Update für Windows 10 Jetzt können Sie USB-Sticks einfach abziehen

Microsoft ändert die Voreinstellung für externe Datenträger. Windows-10-Nutzer können USB-Sticks damit sofort abziehen. Die weiteren Neuerungen im Überblick.

Damals, als USB-Sticks noch aus Holz waren, mussten wir sie "sicher" entfernen.
Oliver Berg/DPA

Damals, als USB-Sticks noch aus Holz waren, mussten wir sie "sicher" entfernen.

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Microsoft arbeitet weiter daran, eine Hölle nach der anderen zufrieren zu lassen. Zur Erinnerung: Wohl kein anderes Softwareunternehmen hat in den vergangenen Jahren für derart viele entsprechende Schlagzeilen gesorgt. Da war die Kooperation mit Red Hat und die dazu passende Präsentationsfolie "Microsoft loves Linux". Da war die plötzliche große Liebe zu Open Source, die im Kauf der Software-Entwicklungsplattform GitHub mündete. Oder Bash für Windows 10. Oder, oder, oder.

Und jetzt auch noch das: Mit dem eigentlich schon für Herbst 2018 geplanten Windows-10-Update 1809, das Nutzer nach schwerwiegenden Problemen erst jetzt automatisch eingespielt bekommen, müssen sie USB-Sticks nicht mehr standardmäßig "sicher entfernen".

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Dieser Vorgang ist eigentlich ein Stück Windows-Folklore. Er stammt aus einer Zeit, in der externe Datenträger nur langsam beschrieben werden konnten. Das sichere Entfernen sollte einem Datenverlust vorbeugen. Dafür mussten Windows-Nutzer mit der rechten Maustaste unten rechts in der Taskleiste einen Button anklicken und das entsprechende Laufwerk auswählen, bevor das Abziehen eines Sticks "sicher" war.

Die neue Voreinstellung heißt "Schnelles Entfernen" und hat zur Folge, dass Nutzer ihre USB-Sticks oder andere Datenträger einfach abziehen können, ohne einen Datenverlust befürchten zu müssen.

Wer möchte, kann die bisherige Einstellung "Bessere Leistung" manuell auswählen und muss dann das Entfernen eines Datenträgers wieder vorab bestätigen. Wie das geht, erklärt Microsoft hier.

Nach Angaben des Unternehmens kann die Option "Bessere Leistung" die Performance des Systems verbessern, weil Windows dann zwischenspeichern kann, was es auf den Datenträger schreiben soll. Gerade bei kleineren Dateien, die auf einen Stick kopiert werden, sollten Nutzer aber keinen Unterschied bemerken.

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Doch Microsoft hört damit keineswegs auf, alte Gewissheiten über den Haufen zu werfen. Mit dem für Mai geplanten nächsten Windows-Update werden Anwender selbst entscheiden können, wann sie sogenannte Funktions-Upgrades installieren, also die größeren Updates. Bisher macht Windows 10 das automatisch. Vor allem die Home-Version des Betriebssystems tut das, sobald Microsoft sich sicher ist, dass die Hardware keine Probleme bereiten wird. Oder, wie es im Microsoft-Blog so schön heißt: "once our data gave us confidence that device would have a great update experience."

Künftig werden alle Windows-10-Nutzer von Microsoft informiert, wenn ein solches Upgrade vorliegt und zur Installation auf dem jeweiligen Gerät bereit ist.

Pause für Updates

Sie werden außerdem die kleineren, mindestens monatlich erscheinenden Updates pausieren können. In den Einstellungen unter Windows Update können sie per Klick festlegen, dass ein Update erst in einer Woche installiert werden soll. Erst nach dem fünften Aufschub eines Updates folgt die Zwangsinstallation.

Die dritte kleine erkaltete Hölle heißt Edge. Es gibt jetzt eine erste Vorabversion des Microsoft-Browsers auf Basis von Googles Open-Source-Projekt Chromium. Letzteres ist auch die Grundlage für die Browser Chrome, Opera und Vivaldi. Die Edge-Variante ist bisher nur für Entwickler gedacht und noch nicht für den Alltagsgebrauch. Aber wer neugierig ist, kann sie sich hier schon herunterladen. Perspektivisch soll der Chromium-Edge auch für macOS zur Verfügung stehen.

In knapp einem Monat beginnt Microsofts Entwicklerkonferenz Build. Wer weiß, was das Unternehmen dann alles zufrieren lassen wird.

insgesamt 19 Beiträge
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MarvinCGN 09.04.2019
1. Postillion
... da dachte ich doch kurz ich sei auf der falschen Homepage gelandet. Im 21. Jahrhundert USB Sticks "einfach abziehen" ist jetzt offiziell "sicher", dass ich das noch erleben darf.
alsterherr 09.04.2019
2.
Wer USB Sticks erst nach Auswerfen abzieht kauft auch WiinZIP ;)
j.w.pepper 09.04.2019
3. Ich glaube...
...den letzten Stick "sicher" entfernt habe ich ungefähr unter Windows 2000. Ist auch so nie etwas passiert.
haichen 09.04.2019
4. Dieser Artikel ist Unfug
Seit mindestens 10 Jahren kann man den USB-Stick einfach abziehen. Solange ist die Einstellung "schnelles Entfernen" Standard! Die andere Variante gab es am Anfang unter Windows XP. Das einzige was sich tatsächlich geändert hat, ist, dass man die Schreibcache Einstellung jetzt in der Datenträgerverwaltung findet. Diesen Artikel findet sich man momentan überall. Nichtsdestotrotz ist die Darstellung falsch!
philosophus 09.04.2019
5. USB-Sticks, immer noch problematisch...
Das ist bestimmt eine gute Nachricht... es bleibt nur noch abzuwarten, bis wir die USB-Sticks einfach einstecken können, ohne zu Rätseln welche die richtige Seite ist. Sooo schwer, kann es doch bestimmt nicht sein...
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