Schwarze Liste Microsoft entfernt Huawei in den USA aus seinem Angebot

In den USA wird es schwierig, Huawei-Notebooks zu kaufen: Microsoft und ein großer Elektronikhändler haben die Geräte in den USA aus dem Programm genommen. Auch um Huaweis Windows-Lizenz steht es schlecht.


Übers Wochenende hat Microsoft alle bisher dort angebotenen Huawei-Produkte aus dem Angebot seiner amerikanischen Onlineshops entfernt. Das berichtet das Tech-Magazin "The Verge".

Huaweis Matebook X Pro und das Matebook 13 sind demnach zwar noch in den Ladengeschäften des Windows-Konzerns zu bekommen, online jedoch hat Microsoft jeden Hinweis auf die Geräte entfernt. Im deutschen Onlineshop des Unternehmens war an diesem Mittwochvormittag zumindest noch das Matebook X Pro zu finden.

Auf Anfrage von "The Verge" wollte Microsoft den Vorgang nicht kommentieren. Es ist aber davon auszugehen, dass das Unternehmen mit dem Schritt auf die von der US-Regierung verhängten Handelseinschränkungen gegen Huawei reagiert. US-Firmen ist es seit Mitte Mai untersagt, ohne Genehmigung der Regierung Geschäfte mit dem chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller zu tätigen.

In der Folge hatte Google dem Unternehmen die Lizenz für einige wichtige Bestandteile des Android-Betriebssystems entzogen. Auch mehrere Chiphersteller sollen ihre Mitarbeiter informiert haben, dass sie künftig keine Halbleiterprodukte mehr an Huawei liefern werden.

Wenig später hatte das US-Wirtschaftsministerium Huawei allerdings eine für 90 Tage gültige Ausnahmegenehmigung erteilt. Diese ermöglicht es der Firma noch bis zum 19. August, bestehende Netzwerke zu pflegen und Software-Updates an seine Smartphone-Kunden auszuliefern. Vermutlich soll diese Frist US-Mobilfunkanbietern die Möglichkeit geben, ihre Hardware umzustellen. Huawei ist einer der größten Anbieter für Mobilfunktechnik.

Neben Microsoft hat offenbar auch die große US-Handelskette Best Buy Huaweis Notebooks aus ihrem Angebot entfernt. Laut "PC World" sind im Onlineshop des auf Elektronik spezialisierten Anbieters lediglich noch ein paar Huawei-Smartwatches zu finden, jedoch keine Laptops mehr. Andere Onlinehändler, allen voran Amazon, führen Huaweis Matebooks in den USA hingegen weiter im Programm.

Was wird aus Windows?

Wie lange das allerdings noch so sein wird, ist unklar. Denn Microsoft ist aufgrund der US-Handelseinschränkungen grundsätzlich gezwungen, Huawei künftig den Zugang zu seinem Windows-Betriebssystem zu verwehren. Das US-Unternehmen hat sich dazu bisher aber noch nicht geäußert. Ohne Windows jedoch wären die Laptops des chinesischen Herstellers für viele Nutzer unbrauchbar und damit unattraktiv.

Zwar arbeitet Huawei nach eigenen Angaben seit Jahren an eigenen Betriebssystemen, die den Konzern in einem Fall wie dem, der jetzt eingetreten ist, unabhängig von US-Software machen sollen. Und angeblich sollen sie schon im Herbst einsatzbereit sein.

Fraglich bleibt, wie ein solches System bei den Kunden, vor allem im Westen, ankommen würde. Zum einen ist unklar, welche Programme auf einem solchen Huawei-Betriebssystem laufen würden. Zum anderen dürften vielen Nutzer im Westen Bedenken haben, ihre Daten einem in China entwickelten Betriebssystem anzuvertrauen.

mak

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insgesamt 177 Beiträge
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Seite 1
duncan_ 22.05.2019
1. Warum in aller Welt soll ich denn mehr Bedenken haben
meine Daten einem in China entwickelten Betriebssystem anzuvertrauen? Was die USA macht ist doch wohl mittlerweile klar, oder ?
MPeter 22.05.2019
2. Ist das eigentlich noch Kapitalismus
oder wie nennt man diese Wirtschaftsform in den USA zu Zeit?
karlsiegfried 22.05.2019
3. Vollkommen richtig
Altes Sprichwort: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Trifft auch auf die deutsche und europäische Politik zu.
fett und langsam 22.05.2019
4. Ohne Windows...
"Ohne Windows jedoch wären die Laptops des chinesischen Herstellers für viele Nutzer unbrauchbar und damit unattraktiv." Sorry, das ist totaler Quatsch. Jedes bestehende Betriebssystem auf diesem Planeten ist besser als Windows. Wenn es nicht auf jedem Aldi Laptop vorinstalliert waere, wuerde niemand es freiwillig benutzen.
mostly_harmless 22.05.2019
5.
Ich find die Methoden der USA ganz "spannend". Wenn ein Konkurrent dabei ist, die Firmen aus den USA abzuhängen, wird der Konkurrent plattgemacht. Daran kann man sehr schön sehen, was das ganze Gerede von US-Politikern über freiem Hendel und fairem Wettbewerb wert ist.
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