Unterhaltungselektronik Die IFA schwillt mächtig an

Während andere Technik-Messen weiter kräftig kriseln, kann die IFA vor Kraft kaum mehr laufen: Weil sie 2010 ein "zweistelliges Wachstum" erwartet, wird bereits eine zusätzliche Halle gebaut. Unterhaltungselektronik bleibt der kräftigste Boom-Bereich im Technik-Markt.

Rote Haare und Dauerlächeln sind die Markenzeichen von Miss IFA, dem Gesicht der Messe
Messe Berlin

Rote Haare und Dauerlächeln sind die Markenzeichen von Miss IFA, dem Gesicht der Messe


Berlin - So viel Selbstbewusstsein sieht man selten: Dank anhaltend starker Nachfrage nach elektronischen Konsumgütern will die IFA in Berlin zu ihrem 50. Jubiläum in diesem Jahr zweistellig wachsen. Tatsächlich ist die IFA derzeit die einzige deutsche Elektronikmesse, deren Erfolg und Wachstum auch in der Krise der letzten Jahre ungebrochen blieb. Schon das Krisenjahr 2009 hatte die Messe unbeschadet überstanden.

Jetzt deutet sich an, dass der Unterhaltungselektronik-Event richtig abhebt: Bereits heute sei die Messe ausgebucht, teilten die Veranstalter am Donnerstag mit. Sämtliche Reserven sollen dieses Jahr ausgenutzt und noch eine weitere temporäre Halle gebaut werden, sagte Christian Göke, Geschäftsführer der Messe. Die IFA findet vom 3. bis zum 8. September unter dem Berliner Funkturm statt.

"Die Konjunkturdaten des Ifo-Index und des GfK-Konsumklimas sind für die IFA positive Vorzeichen", sagte Hans-Joachim Kamp, Vizepräsident des Branchenverbands ZVEI und Aufsichtsrat des IFA- Veranstalters gfu. Allein die Nachfrage nach modernen Flachbildfernsehern habe um 34 Prozent zugelegt. Die Ausgaben für elektronische Geräte pro Haushalt in Deutschland seien seit dem Jahr 2000 um 23 Prozent auf 615 Euro gestiegen.

Die Branche profitiert weiterhin vor allem von der starken Nachfrage nach modernen Flachbildfernsehern. Neue 3D-fähige Geräte sollen den Bedarf weiter anheizen. Nach einer von der IFA in Auftrag gegebenen Studie wollen sich in Deutschland 41 Prozent der Kunden in den kommenden Jahren einen 3D-Fernseher zulegen. Rational ist das kaum zu erklären: Bisher gibt es kaum Inhalte-Angebote in 3D, die man damit nutzen könnte - der Boom beruht auf der bloßen Annahme, dass sich der 3-D-Trend diesmal tatsächlich zu einem dauerhaften Phänomen entwickeln wird. Vorhergehende 3-D-Booms (vor allem in den 50er und 70er-Jahren) verpufften hingegen nach relativ kurzer Euphorie.

pat/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.