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Veraltete Windows-Versionen 1,8 Millionen unsichere PCs sind in Deutschland noch online

Ohne regelmäßige Updates werden Computer zur Gefahr, doch viele Menschen ignorieren offensichtlich das Problem. Schon bald hilft ihnen nur noch ein neues Gerät.
Windows-7-Logo auf der Tastatur: Das Betriebssystem bekommt keine Updates mehr

Windows-7-Logo auf der Tastatur: Das Betriebssystem bekommt keine Updates mehr

Foto: Mauritz Antin / dpa

Veraltete PCs sind nicht nur eine Gefahr für ihre Besitzer, sondern auch für andere. Zum einen können Angreifer die Rechner relativ einfach attackieren und Daten stehlen. Zum anderen dienen gehackte Computer selbst zur Verbreitung von Schadsoftware, Spam und für Angriffe aller Art.

Laut einer Schätzung des Sicherheitsunternehmens ESET sind derzeit in Deutschland 1,8 Millionen Computer mit einer veralteten Version von Windows in Betrieb, die keine Updates mehr bekommt. Ein Großteil der unsicheren Systeme, rund 1,15 Millionen Geräte, wird demnach noch mit Windows 7 betrieben. Die Nachfolger Windows 8 und 8.1 kommen demnach auf knapp 630.000 Geräte. Für diese Systemfamilie hatte Microsoft vor einem Jahr den Support eingestellt. Auch der Softwareoldie Windows XP, der vor 15 Jahren sein letztes größeres Update von Microsoft erhalten hatte, ist nicht komplett von der Bildfläche verschwunden. Hier zählte ESET noch gut 90.000 Installationen in Deutschland.

»Immense Gefahren«

»Es ist schon bedrückend, wenn man sieht, dass trotz jahrelanger Informationskampagnen Millionen deutsche Anwender immer noch veraltete Windows-Betriebssysteme nutzen«, sagte Thorsten Urbanski, IT-Sicherheitsexperte bei ESET. Damit setzten sich die Anwenderinnen und Anwender zu Hause oder im Büroalltag immensen Gefahren aus. »Grob fahrlässig« sei das, findet Urbanski.

Immerhin stellen diese Zahlen eine Verbesserung dar. Im Januar 2023, als der Support von Windows 7 und Windows 8.1 endete, schätzte ESET den Bestand unsicherer Windows-PCs in Deutschland noch auf 2,95 Millionen.

Das nächste Support-Ende sei mit dem Ablaufdatum 2025 für Windows 10 bereits in Sichtweite. Nach den Zahlen von ESET laufen noch 72,6 Prozent der erfassten PCs in Deutschland mit der Version, hochgerechnet sind das mehr als 36,5 Millionen Rechner. Windows 11 kommt bisher nur auf 23,6 Prozent oder 11,8 Millionen PCs. Da Microsoft für die aktuelle Windows-Version hohe Systemanforderungen an Rechner stellt, müssten sich viele Anwender neue PCs anschaffen, um auch im kommenden Jahr auf dem aktuellen Stand zu sein.

tmk/dpa