Smartphone-Sicherheit Android-Apps sollen häufiger geprüft werden

Apps auf Android-Mobilgeräten sollen künftig dauerhaft kontrolliert werden - auch, wenn sie aus Googles Play Store stammen. Ein sinnvoller Schritt, zählt Android doch zu den Lieblingsplattformen der Schadsoftware-Programmierer.

Grünes Robotermännchen: Besserer Schutz vor Malware
DPA

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Android-Nutzer sollen künftig besser geschützt sein, wenn sie Apps auf ihrem Tablet oder Smartphone installieren. In einem Blog-Beitrag hat Rich Cannings aus dem Android-Sicherheitsteam angekündigt, dass Googles seine "Verify Apps" genannte Prüffunktion ausbaut. Künftig sollen alle Apps auf den Geräten überprüft werden, auch solche, die aus Googles Play Store heruntergeladen werden. Bisher hat "Verify Apps" nur die Software kontrolliert, die auf externen Servern angeboten wird.

Um die Kunden besser vor Schadsoftware zu schützen, sollen die Programme bald dauerhaft überwacht werden, also vor, aber auch nach der Installation. "Verify Apps" soll Anwender vor Apps warnen, die auf dem Smartphone möglicherweise Schaden anrichten, außerdem soll die Installation von Anwendungen blockiert werden, die als gefährlich bekannt sind.

Ein besserer Schutz für Android-Geräte scheint durchaus nötig: Immer mehr Cyber-Banden spezialisieren sich auf Smartphone-Trojaner, und die Hersteller von Virenscannern erschließen mit Software für Mobilgeräte neue Geschäftsfelder. Laut dem Virenscanner-Anbieter Kaspersky ist vor allem die Popularität des Google-Betriebssystems der Grund dafür, dass sich Android zur Lieblingsplattform der Cyber-Kriminellen entwickelt hat. Laut Kaspersky sind vergangenes Jahr 98 Prozent aller mobilen Schadsoftware-Programme für Android entwickelt worden. Den Viren-Programmierern gehe es dabei vor allem darum, die Bankdaten der Nutzer auszulesen.

Prüf-Funktion vier Milliarden Mal eingesetzt

Kaspersky-Sicherheitsexperte Christian Funk geht davon aus, dass die Malware-Entwicklung für Android weiter zunehmen wird. "Android erfüllt alle Anforderungen für Cyberkriminelle - es ist ein häufig benutztes Betriebssystem, das leicht zu benutzen ist: sowohl für App-Entwickler, als auch für Schadsoftware-Programmierer", sagt Funk.

Google spielt die Gefahr jedoch herunter. "Weil potentielle Schadsoftware sehr selten ist, werden die meisten Nutzer niemals eine Warnung oder andere Anzeichen dafür erkennen, dass diese zusätzliche Schutzschicht aktiviert ist", heißt es in dem Beitrag von Rich Cannings. Bislang ist "Verify Apps" laut Cannings rund vier Milliarden Mal eingesetzt worden. Nur in 0,18 Prozent aller Fälle sei ein Programm installiert worden, nachdem Nutzer eine Warnung erhielten.

jbr



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HuHa 11.04.2014
1. Böcke und Gärtner
"Laut Kaspersky" - klar, denen schwimmen schon seit längerem die Felle davon, seit alle die, die nur Internet-Surfen und in Facebook rumklicken wollen keinen PC/Laptop mehr kaufen, sondern eben ein Tablet. Die fetten Jahre sind für die PC-Industrie eben vorbei; man muß sich nicht mehr mit all den Unzulänglichkeiten der PC-Technologie (einschließlich Windows) herumschlagen, wenn man nur einfache Sachen tun will. Entsprechend müssen natürlich "Experten" von Kaspersky und den ganzen anderen Snake Oil -Anbietern eine Gefahr herbeireden - egal, ob die nun real ist oder nicht. Oder man befragt eben mal jemanden, bei dem man nicht 100% sicher sein kann, welche Antwort er (schon aus eigenen wirtschaftlichen Interessen) geben wird. Ich frage ja auch nicht meinen Metzger, ob ich lieber Vegetarier werden sollte. ;-)
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