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Universe Architecture: Das Haus aus dem Drucker

Foto: Universe Architecture

Architekturprojekt Dieses Haus wird in 3D gedruckt

Kann man Häuser drucken? Ein niederländisches Architekturbüro glaubt daran und will jetzt ein komplettes Gebäude mit einem riesigen 3-D-Drucker erstellen. Als Designvorlage dient das berühmte Möbiusband - es gibt bereits viele Interessenten.

Mit 3-D-Druckern lassen sich außerordentliche Dinge anstellen. Schmuck, Prototypen und Designstücke können damit angefertigt werden. Seit es Modelle wie den MakerBot Replicator 2 gibt, ist die Technologie sogar für Privatanwender bezahlbar geworden. Die Technik ist so populär, dass der Handy-Hersteller Nokia sogar 3-D-Druckvorlagen   veröffentlicht hat, mit denen sich Hüllen für das Smartphone Lumia 820 drucken lassen. Dass aber jemand auf den Gedanken kommt, mit einem solchen Drucker gleich ein ganzes Haus bauen zu wollen, ist neu.

Die Idee stammt von dem Architekten Janjaap Ruijssenaars und seinem Architekturbüro Universe Architecture . Mit seinem Vorhaben betritt der Niederländer Neuland, denn bisher gibt es keine derart großen, in 3D gedruckten Strukturen. Trotzdem will er es sich nicht leicht machen und hat für das Gebäude eine sehr ungewöhnliche Form vorgesehen.

So wie ein Möbiusband, also eine Schleife, deren Enden um 180 Grad gedreht und dann miteinander verbunden wurden, sollen die Gebäudeteile geformt sein. In einem Informationsblatt der Architekten  heißt es dazu: "Eine Oberfläche als endloses Möbiusband. Fußböden werden zu Decken, das Innere zum Außen. Die Landschaft fließt durch und unter dem Haus."

Hightech-Fertighaus

Etwa tausend Quadratmeter Grundfläche soll dieses Haus nach Fertigstellung haben. Weil ein solches Vorhaben nicht mit herkömmlichen 3-D-Druckern durchführbar wäre, wollen die Niederländer einen geradezu gigantischen Drucker verwenden, den der Italiener Enrico Dini erfunden hat. Anders als etwa bei den MakerBot-Druckern kommt bei diesem Riesendrucker kein Kunststoff als Druckmaterial zum Einsatz.

Stattdessen verwendet die D-Shape  genannte Maschine eine Mischung aus Sand und einem Bindemittel, die sich während des Druckvorgangs zu einem Material verbinden, dessen Eigenschaften denen von Marmor entsprechen sollen. Trotz seiner imposanten Größe kann aber auch dieser Großdrucker kein Haus am Stück ausgeben. Vielmehr sieht der Plan der Architekten vor, jeweils sechs mal neun Meter große Teilstücke auszugeben, aus denen das Haus dann zusammengesetzt wird.

Obwohl es sich also im Grunde um ein Fertighaus handelt, scheint es schon viele Interessenten für das Projekt zu geben. Sowohl Museen als auch Besucherzentren und sogar Privatpersonen hätten ihr Interesse bekundet, sagte Architekt Ruijssenaars dem Fernsehsender BBC .

Wer auch immer am Ende den Zuschlag für das erste Haus aus dem 3-D-Drucker bekommt, wird dafür mit nicht unerheblichen Kosten rechnen müssen. Er hoffe, das Gebäude für vier bis fünf Millionen Euro realisieren zu können, erklärte der Architekt. Die Fertigstellung ist für 2014 geplant.

mak