Smartwatch Die Apple Watch braucht Apps und ein iPhone

Jetzt kommt es auf die Programmierer an: Am Dienstagabend hat Apple die Entwicklersoftware für seine Smartwatch veröffentlicht. Nur mit guten Apps kann die Computeruhr erfolgreich werden.

Apple Watch: Ohne Apps nur tote Materie
SPIEGEL ONLINE

Apple Watch: Ohne Apps nur tote Materie

von


Cupertino - Zwei Monate, nachdem Apple der Öffentlichkeit seine erste Smartwatch präsentiert hat, folgt nun der zweite wichtige Schritt: Am Dienstagabend veröffentlichte der US-Konzern WatchKit ein Softwarepaket, mit dem Entwickler eigene Apps für die Apple Watch programmieren oder ihre bestehenden Apps für die Computeruhr anpassen können.

Zeitgleich mit WatchKit stellte Apple registrierten Entwicklern auch eine neue Vorabversion des Betriebssystems iOS bereit. Die Betasoftware mit der Versionsnummer 8.2 ist für den Betrieb der Smartwatch nötig.

Die Dokumentation zu der neuen Entwicklersoftware lässt einige Rückschlüsse auf die Funktionsweise der Apple Watch zu. So stellt das Unternehmen in seinen Programmierrichtlinien klar: "Eine Watch-App ergänzt ihre iOS-App, sie ersetzt sie nicht." Demnach wird es also keine Apps geben, die einzig auf die Smartwatch ausgerichtet sind. Stattdessen werden Apple-Watch-Apps quasi Zweigstellen ihrer iOS-Pendants sein.

Fotostrecke

21  Bilder
Apple Watch: Diese Smartwatch ist etwas Besonderes

Wie man sich das in der Praxis vorstellen kann, lässt Apple in einer Pressemitteilung John Gustafson von American Airlines erklären: "Die American Airlines-App auf der Apple Watch erinnert per Benachrichtigung vor Reisebeginn, wenn es Zeit ist, sich zum Flughafen zu begeben." Auch Informationen über Gate-Änderungen, Anschluss-Gates bei der Ankunft und der Beginn des Boardings, sollte man sich noch nicht am Gate befinden, soll die App anzeigen.

All diese Informationen kommen nicht von der Uhr selbst, sondern von einer App auf dem Smartphone, mit dem die Uhr verbunden ist. Insofern dürfte sich die Apple Watch, zumindest in ihrer ersten Version, funktionell nicht deutlich von Android-Smartwatches unterschieden. Apples Beschreibungen zufolge dient sie, ähnlich wie eine Moto 360 oder eine Watch R, als zweiter Bildschirm. Auf dem sollen sich Infos schnell einsehen oder abfragen lassen, ohne das Handy aus der Tasche ziehen zu müssen.

Erst in der zweiten Stufe wird es richtig spannend

Apple weist in seiner Dokumentation auch darauf hin, dass Watch-Apps vollkommen anders gestaltet sein müssen als Smartphone-Apps. Entwickler sollten auf kurze Interaktionen und einfache Benutzeroberflächen achten, mahnt das Unternehmen. Und es weist darauf hin, dass der Bildschirm der Uhr nur mit einem Finger bedient werden kann, es wird also keine Multitouch-Gesten geben. Dafür könne der Bildschirm verschiedene Druckstufen unterscheiden, mit denen man ihn berührt.

Darüber hinaus wird die Uhr über einen Pulsmesser verfügen, wie ihn auch andere Smartwatches haben. Apple versucht, das Gerät auf diese Weise noch stärker als Fitness-Gadget zu positionieren, als es die Konkurrenz tut. Wie erfolgreich das gelingen wird, wird von vielen Faktoren abhängen. Vor allem aber davon, wie leicht und intuitiv sich die Apple Watch tatsächlich wird bedienen lassen - und ob hinreichend viele Apps zur Markteinführung an die Uhr angepasst sind.

Richtig spannend dürfte es werden, wenn Apple Software-Entwicklern in einem zweiten Schritt weitergehenden Zugriff auf die Uhr gibt. "Später im nächsten Jahr" würden Entwickler die Möglichkeit bekommen, native Apps für die Apple Watch zu schreiben. Programme also, die eigenständig auf der Uhr laufen und auch ohne Smartphone ihre Funktion erfüllen. Das erinnert an die Einführung des iPhones, auf dem anfangs nur Web-Apps liefen. Richtig populär wurde das iPhone erst, als darauf eigens für das Gerät entwickelte Apps installiert werden konnten.

Einen konkreten Einführungstermin für die Apple Watch nannte Apple nicht. Irgendwann Anfang 2015 soll es soweit sein.



insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
trevorcolby 19.11.2014
1. Die Frage....
....ist nicht, was das Ding braucht sondern wer so ein Ding braucht. Ich sehe hier das Flop-Pontential bei 75%.
el-gato-lopez 19.11.2014
2. Verkauft sich von selbst.
Zitat von trevorcolby....ist nicht, was das Ding braucht sondern wer so ein Ding braucht. Ich sehe hier das Flop-Pontential bei 75%.
Wäre dieses Gadget von Sony, Samsung, LG usw. würde ich Ihnen recht geben, aber wir reden hier von Apple. Man kann über den Laden denken, was man will, aber die haben sich erfolgreich eine Konsumentensekte herangezüchtet, die grundsätzlich alles mit Apfellogo kauft. Ironischerweise war Apple mal die Firma für den Anti-Mainstream, ist aber lang lang lang lang her...
kuac 19.11.2014
3.
Zitat von trevorcolby....ist nicht, was das Ding braucht sondern wer so ein Ding braucht. Ich sehe hier das Flop-Pontential bei 75%.
Das muss nicht so sein. Kunden kaufen alles, wenn es hip und trendy ist und nicht nach Notwendigkeit.
zeichenkette 19.11.2014
4. Das mit den Apps stimmt nicht so ganz
Native Apps auf der Uhr wird es ab 2015 auch geben, ist aber noch nicht Bestandteil des SDK. Sagt Apple auch genau so. Die Apps selber größtenteils auf dem iPhone laufen zu lassen, ist aber sinnvoll, denn dadurch ist die Uhr selber viel weniger anfällig dafür, nach einem oder zwei Jahren schon veraltet zu sein. Ist auch besser so, denn kein Mensch kauft sich eine goldene Uhr für 2000 Euro, wenn sie nach zwei Jahren nicht mehr funktioniert... Naja, ich werde mich so oder sowas nicht kaufen, aber es wird genug Leute geben, die es tun. Sollen sie meinetwegen auch.
Flying Rain 19.11.2014
5. Ja ne,...
Die Uhr ist wie die meisten anderen somit für mich gestorben, könnte das Ding eigentsändig sein wärs toll, aber Zusatzbildschirm fürs Schlaufon? Nein Danke....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.