Aus 4000 Kilometer Entfernung Vater sieht Geburt seines Kindes per VR-Brille

Ein Vater verfolgt die Geburt seines Kindes, als wäre er live im Kreißsaal. Dabei ist er 4000 Kilometer entfernt. In einem Werbefilm zeigt die Firma Samsung, wie das mittels Virtual Reality schon jetzt möglich sein könnte.
Samsung-Werbefilm: Zukunftsszenarien mit der Datenbrille

Samsung-Werbefilm: Zukunftsszenarien mit der Datenbrille

Foto: YouTube

Virtual Reality (VR) ist in der Technologieszene gerade hip. Für das kleine VR-Start-up Oculus zahlte Facebook 2,2 Milliarden Dollar, weil dessen VR-Brille in dem Ruf steht, virtuelle Realitäten besonders realistisch darstellen zu können. Gleichzeitig entwickelt Sony eine ähnliche Technik, und Konzerne wie LG und Samsung bieten komplizierte Brillengestelle an, in denen High-End-Smartphones ihren Nutzern computergenerierte Welten vor die Augen spielen.

Das Problem, dass all diese Firmen haben: Abgesehen von ein paar Spielen und Demos gibt es bisher kaum sinnvolle Anwendungen für die teuren Spielereien. Samsung hat nun eine Gelegenheit genutzt, um zu zeigen, wozu man solche Datenbrillen sonst noch verwenden könnte: Das Unternehmen rüstete den Kreißsaal eines australischen Krankenhauses mit Kameras, Mikrofonen und Netzwerktechnik aus.

Der Grund für den Aufwand: Man wollte es einem werdenden Vater, der zum Zeitpunkt der Niederkunft Tausende Kilometer entfernt arbeiten musste, ermöglichen, zumindest virtuell bei der Geburt seines Sohns dabei zu sein. Der Unterschied zu einer Videokonferenz via Skype oder Facetime: Die Datenbrille ermöglicht einen 360 Grad-Rundumblick, vermittelt ihrem Träger das Gefühl, live dabei zu sein.

Teurer Einzelfall

Vollkommen selbstlos machte der Konzern die teure Aktion natürlich nicht mit. Vielmehr wurden Aufnahmen des bisher wohl einmaligen Unterfangens zu einem rührigen Werbefilm für Samsungs Datenbrille zusammengeschnitten.

Die ist bisher zwar ein sehr faszinierendes, aber noch nicht alltagstaugliches Produkt. Zum einen ist die Kombination aus High-End-Handy und VR-Brille mit rund 1000 Euro sehr teuer. Zum anderen gibt es bisher kaum lohnenswerte Anwendungen für die neue Technik.

Zudem erfordert eine Liveübertragung, wie sie Samsung in seinem Werbefilmchen zeigt, erheblichen technischen Aufwand. Die Kosten für die nötigen Spezialkameras und die Übertragungstechnik übersteigen den Preis der VR-Brille erheblich. Konkrete Angaben dazu, wie teuer die VR-Übertragung der Geburt war, macht Samsung nicht.

So bleibt Samsungs Werbefilm derzeit nicht viel anderes als ein hübsches Beispiel dafür, was mit Virtual Reality möglich ist, wenn man nur genug Geld investiert. So nett das anzusehen sein mag, wird VR-Technik in den kommenden Jahren wohl trotzdem vor allem für Computerspiele verwendet werden.

kbl/mak