Neues PC-Betriebssystem Microsoft veröffentlicht Vorabversion von Windows 11

Von heute an lässt sich das neue Windows installieren. Mit der Veröffentlichung der Testversion hat Microsoft auch die Systemanforderungen herabgesetzt. Doch die Anwendung des Betriebssystems ist nicht ohne Risiko.
Installation über die Updatefunktion von Windows 10

Installation über die Updatefunktion von Windows 10

Foto: Matthias Kremp/DER SPIEGEL

Wenn Sie ein »Insider« sind, haben Sie es vielleicht schon gemerkt: In der Nacht zum Dienstag hat Microsoft die erste Testversion von Windows 11 verfügbar gemacht. Und die wird Anwendern, die sich für Microsofts Windows-Insider-Programm registriert und dort den Entwicklerkanal (»Dev Channel«) ausgewählt haben (wie das geht, erfahren Sie hier), zuerst zum Download angeboten.

Der US-Konzern hatte das neue Betriebssystem für PCs, Notebooks und Tablet-Computer am vergangenen Donnerstag als Nachfolger von Windows 10 präsentiert. Die Software sei »die erste Version einer neuen Ära von Windows«, sagte Microsoft-Chef Satya Nadella zum Ende der Show.

Zu herausragenden Neuerungen gehören – neben einer grundlegenden Modernisierung des Looks mit abgerundeten Fensterecken und einem neuen Startmenü – beispielsweise Funktionen, die den Umgang mit mehreren Monitoren sowie Multitasking vereinfachen sollen. Mithilfe einer »Intel-Bridge-Technologie« sollen erstmals Android-Apps auf PCs funktionieren. Zudem wird die Chatsoftware Teams direkt ins Betriebssystem eingebunden, sodass man sie aus jeder Software heraus starten kann.

Sowohl die Teams-Integration als auch die Android-Kompatibilität fehlen in der Vorabversion allerdings. Sie sollen erst mit einer späteren Version nachgereicht werden. Dieses Verfahren war zuvor angekündigt worden und ist für ein neues Betriebssystem nicht ungewöhnlich.

Änderung der Anforderungen

Zum Start der Testphase hat Microsoft die Anforderungen an die Hardware gesenkt. Die Minimalvoraussetzungen, die für Windows 11 festgelegt worden waren, hatten einige Kritik ausgelöst. Die ursprüngliche Forderung nach einem sogenannten TPM-2.0-Modul und Prozessoren bestimmter Generationen schloss viele ältere Computer aus.

In einem Blogeintrag vom 28. Juni  hat Microsoft nun die Gründe für die hohen Hardwarevoraussetzungen erklärt, diese aber gleichzeitig für die Vorschauversion gesenkt. So lässt sich die Vorabsoftware nun auch auf Rechnern ohne TMP 2.0 und mit älteren Prozessoren installieren – zumindest theoretisch. Unsere Versuche, die Software auf einem sieben Jahre alten Notebook zu installieren, schlugen bisher fehl.

Vielleicht ist es aber auch gut so. Denn so spannend es für entsprechend interessierte Nutzerinnen und Nutzer sein mag, ein neues Betriebssystem auszuprobieren, so gefährlich ist es auch. Vorabversionen wie die von Windows 11 sind unfertige Produkte, die weder auf Leistung noch auf Effizienz optimiert sind und fast immer Fehler enthalten, die zumindest potenziell auch zu Datenverlust führen können. Auf einem Computer, den man täglich braucht, sollte man so etwas nicht installieren.

Das ist auch der Grund, weshalb Microsoft jetzt die erste Vorabversion freigegeben hat: Man braucht Zeit, um die Software bis zur Veröffentlichung von Fehlern zu befreien und zu optimieren. Und das dauert Monate. Offiziell hat der Konzern noch keinen Termin genannt, aber aktuellen Gerüchten zufolge soll der 20. Oktober für die Einführung von Windows 11 vorgesehen sein.

Es bleibt also reichlich Zeit, um die Software zu verbessern. Und ebenso viel Zeit, um diese verbesserten Zwischenversionen zu testen.

mak
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