Kopfhörer zum Schwimmen im Test Einfach mal abtauchen und Musik hören

Sportler haben gern ihre Musik dabei, aber was machen Schwimmer? Wir haben drei wasserdichte Kopfhörer mit eingebautem MP3-Player getestet. Bahnen ziehen mit der Lieblingsplaylist - rockt das wirklich?

Von Andreas Brohme


Die drei Unterwasser-Kopfhörer in unserem Test
Andreas Brohme

Die drei Unterwasser-Kopfhörer in unserem Test

Ausdauersport ist anstrengend. Ausdauersport ist gesund. Ausdauersport macht sogar Spaß - zumindest, wenn man dabei seine Lieblingsmusik hören kann. Das können Jogger genauso bezeugen wie Ergometer-Athleten oder Radler. Auch ich bin Sportler und höre dabei gern Musik, allerdings ist mein Sport: das Schwimmen.

Es ist noch nicht lange her, da habe ich meine Bahnen gezogen, ohne dabei meine Lieblingsplaylist hören zu können. Dann stieß ich auf Musikspieler, die für den Schwimmbadeinsatz geeignet sind. Und habe sie für Sie getestet. Der Markt ist (noch) überschaubar, ich habe deshalb nur die drei aus meiner Erfahrung interessantesten Player für diesen Spezialzweck ausprobiert.

Diese Modelle haben wir getestet:

Aftershokz Xtrainerz: Dieser MP3-Player mit vier Gigabyte Speicher spielt Musik nicht über Lautsprecher in die Ohren, sondern arbeitet nach dem Prinzip der Knochenleitung (Bone Conduction): Der Hörer liegt vor dem Ohr auf dem Knochen auf, Schall wird durch den Schädel ins Innenohr geleitet. Zum Schwimmen muss man zusätzlich Ohrstöpsel tragen. Preis: 159 Euro.

Sony Walkman NW-WS413: Sonys Unterwasser-Player mit vier Gigabyte Speicher ist der einzige der drei Player, der auch im Meerwasser nutzbar ist. Preis: rund 80 Euro.

JBL Endurance Dive: Der einzige der drei Player, der auch als Bluetooth-Headset verwendbar ist. Sein Name "Dive" (Tauchen) führt aber ein wenig in die Irre: Er ist nur für eine Wassertiefe bis zu einem Meter nutzbar. Preis: 82 Euro.

So haben wir getestet:

  • Alle Spieler wurden unter normalen Praxisbedingungen in einem Schwimmbad genutzt. Um den Halt am Kopf zu überprüfen, wurden alle Kopfhörer ohne weitere Befestigung (zum Beispiel an Badekappe oder Schwimmbrille) getragen. Es wurden mehrere übliche Lagen (Brust, Kraul, Rücken) geschwommen. Getaucht wurde bis zu zwei Meter tief.
  • Der nach Herstellerangaben auch für Salzwasser geeignete Kopfhörer von Sony wurde zudem in einem Meerwasser-Schwimmbad getestet. Um die Klangqualität vergleichen zu können, wurden alle Player mit der gleichen Playliste (Rock, Pop, Jazz, Elektronik, Klassik, ein Podcast) bestückt.
  • Die Datenübertragung habe ich mit verschiedenen Audio-Dateien an einem Apple- und einem Windows-Rechner (Windows 10) überprüft. Die Akkulaufzeit wurde mit voll aufgeladenem Akku bei gleichem Lautstärkelevel ermittelt - um so laut zu spielen wie die anderen beiden Player bei halber Lautstärkeeinstellung, musste der Sony-Player voll aufgedreht werden. Alle Player wurden mit der gleichen, 20 Stunden langen Musikdatei gefüttert und spielten so lange, bis sie sich automatisch ausschalteten.



insgesamt 32 Beiträge
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Sleeper_in_Metropolis 01.12.2019
1.
Selbst im Wasser müssen manche Leute sich offensichtlich akustisch von ihrer Umgebung abkoppeln. Was kommt als nächstes ? Unterwasser-4K-Flatscreen für Taucher ? Für die Leute, für die vom Mount Everest twittern nicht mehr hip genug ist ?
Wolfilein 01.12.2019
2. ein weiteres Spielzeug
mit nicht erneuerbaren Akkus.
herwescher 01.12.2019
3. Die Entwicklung wird noch weitergehen ...
Warum sich beim Schwimmen nur aufs Hören beschränken? Der Mensch besitzt ja noch mehr Sinne, die nach Eindrücken verlangen ... Folgerichtig wird man als nächstes eine VR-Brille wasserdicht machen wollen, so dass man auch den neuesten Blockbuster genießen kann, während man seine Bahnen zieht ... Wie Taucherbrillen sehen sie sowieso schon aus ... In der Professional-Version mit eingebauter Brillen-Kamera, so dass man auch mal ein Unterwasserbild einblenden kann. Die Premium-Professional--Version hat zusätzlich einen Radar-Abstandssensor, damit man sich den Kopf nicht am Beckenrand stößt ...
lanier67 01.12.2019
4. Gar nicht verkehrt
Auch wenn meine Vorposter es doof finden, diese Geräte sind gar nicht verkehrt. Ich schwimme seit 8 Jahren täglich und nutze seit 2 Jahren den Walkman von Sony aus 2 Gründen. Gerade im Winter in der Hallenbadsaison herrscht ein extremer Lautstärkepegel durch spielende Kinder, da ist angenehm, wenn man durch den Kopfhörer dies etwas gedämpft bekommt. ausserdem kann die Schwimmerei auch manchmal etwas eintönig sein und dabei Musik zu hören motiviert zumindest mich zum länger schwimmen. Der Sony Walkman hat auch noch den Vorteil ein kleines Mikrofon zu haben (abschaltbar) mit dem man die Umweltgeräusche auch noch wahrnimmt. Da gibt es wesentlich blödere Spielzeuge
ein_europäer 01.12.2019
5. Dekadenter Luxus?
Ich habe gerade eben zwei Artikel in Spiegel Online gelesen, wo der dekadente Luxus zur Weihnachtszeit angeprangert wurde, im klassischen Stil des Vorwurfs. Weniger sei mehr. Und jetzt das hier.
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