Vernetzter Untergrund Ein W-Lan für Olympia

Gute Online-Aussichten für Sportbegeisterte: Rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 2012 sollen große Teile des Londoner U-Bahn-Systems per W-Lan vernetzt werden. Ob der Dienst kostenlos sein wird, ist aber noch fraglich.
Smartphone-App "Tube Map": Wissen, wie es weitergeht, wenn es mal nicht weitergeht

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Londons Bürgermeister Boris Johnson hat viel versprochen: "Sehr bald - und noch vor den Olympischen Spielen 2012 - wird jede Straßenlaterne und jede Bushaltestelle in London mit W-Lan versorgt werden", sagte er im Mai 2010 . Tausende solcher Haltestellen-Hotspots sollen ein gigantischen Drahtlos-Netz über die Olympiastadt spannen und jeden Besucher klarmachen, dass er sich in einer Hightech-Metropole befindet. Während von diesem Londoner Outdoor-Wifi bisher noch nicht viel zu sehen ist, werden zumindest in den U-Bahnen der britischen Hauptstadt jetzt die Weichen für W-Lan gestellt: Knapp die Hälfte der 270 Londoner Metro-Haltestellen soll bis Juni 2012 mit W-Lan-Zugangspunkten ausgerüstet werden, teilte die Betreibergesellschaft Transport for London  jetzt mit.

Ein Test der W-Lan-Technik am zentralen U-Bahn-Knotenpunkt Charing Cross sei erfolgreich abgeschlossen worden, jetzt seien Mobilfunkunternehmen aufgefordert, Angebote für Installation und Betrieb des drahtlosen Datennetzes einzureichen.

Die W-Lan-Netze werden allerdings nur innerhalb der U-Bahn-Haltstellen und nicht in den Tunneln der Londoner Subway nutzbar sein. Zudem werden die Hotspots wohl kaum kostenlos zur Verfügung stehen. Die von der British Telecom (BT) betriebene Testinstallation jedenfalls stand ausschließlich BT-Kunden mit entsprechenden Mobilfunkverträgen ohne Zusatzkosten zur Verfügung. Kunden anderer Mobilfunkanbieter konnten den Dienst nutzen, wenn sie passende Datenpakete buchten.

Apps, die wirklich helfen

Mit dem neuen Datennetz könnten Londoner endlich "ihre E-Mails abrufen, auf soziale Netzwerke zugreifen und mit der Welt über ihnen in Kontakt bleiben, während sie die Stadt im Untergrund durchqueren", erklärte Bürgermeister Johnson. Damit mag er auch durchaus recht haben, viele der im Untergrund Reisenden dürften den unterirdischen Internetzugang aber zu einem ganz anderen Zweck nutzen. Das zu großen Teilen völlig veraltete und wartungsbedürftige Londoner U-Bahn-System sorgt nämlich regelmäßig mit Verspätungen und Streckensperrungen für Ärger bei den Passagieren.

Und dem kann man vorbeugen, indem man Smartphone-Apps nutzt. Denn eine ganze Reihe solcher Mini-Programme, zum Beispiel " Tube Map ", widmet sich den Problemen der U-Bahn-Nutzer, liefert aktuelle Statusmeldungen zu den verschiedenen Untergrundlinien und hilft im Zweifel, eine Ausweichroute durch das unübersichtliche Streckennetz zu planen.

Aber das funktioniert natürlich nur online - und deshalb am besten per Undergroud-W-Lan.

mak
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