Bluetooth-Headsets US-Zoll zieht Markenkopfhörer als Apple-Fälschungen aus dem Verkehr

"2000 gefälschte Apple AirPods" präsentierte der US-Zoll der Öffentlichkeit. Dass es sich bei den beschlagnahmten Kopfhörern tatsächlich um andere Markenartikel handelte, hätte man allerdings sofort erkennen können.
So sehen echte AirPods aus

So sehen echte AirPods aus

Foto: REUTERS

Alle Smartphones sind bekanntlich schwarze, flache Rechtecke, und In-Ear-Kopfhörer sehen immer irgendwie aus wie die Köpfe von elektrischen Zahnbürsten. So jedenfalls scheint die US-Zollbehörde Customs and Border Protection (CBP) zu denken. Am vergangenen Freitag beschlagnahmte sie am John F. Kennedy International Airport in New York "2000 gefälschte Apple AirPods aus Hongkong", wie es auf der Website der CBP  heißt. Sie seien für den Verkauf im US-Bundesstaat Nevada gedacht gewesen und hätten, "wenn sie echt gewesen wären", einen Verkaufswert von knapp 400.000 Dollar.

Troy Miller, Direktor der CBP in New York, wird mit den Worten zitiert: "Das Abfangen dieser gefälschten Ohrstöpsel ist ein direkter Beleg für die tägliche Wachsamkeit und Hingabe der CBP-Beamten, um unserer Mission zum Erfolg zu verhelfen."

Peinlich für Miller und die CBP: Die Gadgets waren echt. Es handelte sich allerdings nicht um AirPods, sondern um ein völlig legales Konkurrenzprodukt, die OnePlus Buds, Verkaufspreis in den USA: 79 Dollar pro Paar.

Karton, Kopfhörer und Lade-Etui sehen ganz anders aus

Warum die Beamten die Buds für AirPods hielten, ist letztlich unklar. Die Verpackungen, abgebildet auf der CBP-Website, besagen klar und deutlich, dass es sich um OnePlus-Produkte handelt. Für den unbemerkten Verkauf von Fälschungen wäre es unsinnig, Produkte in Kartons zu stecken, die nichts mit dem Original zu tun haben.

Auch die Ohrhörer selbst sehen im Detail klar anders aus als Apples AirPods. Weder die Abmessungen noch die Formen stimmen überein, allenfalls der grobe Designansatz - was ähnlich wie bei Smartphones schlicht funktionsbedingt ist. Als Fälschungsversuch wären sie so schlecht, dass kaum jemand darauf hereinfallen dürfte.

Und schließlich unterscheiden sich auch die Lade-Etuis der beiden Produkte optisch eindeutig voneinander.

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Die CBP-Beamten waren aber offenbar so überzeugt von ihrem vermeintlichen Fund, dass sie ihn auf Twitter veröffentlichten, mit den Fotos der Geräte sowie dem Satz "Dies ist kein", gefolgt von einem Apfel-Symbol. Wenigstens damit hatten sie recht.

Die Social-Media-Abteilung von OnePlus nahm es mit Humor und antwortete auf Twitter : "Hey, gebt sie zurück!"

Hinweis: Die CBP bleibt bei ihrer Sichtweise und hat mittlerweile klargestellt , dass die OnePlus Buds ihrer Ansicht nach gegen Apples Schutzrechte verstoßen, weil sie den AirPods grundsätzlich zu ähnlich sehen. Die Entscheidung über ein Verkaufsverbot in den USA müssten aber Gerichte treffen.

pbe
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