Wechsel zu einem neuen PC So klappt der Windows-Umzug

Schön ist so ein neuer PC schon. Bloß: Wie bekommt man Daten und Programme vom Altrechner auf den neuen? Die folgenden Tipps helfen, dass beim Computer-Umzug nichts verlorengeht.
Festplatten neben einem Laptop: Zwischenlager für den PC-Umzug

Festplatten neben einem Laptop: Zwischenlager für den PC-Umzug

Foto: ddp

Wer sich einen neuen Rechner zulegt, steht meist vor einem Problem: Wie bekommt man all die Dateien und Programme vom alten auf den neuen PC? Und wie geht man sicher, dass man dabei nichts Wichtiges vergisst? Als ersten Schritt sollte man den Ordner "Eigene Dateien" kopieren, empfiehlt Axel Vahldiek von der Zeitschrift "c't". Dann hat man schon mal die wichtigsten Daten und Einstellungen kopiert - etwa die Favoriten aus dem Internet Explorer.

Schwieriger wird es bei Anwendungen, denn sie liegen nicht an einer bestimmten Stelle auf dem Rechner. Hier von Hand zu kopieren hat überhaupt keinen Sinn, rät Vahldiek. Anwendungen sollten auf einem neuen Rechner generell neu installiert werden. Ist der CD-Key verlorengegangen oder der Freischalt-Code per Mail abhandengekommen, kann man auf die Kulanz der Hersteller hoffen. Ein Anrecht darauf hat man meist nicht, denn mehrere Jahre nach dem Kauf ist der Hersteller üblicherweise zu keinem Support mehr verpflichtet. Wer jedoch glaubwürdig nachweisen kann, dass er das Programm rechtmäßig erworben hat, hat gute Chancen, dass ihm der Hersteller weiterhilft - eventuell gegen einen kleinen Obolus.

Bleibt der Erfolg aus, kann man oft zu kostenlosem Ersatz greifen. Den gibt es inzwischen für viele teure Programme. So kann die Büro-Software Open Office durchaus mit dem Office-Paket von Microsoft mithalten. Mit solchen Programmen lässt sich ganz legal herumexperimentieren, sagt Vahldiek. Auch den bordeigenen Mitteln sollte man eine Chance geben, denn sie sind inzwischen häufig durchaus eine ernstzunehmende Option. Ein neuer PC ist auch immer eine gute Gelegenheit zum Entrümpeln: Bestimmte Software, die früher quasi Pflicht war, braucht man heutzutage einfach nicht mehr.

Externe Speichermedien als Daten-Zwischenlager

Bestimmte Systemprogramme sollte man auf jeden Fall neu aufspielen. Sonst droht Ärger mit der Kompatibilität, warnt Vahldiek. Wenn man beispielsweise einen Dateimanager für eine 32-Bit-Version von Windows in einer 64-Bit-Umgebung nutzt, funktioniert er einfach nicht richtig. Auch der Virenscanner sollte ganz neu installiert werden, da er sich stets genau dem jeweiligen Rechner anpasst.

Um Dateien und Programme von einem Rechner auf den anderen zu kopieren, ist ein USB-Stick oder eine externe Festplatte die mit Abstand schnellste und einfachste Methode. Das Vernetzen von zwei Computern ist hingegen nicht immer so einfach, wie es scheint, warnt Vahldiek. Wer PC mit verschiedenen Betriebssystemen miteinander verbindet, sollte schon eine Ahnung davon haben, was er tut. Eine etwas umständliche Variante ist das Brennen von Dateien auf DVD. Dieser Aufwand kann sich allerdings lohnen, wenn man sich ein Archiv aufbauen will.

Gründlichkeit dauert länger

Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er alle wichtigen Dateien erwischt hat, kann den Rechner mit der normalen Suchfunktion auf Formate durchforsten. Das geht am besten, indem man die jeweiligen Datei-Endungen in die Windows-Suche eingibt. So steht doc für Word-Dateien und jpeg für Bilder. Die Liste, die der Rechner dann ausgibt, kann man mit wenigen Mausklicks kopieren und beispielsweise auf eine externe Festplatte verschieben. Das kostet zwar ein bisschen Zeit, und es werden auch Dateien gesichert, die man nicht mehr unbedingt braucht, aber dafür geht definitiv nichts verloren.

Für den "Umzug" auf einen neuen Rechner gibt es bei Windows 7 einen Assistenten, der alles einsammelt, was ein Computernutzer üblicherweise braucht. Er rettet auch die Einstellungen von einigen Programmen wie Microsoft Office herüber. Voraussetzung ist allerdings, dass die betreffenden Programme bereits auf dem neuen Computer installiert sind. Nachdem man den Assistenten namens Windows Easy Transfer gestartet hat, legt man fest, wo die Daten zwischengespeichert werden sollen - und schon können Dateien und Einstellungen mit ein paar Mausklicks kopiert werden.

Warum nicht virtualisieren?

Die Festplatte des "alten" Rechners sollte man sich auf jeden Fall aufheben, rät Vahldiek. Es ist immer möglich, dass die Digitalkamera wichtige Daten an einer Stelle abgelegt hat, an der man nicht nachgeschaut hat, oder die Einstellungen eines bestimmten Programms doch noch gebraucht werden. Den ganzen Rechner muss man deswegen nicht aufbewahren. Es reicht, die Festplatte in ein externes USB-Gehäuse einzubauen, das es schon für wenige Euro gibt. Dann kommt man jederzeit an seine Daten und hat zudem eine externe Festplatte.

Der elegantere Weg ist es, die Inhalte des alten Rechners über eine Virtualisierungssoftware auf dem neuen Computer zu speichern. Der Vorteil: Man kann das alte und das neue Windows parallel nutzen und beispielsweise Daten per Drag & Drop herüberziehen. Das kostet allerdings Zeit und ist zudem ziemlich kompliziert, also nur erfahrenen Nutzern zu empfehlen, sagt Vahldiek. Denn es gilt, mit speziellen Programmen gezielt Partitionen des alten Rechners in eine virtuelle Maschine (VM) zu übertragen. Wie das ganz genau geht, beschreibt die "c't" im Heft 8/2010.

Sandra Schipp, ddp