Japan mit 35 Rechenanlagen, schließlich Deutschland (20), Frankreich (18) und Großbritannien (15).

Die Liste der "Top 500" wird zwei Mal im Jahr anlässlich der International Supercomputing Conference veröffentlicht, die diesmal in Denver, im US-Bundesstaat Colorado, stattfindet. Den ersten Platz verteidigte China zum vierten Mal mit großem Abstand mit "Sunway TaihuLight". Die Anlage arbeitet im Supercomputer Center in Wuxi nahe Shanghai und kommt auf eine Leistung von 93 Petaflops, als 93 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde.

Auch der zweite Platz geht an China, nämlich an "Tianhe-2" ("Milchstraße") am chinesischen Supercomputer-Center in Guangzho. Die Anlage hält mit 33,8 Petaflops den Verfolger "Piz Daint" am Schweizer Supercomputing Center CSCS (19,59 Petaflops) auf Abstand. Die USA, die lange Zeit die Liste dominierten, folgen mit "Titan" (17,59 Petaflops), der am Oak Ridge National Laboratory des US-Energieministeriums arbeitet, erst auf dem fünften Platz.

Die schnellste Rechenanlage Deutschlands steht in Stuttgart. "Hazel Hen" des Herstellers Cray arbeitet am Höchstleistungsrechenzentrum HLRS und belegt mit 5,6 Petaflops auf der Liste den 19. Platz, gefolgt von der IBM-Anlage "Juqeen" am Forschungszentrum Jülich, die mit 5 Petaflops auf Platz 22 steht.

In Jülich arbeitet auch die erste modulare Anlage, "Jureca" von Intel und Dell, die auf 3,7 Petaflops kommt und den 29. Platz in der Liste einnimmt. Das Besondere an ihr: Ausgestattet mit einem zweiten Modul geht "Jureca" als erster modularer Supercomputer in Betrieb. Ein sogenannter Booster sorgt in der neuen Rechner-Architektur für eine massive Steigerung der Rechenleistung, indem dort komplexe Rechenaufgaben ausgelagert und bearbeitet werden können. Noch ein halbes Jahr zuvor rangierte "Jureca" auf Platz 80.

Supercomputer nehmen eine immer wichtigere Rolle ein, beispielsweise in der Medizin, in der Wirtschaft, für die Berechnung von Verkehrsströmen, in der Analyse von Molekülbewegungen oder der Vorhersage, Analyse und Simulation von Wetterdaten.

Bei vielen komplexen Berechnungen kommt es aber immer häufiger auf Qualität statt auf Quantität an. Für die "Top 500"-Liste wird traditionell die Quantität über den sogenannten Benchmark-Wert ermittelt. Viele Experten halten den Wert deshalb für nicht mehr zeitgemäß und in der Praxis nur bedingt aussagekräftig.

mak/dpa

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