True-Wireless-Headsets im Test Klingt gut, oder?

Wer sich nicht mit nervigen Strippen herumärgern will, braucht kabellose Kopfhörer. Wir haben 15 Modelle getestet. Das Ergebnis: Guten Sound kann man sich etwas kosten lassen – muss man aber nicht.
Die getesteten Headsets: Sie unterscheiden sich nicht nur optisch voneinander

Die getesteten Headsets: Sie unterscheiden sich nicht nur optisch voneinander

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Sogenannte True-Wireless-Headsets liegen seit Jahren im Trend. Die Marktforscher von Statista erwarten, dass 2021 weltweit 310 Millionen Paar  umgesetzt werden. Das Gros davon werden AirPods sein. Seit Apple die Technik, bei der linker und rechter Ohrhörer per Funk und nicht per Kabel miteinander verbunden sind, mit seinen AirPods massentauglich gemacht hat, ist das Unternehmen mit weitem Abstand Marktführer. Anfang 2020 gingen noch mehr als 40 Prozent  des Gesamtmarktes auf Apples Konto. Ein Milliardengeschäft.

Und ein Geschäft, an dem sich längst auch andere Firmen beteiligen wollen. Mit jedem Jahr wird das Angebot unübersichtlicher. Ich habe mir 15 aktuelle und sehr unterschiedliche Modelle zum Test herausgepickt. Dabei habe ich beispielsweise die Geräuschunterdrückung, die einige anbieten, mit dem simulierten Geräuschpegel einer Flugzeugkabine, das ich über kräftige Aktivboxen abgespielt habe, getestet. Wenn Sie mal reinhören wollen, hier finden Sie den Sound bei Apple Music .

Das wichtigste Kriterium war jedoch die Musikwiedergabe, die ich bei allen Testgeräten mit derselben Playlist geprüft habe. Keine beneidenswerte Aufgabe, denn die Liste habe ich nicht nach eigenem Geschmack zusammengestellt, sondern danach, möglichst unterschiedliche Stilrichtungen dabeizuhaben – und Songs im Format Dolby Atmos. Wenn Sie auch da mal reinhören möchten:

Die Gemeinsamkeiten

Einige Dinge sind bei allen Modellen gleich: Sie werden mit einer Box ausgeliefert, in der sie nicht nur aufgeladen werden, sondern die auch noch einen eigenen Akku hat, sodass man die Kopfhörer darin auch unterwegs mit Strom betanken kann. In der Regel werden diese Boxen über ein USB-C-Kabel aufgeladen, immer häufiger aber lassen sich die sogenannten Lade-Cases auch kabellos aufladen.

Auch verfügen fast alle über Funktionen zur Musiksteuerung per Start/Stopp-Befehl, zum Annehmen und Ablehnen von Anrufen sowie zum Aufrufen des digitalen Assistenten, der auf dem jeweiligen Handy läuft. Viele verfügen zudem über Funktionen, die den Sound der Ohrhörer an das Hörvermögen der Nutzerin oder des Nutzers anpassen und so für einen besseren Klangeindruck sorgen.

Generell gilt, dass alle getesteten Modelle mit jedem Smartphone funktionieren, egal ob es von Apple, Samsung, Xiaomi oder einem anderen Hersteller kommt. Allerdings kann man auf einem Android-Handy nicht alle Funktionen eines Apple-Kopfhörers nutzen und manch für Android optimierter Ohrhörer spielt an iPhones nicht sein volles Potenzial aus.

Zudem gibt es mittlerweile zu fast allen Ohrhörern Apps, über die besondere Funktionen eingestellt werden können oder die sogenannte Firmware, das Betriebssystem der Geräte, aktualisiert werden kann. Letzteres nahm einen beträchtlichen Teil des Tests in Anspruch, da solche Updates beispielsweise die Funktionsweise der Mikrofone verbessern können. Lästig: Pro Update muss man 20 bis 40 Minuten kalkulieren, in denen man weder Smartphone noch Headset benutzen kann.

Neu ist in diesem Test, dass ich auch Angaben zu den Verpackungen mache. Viele Hersteller bemühen sich, Ressourcen zu schonen, indem sie nachwachsende Rohstoffe wie Papier und Pappe verwenden, während andere immer noch in Plastik und anderen Kunststoffen schwelgen.

1More ColorBuds 2

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Per App kann der Klang an die persönlichen Hörgewohnheiten angepasst werden. So kommt er auf ein recht gutes Niveau, ohne durch Besonderheiten aufzufallen. In »Radian« von Air fehlt es an Details, in »Oxygene, Pt. 2« an Druck im Tiefbass. »The Hardest Cut« von Spoon kommt den Kopfhörern mit seinem gitarrenlastigen Sound eher entgegen. Trotzdem ein insgesamt guter Alltagssound.
So gut ist die Sprachqualität: Beim Telefonieren können die ColorBuds 2 leider überhaupt nicht überzeugen. Die Stimme der Nutzerin oder des Nutzers klingt, als spräche man durch eine Pappröhre.
Aktive Geräuschunterdrückung: Ja, im Höhenbereich recht gut, bei tiefen Frequenzen weniger überzeugend.
Laufzeit laut Hersteller: Bis zu acht Stunden Musikwiedergabe plus 16 Stunden durch Nachladen im Case.
Das sind die Extras: Kabellose Ladefunktion, gegen Wasser geschützt nach IPX5.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, drei Paar Silikon-Passstücke.
Verpackung: Gemisch aus Pappe und großen Plastikteilen, zu groß.
Listenpreis: 79,99 Euro

Anker Liberty 3 Pro

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Per App ist eine Anpassung der Klangwiedergabe an das persönliche Hörvermögen möglich. Das Resultat ist ein erfreulich runder, warmer Sound. In Jean-Michel Jarres »Oxygene, Pt. 2« drückt die Bassdrum schön von unten, während die Figuren der Synthesizer darüber hinwegzufliegen scheinen. In Kombination mit dem bequemen Sitz der Ohrhörer mag man damit stundenlang Musik hören.
So gut ist die Sprachqualität: Die Verständlichkeit ist sehr gut, da leisten die sechs Mikrofone ganze Arbeit. Leicht überbetonte Höhen führen manchmal dazu, dass »S«-Laute sehr scharf klingen.
Aktive Geräuschunterdrückung: Ja, per App an die Ohren anpassbar und sehr effektiv. An das Niveau der Bose QC Earbuds kommen sie nicht ganz heran, kommen aber mit tiefen und hohen Frequenzen gut klar.
Laufzeit laut Hersteller: Bis zu acht Stunden Musikwiedergabe plus 24 Stunden durch Nachladen im Case.
Das sind die Extras: Kabellose Ladefunktion, gegen Wasser geschützt nach IPX5.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, vier Paar Silikon-Passstücke, drei Paar Ohrbügel.
Verpackung: Großer Karton mit einem Gemisch aus Papp- und Plastikteilen.
Listenpreis: 159,99 Euro

Apple AirPods 3

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Die neuen AirPods klingen so, wie sie in den Ohren liegen: luftig. Ihre vollen Möglichkeiten spielen sie auf Apple-Geräten – und nur dort – aus. Einmal mit einem Gadget des kalifornischen Konzerns gekoppelt, verbinden sie sich auch mit jedem anderen automatisch, auf dem man angemeldet ist. Bemerkenswert ist, wie sauber und druckvoll sie in »Oxygene, Pt. 2« den Sequencer-Bass wiedergeben. Fast unglaublich ist der Unterschied zwischen Pink Floyds »Learning to Fly« in der Lossless-Stereo-Version und der Dolby-Atmos-Version, die mit den AirPods 3 weit voller und detailreicher klingt als das alte Original.
So gut ist die Sprachqualität: Scharfe »S«-Laute werden mit einem leichten Zischen übertragen. Ansonsten ist die Sprachverständlichkeit sehr gut und klar.
Laufzeit laut Hersteller: Bis zu sechs Stunden Musikwiedergabe plus 24 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Nein.
Das sind die Extras: Kabelloses Aufladen, 3D-Audio mit Headtracking (bei Apple-Geräten), Schutz gegen Schweiß und Wasser nach IPX4, Suchfunktion für verlorene Ohrhörer.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-Lightning-Kabel.
Verpackung: Kleiner Pappkarton.
Listenpreis: 199 Euro

Beats Studio Buds

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: So knallig wie meine roten Test-Ohrhörer ist auch der Sound der Studios Buds. Im funkigen »Gagarin« von »Public Service Broadcasting« gehen sie richtig zur Sache und »Learning To Fly« geben sie, wie die AirPods, mit Dolby Atmos wieder. In »Where I Want to Be (California)« sind mir die Höhen etwas zu scharf. Dafür packen sie bei den Bässen kräftiger zu, weil ihre Silikonpassstücke die Ohren dicht abschließen. Schade nur, dass sie optisch etwas billig wirken und man sie kräftig mit Daumen und Zeigefinger packen muss, um sie aus dem Lade-Case zu bekommen.
So gut ist die Sprachqualität: Die beiden Mikrofone lassen Sprache etwas dumpf und moduliert wirken. Die Verständlichkeit ist in Ordnung.
Laufzeit laut Hersteller: Bis zu acht Stunden Musikwiedergabe plus 16 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Die Studio Buds sperren sowohl Bässe als auch Höhen effektiv aus. Nur ein zartes Rauschen stört dabei.
Das sind die Extras: Schutz gegen Schweiß und Wasser nach IPX4, Suchfunktion für verlorene Ohrhörer.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-C-Kabel, zwei Paar Silikon-Ohrpassstücke.
Verpackung: Kleiner Karton, fast vollständig Papier und Pappe.
Listenpreis: 149,95 Euro

Earfun Air Pro 2

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Mit den meisten Testsongs kommen die Air Pro 2 gut klar, liefern ein rundes, kräftiges, aber nicht sonderlich luftiges Klangbild. Es scheint, als operierten sie fast immer am Limit, um ihren guten Allroundsound zu produzieren.
So gut ist die Sprachqualität: Die Verständlichkeit ist gut, auch wenn die Mikrofone Gesprochenes recht dünn aufzeichnen.
Laufzeit laut Hersteller: Bis zu sieben Stunden Musikwiedergabe plus 27 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Bei meiner Flugzeugkabinensimulation gelang es den Air Pro 2 gut, sowohl tief dröhnende Triebwerke als auch weißes Rauschen zu unterdrücken. Dabei erzeugen sie allerdings selbst ein leises Rauschen.
Das sind die Extras: Kabellose Ladefunktion, Schutz gegen Wasser nach IPX5.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, fünf Paar Silikon-Passstücke.
Verpackung: Pappkarton mit Kunststoffeinsatz und mehreren Kunststoffbeuteln.
Listenpreis: 99,99 Euro

Jabra Elite 3

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Wer hätte gedacht, dass ein 80-Euro-Headset so gut klingen kann? Die Elite 3 liefern klare, fette Bässe, gut ausgeprägte, nicht zu spitze Höhen und saubere Mitten. Und angenehm fühlen sie sich in den Ohren auch noch an. Klare Empfehlung in der Preisklasse unter hundert Euro.
So gut ist die Sprachqualität: Vier Mikrofone leisten in den Elite 3 ganze Arbeit, zeichnen Sprache sehr klar und gut verständlich auf. Erstklassig!
Laufzeit laut Hersteller: Bis zu sieben Stunden Musikwiedergabe plus 21 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Nein.
Das sind die Extras: Schutz gegen Regen nach IP55, Suchfunktion für verlorene Ohrhörer.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, zwei Paar Silikon-Passstücke.
Verpackung: Pappkarton mit zwei kleinen herausnehmbaren Kunststoffteilen.
Listenpreis: 79,99 Euro

Jabra Elite 7 Active

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Bei »Gagarin« scheinen sich die Elite 7 Active richtig auszutoben, spielen locker und luftig vom Basskeller bis zu den Bläsern auf – ohne mit übertriebener Höhenwiedergabe zu nerven. In Pink Floyds »Learning to Fly« dröhnt der Bass im Intro ein wenig. Insgesamt aber produzieren diese Ohrhörer einen angenehm dichten, warmen Klangteppich.
So gut ist die Sprachqualität: Ganz ähnlich wie die Elite 3 von Jabra liefern auch die Elite 7 Active eine sehr gute Sprachqualität. Erstaunlich: Bei meinen Versuchen produzierten sie etwas mehr Nebengeräusche als die billigeren Elite 3.
Laufzeit laut Hersteller: Bis zu acht Stunden Musikwiedergabe plus 22 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Allein durch die gut abschirmenden Ohrpassstücke bleibt schon einiges an Lärm draußen, bei aktivierter Geräuschunterdrückung werden dann auch die Bässe gut ausgefiltert. Ein bisschen Rauschen kommt aber dennoch durch.
Das sind die Extras: Kabellose Ladefunktion, Schutz gegen Schweiß und Wasser nach IP57.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, zwei Paar Silikon-Passstücke.
Verpackung: Pappkarton mit zwei kleinen herausnehmbaren Kunststoffteilen.
Listenpreis: 179,99 Euro

Klipsch T5 II True Wireless ANC McLaren Edition

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Der McLaren Edition legt Hersteller Klipsch ein Ladepad bei, auf dem Smartphone und Lade-Case parallel aufgeladen werden können. Vor allem aber bekommt man ein Case mit einer Außenhülle, die teils aus Kohlefaserverbundwerkstoff, teils aus Gummi mit Reifenprofil besteht. Der Sportwagen-Look verfliegt allerdings, sobald man den Deckel öffnet: Von innen wirkt es wie ein orangefarbenes Kinderspielzeug. Passend dazu wummern die Bässe in »Oxygene, Pt. 2« undefiniert vor sich hin, »Gagarin« wirkt kraftlos, einzig bei »The Hardest Cut« kommt etwas Leben ins Spiel. Für diesen Preis aber wirkt die Klangentfaltung zu komprimiert, zu flach.
So gut ist die Sprachqualität: Sprache fehlt es an Räumlichkeit, die Verständlichkeit ist okay, es wirkt aber, als stünde man im Keller.
Laufzeit laut Hersteller: Bis zu sieben Stunden Musikwiedergabe plus 21 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Der Effekt der Geräuschminderung war im Test erstaunlich, denn subjektiv war kein Unterschied wahrnehmbar, wenn sie aktiviert wurde.
Das sind die Extras: Steuerung von Anrufannahme und -ablehnen mit Kopfgesten.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, Ladeplatte, textilummanteltes USB-C-auf USB-C-Kabel, USB-A-Adapter, fünf Paar Silikonpassstücke.
Verpackung: Großer Pappkarton mit einem Kunststoffeinsatz und mehreren Kunststofftüten.
Listenpreis: Keine Angabe

Libratone Air+

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Den Bass in »Oxygene, Pt. 2« geben die Air+ schön direkt, aber etwas zu wenig druckvoll wieder, das Finale von Pink Floyds »Learning to Fly« endet in einem klanglichen Durcheinander, und der Gesang in »Where I Want to Be (California)« zischt mit den Becken des Drumsets um die Wette. Insgesamt eher dunkler Grundsound.
So gut ist die Sprachqualität: Bei meinen Versuchen ergaben Sprachtests stets stark moduliert wirkende Ergebnisse, die klangen, als wäre der Ton über ein altes Radio gesendet worden.
Laufzeit laut Hersteller: Bis zu sechs Stunden Musikwiedergabe plus 18 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Die »intelligente« Geräuschunterdrückung der Air+ soll ihre Intensität dem Umgebungslärm anpassen. Bei meinem Test klappte das mit ein paar Sekunden Verzögerung gut, wenn ich die Lautstärke des Lärms veränderte. Das System kann vor allem tieffrequente Geräusche gut ausblenden, produziert allerdings ein deutlich vernehmbares Rauschen.
Das sind die Extras: Kabellose Ladefunktion, Schutz gegen Schweiß und Wasser nach IP54.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, zwei Paar Silikon-Passstücke.
Verpackung: Viel zu großer Pappkarton, dünne Plastikfolie um das Case.
Listenpreis: 199 Euro

Nothing ear (1)

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Das Headset des Newcomers Nothing liegt klanglich mindestens gleichauf mit Jabras Elite 3. Die Bässe werden so warm, druckvoll und klar wiedergegeben, dass sogar das Bassgeschwurbel im Intro von Pink Floyds »Learning to Fly« noch gut differenziert zu hören ist. In Airs »Radian« bringen sie die mittigen Sampler-Flöten schön weich rüber, und in »The Hardest Cut« knallen sie einem die Gitarrenriffs messerscharf in die Ohren. Oberklasse ist das nicht, aber für hundert Euro ziemlich gut.
So gut ist die Sprachqualität:
Die drei Mikrofone der ear (1) liefern sehr klare, rauscharme Sprachaufzeichnungen. Nur einen Tick lauter dürften sie sein.
Laufzeit laut Hersteller:
Bis zu 5,7 Stunden Musikwiedergabe plus 28,3 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Die Geräuschunterdrückung arbeitet über den gesamten Frequenzbereich gut, kommt auch gegen das Dröhnen der Triebwerke an.
Das sind die Extras: Suchfunktion für verlorene Ohrhörer, Schutz gegen Schweiß und Wasser nach IPX4.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, zwei Paar Silikon-Passstücke.
Verpackung: Zwei ineinander verschachtelte Kartons, Papier.
Listenpreis: 99 Euro

Nura Nuratrue

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Das Besondere an den Nuratrue ist, dass sie, wie alle Kopfhörer des australischen Unternehmens, eine automatisierte Klanganpassung durchführen. Dabei werden ein paar Minuten lang Testtöne eingespielt, mit denen das Hörvermögen der Nutzerin oder des Nutzers vermessen und darauf basierend eine persönliche Klangkurve erstellt wird. Per App kann man dann festlegen, ob man eher ein neutrales Klangbild bevorzugt oder seine Ohren von fetten Bässen massieren lassen will. Das erstaunliche Ergebnis ist, dass dabei nie etwas dröhnt oder zischt, sondern der Sound immer angenehm klar bleibt. Anspieltipp: Die links und rechts im Stereobild verteilten Flöten im Mittelteil von Airs »Radian«.
So gut ist die Sprachqualität:
Verständlichkeit und Klarheit gelingen den Nuratrue sehr gut, nur nehmen sie Sprache ein bisschen zu leise auf, sodass man manchmal etwas lauter sprechen muss.
Laufzeit laut Hersteller:
Bis zu sechs Stunden Musikwiedergabe plus 18 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Verglichen mit manch anderen Testkandidaten können die Nuratrue in diesem Bereich nicht überzeugen, weil trotz aktivierter Geräuschunterdrückung zu viel Lärm hörbar bleibt.
Das sind die Extras: Schutz gegen Schweiß.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, drei Paar Silikon-Passstücke, ein Paar Schaum-Passstücke, ein Paar Ohrbügel.
Verpackung: Kleiner Pappkarton mit großem Schaumstoffpolster und Plastikbeutel.
Listenpreis: 229,99 Euro

Sennheiser CX True Wireless

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Zu den Synthesizer-Sounds von Jean-Michel Jarre passen die CX True Wireless besser als zum Gitarrengeknatter von Spoon. Den Synthie-Sound geben sie klar und druckvoll wieder, während ihnen bei dem Spoon-Song genau diese Klarheit im Bassbereich abgeht. Für meinen Geschmack dürften sie gern etwas lauter sein.
So gut ist die Sprachqualität:
Daran gibt es nichts auszusetzen: Sprache zeichnen die Mikrofone der CX Tru Wireless makellos auf.
Laufzeit laut Hersteller:
Bis zu neun Stunden Musikwiedergabe plus 18 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Nein.
Das sind die Extras: Schutz gegen Schweiß und Wasser nach IPX4.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, drei Paar Silikon-Passstücke.
Verpackung: Recht großer Pappkarton. Bis auf eine Folie um das Lade-Case alles aus Papier und Pappe.
Listenpreis: 129 Euro

Sennheiser CX Plus True Wireless

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Die Plus-Version der CX True Wireless wirkt nicht nur optisch der billigeren Variante ohne »Plus« ähnlich, sondern auch klanglich. Wobei ich hier etwas mehr Transparenz und Offenheit zu hören meine. In Kombination mit dem angenehmen Tragegefühl auch für längere Hörsessions gut geeignet.
So gut ist die Sprachqualität:
Auch bei der Sprachqualität zeigen sich Ähnlichkeiten zum »normalen« CX True Wireless – erfreulicherweise. Denn genau wie bei dem günstigeren Modell ist die Verständlichkeit auch hier sehr gut.
Laufzeit laut Hersteller:
Bis zu 5,7 Stunden Musikwiedergabe plus 28,3 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Allein für diese Funktion lohnen sich die 30 Euro Aufpreis der Plus-Version. In meiner simulierten Flugzeugkabine sperrten die Sennheiser den Lärm sehr effektiv aus.
Das sind die Extras: Schutz gegen Schweiß und Wasser nach IPX4.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, zwei Paar Silikon-Passstücke.
Verpackung: Recht großer Pappkarton. Folie um das Lade-Case, Silikon-Passstücke paarweise in Plastiktüten verpackt, Schaumstoffpolster im Umkarton.
Listenpreis: 159 Euro

Shure Aonic 215 Gen 2

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: »Wow, sind die laut«, war wohl der erste Gedanke, der mir beim Testhören kam. Möglicherweise ist das eine Eigenschaft, die die Aonic 215 Gen 2 von den Profi-Headsets des Unternehmens geerbt haben. Von denen stammt sicher auch der charakteristische, sehr transparente Sound, der die Bässe sauber und trocken transportiert, aber nicht sonderlich betont. Dafür werden viele Details im Mitten- und Höhenbereich freigelegt, so wie die verschiedenen Gitarren in »Gagarin« oder die weit im Hintergrund verborgenen Chorus-Gitarren in »Learning to Fly«.
So gut ist die Sprachqualität:
Die Verständlichkeit ist gut, nur wirkt die Stimme des Nutzers oder der Nutzerin etwas dünn und ein wenig dumpf.
Laufzeit laut Hersteller:
Bis zu acht Stunden Musikwiedergabe plus 24 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Nein.
Das sind die Extras: Die Ohrhörer sind abnehmbar, können auch mit Kabeln genutzt werden; Schutz gegen Schweiß und Wasser nach IPX4.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, drei Paar Silikon-Passstücke, zwei Paar Schaum-Passstücke.
Verpackung: Sehr großer Pappkarton mit großen Plastikeinsätzen und -tüten. Eine Ode an den Kunststoff.
Listenpreis: 229 Euro

Shure Aonic Free

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

So klingen sie: Mit den Aonic Free hat Shure kürzlich seine ersten bügellosen Treu-Wireless-Kopfhörer eingeführt. Weil auch die, wie bei Shure üblich, keine Geräuschunterdrückung haben, liegen Schaum-Passstücke bei, die dafür sorgen, dass Außengeräusche ohne Elektronik zumindest ein wenig abgeschirmt werden. Ein echter Ersatz ist das freilich nicht. Klanglich wirken die Aonic Free etwas weicher als die Aonic 251, aber keineswegs weniger detailreich. Der Sound geht jedenfalls in dieselbe Richtung wie bei dem Modell mit Bügel. Er eignet sich gut, um auch Feinheiten in der Musik zu hören.
So gut ist die Sprachqualität:
Die eingebauten Mikrofone sind auf einem ähnlichen hohen Niveau wie die des Aonic 215, liefern ebenfalls eine klare, etwas dünne Sprachaufzeichnung.
Laufzeit laut Hersteller:
Bis zu sieben Stunden Musikwiedergabe plus 14 Stunden durch Nachladen im Case.
Aktive Geräuschunterdrückung: Nein.
Das sind die Extras: Keine.
Das wird mitgeliefert: Headset, Lade-Case, USB-C-auf-USB-A-Kabel, zwei Paar Silikon-Passstücke.
Verpackung: Großer Pappkarton mit Plastikeinsätzen und -tüten.
Listenpreis: 199 Euro

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Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

Anmerkung der Redaktion: Wie uns der Hersteller nach Veröffentlichung dieses Artikels mitteilte, sind die Shure Aonic Free, anders als im Handbuch der getesteten Vorserienmodelle angegeben, nicht für einen Schutz gegen Wasser und Schweiß nach IPX4 zertifiziert. Wir haben den entsprechenden Eintrag korrigiert.

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