Nicht nutzbare Funktionen Microsoft muss Windows 11 schon reparieren

Bei manchen Nutzern zickt das neue PC-Betriebssystem seit Tagen: Apps lassen sich nicht starten, Funktionen sind blockiert. Der Grund: Ein Zertifikat ist abgelaufen – ausgerechnet an Halloween.
Windows 11: Manche Nutzer haben Probleme mit dem neuen Microsoft-Betriebssystem

Windows 11: Manche Nutzer haben Probleme mit dem neuen Microsoft-Betriebssystem

Foto: Microsoft

Windows 11 ist gerade einmal einen Monat alt und macht schon Probleme. In einem Blogpost warnt Microsoft , dass »einige Benutzer möglicherweise bestimmte integrierte Windows-Apps oder Teile einiger integrierter Apps nicht öffnen oder verwenden« können. An Halloween habe alles noch brav funktioniert, heißt es, doch seit dem 1. November würden die folgenden Bestandteile von Windows 11 manchen Anwendern Schwierigkeiten bereiten:

  • die Screenshot-App »Snipping Tool«,

  • die Bildschirmtastatur, die Spracheingabe und das Emoji-Panel,

  • die Benutzeroberfläche des Eingabemethoden-Editors (IME User Interface)

  • sowie die Hilfefunktion »Erste Schritte und Tipps«.

Auf Computern, auf denen Windows 11 im sogenannten »S-Modus« läuft, der App-Installationen nur aus dem Windows Store erlaubt, seien in den Einstellungen zudem die Seiten »Konten« und »Zielseite« betroffen, warnt das Unternehmen.

Schuld sein an der Misere soll ein digitales Microsoft-Zertifikat, das am 31. Oktober 2021 abgelaufen ist. Solche Zertifikate werden verwendet, um die Authentizität von Software zu verifizieren, dabei haben sie stets ein Verfallsdatum. Werden sie als nicht mehr gültig erkannt, verweigert ihnen das Betriebssystem sozusagen die Starterlaubnis. Microsoft bringt das nun in eine peinliche Situation, denn letztlich scheint der Konzern es schlicht versäumt zu haben, das fragliche Zertifikat rechtzeitig zu erneuern.

Ein Update verspricht Abhilfe

Nutzern, die von den beschriebenen Problemen betroffen sind, empfiehlt Microsoft, ein Update zu installieren , bei dem es sich laut Kennzeichnung noch um eine Vorschauversion (Preview) eines späteren regulären Updates handelt. Mit der Aktualisierung würden jedoch nicht alle Probleme, die durch das abgelaufene Zertifikat auftreten, behoben, schreibt Microsoft.

Skurril: Unter der Überschrift »Bekannte Probleme in diesem Update« warnt das Unternehmen, dass auch mit diesem Update bei einigen Benutzern »möglicherweise« genau jene Probleme auftreten könnten, vor denen es in seinem Blogpost warnt.

Nutzern, bei denen das »Snipping Tool« derzeit nicht mehr funktioniert, rät Microsoft, Bildschirmfotos so zu erstellen, wie man es früher getan hat: Dazu drückt man auf der Tastatur die Taste, die mit »Druck«, »Print Screen«, »Prt Scr« oder ähnlich beschriftet sind. Anschließend kann man den jetzt in der Zwischenablage gesicherten Screenshot in ein Dokument oder in die Paint-App einfügen, um dort den gewünschten Bildbereich auszuscheiden.

Microsofts Softwareentwickler scheinen sich jedoch um einen Ausweg aus der Situation zu bemühen. Während es in dem Blogpost noch heißt, man arbeite an einer Lösung, wird seit Donnerstag bereits ein Windows-Update  an Betatester – Microsoft nennt sie Insider – verteilt, welches die Probleme beheben soll. Wann dieses Update für alle Nutzer von Windows 11 freigegeben wird, ist unklar.

mak
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