Folien, Sprays und Schutzgläser Wie man Kratzer im Smartphone-Display verhindert

Landet das Telefon mit dem Schlüssel in der gleichen Tasche, können fiese Displaykratzer die Folge sein. Von hässlichen Rissen nach Stürzen mal ganz zu schweigen. Doch viele Schäden lassen sich abwenden.
Ein zersplittertes Display ist ärgerlich, doch man kann vorsorgen

Ein zersplittertes Display ist ärgerlich, doch man kann vorsorgen

Foto: Andrea Warnecke / dpa-tmn

Wer das Display seines Smartphones vor Beschädigungen schützen möchte, hat die Qual der Wahl: Glas, Kunststofffolie oder eine Lösung zum Aufsprühen. Doch was ist der beste Displayschutz? Jede Variante bietet Vorteile, hat aber eben so ihre Tücken:

Kunststofffolien: Billig, aber dünn

»Einfache Kunststofffolien sind zwar angenehm dünn und sehr günstig, schützen das Smartphone aber nur vor Kratzern und leichteren Schlägen«, sagt Sebastian Klöß vom IT-Branchenverband Bitkom. Sehr viel mehr könne eine solche Folie nicht abhalten. Selbst Schlüsselkratzer seien für viele Kunststofffolien schon zu viel. Grundsätzlich gilt dabei: Folien aus Polyethylen sind stärker als solche aus Polypropylen.

Darüber hinaus müsse man Kunststofffolien recht regelmäßig austauschen, da sie schnell zerkratzen, so Klöß. Ein weiterer Nachteil sei, dass Kunststofffolien meist nicht fettabweisend sind: »Schutzschichten aus Glas haben für gewöhnlich diese Eigenschaft« – ähnlich wie Smartphone-Displays ohne aufgebrachten Extraschutz. »So bleiben Fingerabdrücke auf ihnen nicht sichtbar, sondern verschwinden direkt wieder«, sagt Klöß.

Kunststofffolien für das Smartphone können matt oder klar sein. Für welche Option man sich entscheidet, ist laut Ulrike Kuhlmann vom Fachmagazin »c't« Geschmackssache: »Bei klaren Folien hat man alle Spiegelungen, die man sonst auf dem Display hat, auch auf der Folie. Teilweise sogar mehr.«

Eine mattierte Oberfläche verhindere dies, so Kuhlmann. Gleichzeitig wirke das Display durch mattierte Folien aber etwas diffuser und weniger kontrastreich. Wer also gern im Sonnenlicht liest, ist mit einer matten Schutzfolie besser beraten. Wer lieber farbintensive Fotos auf seinem Smartphone betrachtet, greift wohl besser zu einer klaren Folie.

Glas: Hart, aber unflexibel

Wesentlich härter als einfache Kunststofffolie ist Schutzglas. Dabei handelt es sich meist um einen Verbund aus Glas und Folie. Solche Schutzgläser für das Handydisplay gibt es in verschiedenen Härten. Härten werden in H angegeben (Mohssche Härte). »Die höchste Stufe ist zehn H – das ist so hart wie Diamant«, erklärt Kuhlmann.

Zum Vergleich: Das ab Werk verbaute Front-Schutzglas fürs Handydisplay sei meist aus sogenanntem Gorilla-Glas und habe eine Härte von etwa sieben H. Noch härter sei Saphirglas mit neun H. »Saphirglas ist aber sehr teuer in der Herstellung«, erklärt Kuhlmann. »Wenn also jemand ein Schutzglas für 6,99 Euro verkauft und behauptet, das habe eine Härte von neun H, stimmt das sicher nicht.«

Darüber hinaus sollte man beim Kauf eines Displayschutzes aus Glas dringend auf dessen Dicke achten. »Einige moderne Smartphones haben den Fingerabdruck-Sensor unter ihrem Display«, sagt Kuhlmann. »Bringt man ein zu dickes Schutzglas auf das Display auf, funktioniert dieser Sensor unter Umständen nicht mehr.« Dafür ist die Bedienung des Displays laut Klöß besser als bei Folie: »Das haptische Gefühl des Smartphones überträgt sich bei Glas ganz anders.«

Aufsprühschutz: Unkompliziert, aber wenig haltbar

Es gibt auch Flüssigkeiten, die das Smartphone-Display nach ihrem Aushärten schützen können. Ein erster Vorteil dieser Flüssigkeiten ist das Aufbringen, erklärt Sebastian Klöß. Das sei nämlich sehr unkompliziert im Gegensatz zu Folien und Glas: einfach aufsprühen. Lästige Blasenbildung oder schiefe Folien sind hier kein Thema.

Der Aufsprühschutz halte Kratzer recht effektiv ab und schütze eingeschränkt bei Stürzen. Schafft es aber doch ein Kratzer durch die Schutzschicht oder verursacht ein Sturz Risse im Frontglas, sind diese Makel unwiderruflich im Display. »Bei Schutzgläsern sind die Kratzer oder Sprünge nur in der Schutzschicht – und die lässt sich leicht tauschen«, sagt Klöß. Ähnlich verhält es sich mit Kunststofffolien. Außerdem müsse man die Schutzschicht zum Aufsprühen etwa alle zwölf Monate erneuern, erklärt der Experte.

Um ein Smartphone wirklich effektiv zu schützen, bedarf es mehr als den Displayschutz, weiß Kuhlmann: »Wer sein Handy öfter fallen lässt, sollte es auf jeden Fall auch durch eine Hülle schützen.«

Von Elisabeth Winkler, dpa / tmk
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